Waldfreibad in Halver

Schwieriges Jahr für die Herpine - wie geht‘s weiter?

Herpine Saison 2020 Waldfreibad Halver
+
Nochmal 43 Grad in der Sonne. Doch der Badebetrieb ruht seit Ende August.

„Der Juni war mies und der Juli auch“, sagt Phillip Hutt, Geschäftsführer der Herpine. Der August hat die durchwachsene Herpine-Saison 2020 noch halbwegs gerettet. Und nicht zu vergessen: Bedingt durch das Coronavirus war die Badezeit in diesem Jahr ohnehin um knapp einen Monat verkürzt. Doch was bedeutet das für die Zukunft des Bads?

Halver – So waren es drei Monate, rund 90 Badetage, auf die sich die etwa 40 000 Gäste in diesem Jahr verteilten. Zu berücksichtigen dabei war auch, dass die Obergrenze der Besucherzahl auf 2000 festgeschrieben war, um ausreichende Abstände gewährleisten zu können. Am Ende waren es nur wenige Tage, an denen die Herpine an die Grenzen gelangt sei, wie Phillipp Hutt, Geschäftsführer der Betreiber-GmbH, in der Bilanz feststellt.

Was für die Besucher aus Halver und die ebenso vielen auswärtigen Badegäste kaum sichtbar war, war der erhebliche Aufwand, mit dem sich das Team an der Hälverquelle herumschlagen musste. Der personelle Mehraufwand beschränkte sich nicht allein auf eine Kraft, die sich zusätzlich um Desinfektion und Reinigungsarbeiten kümmern musste. Auch der Kassenbereich war doppelt zu besetzen, um nicht nur die Zugänge zu erfassen, sondern auch die Zahl derer, die das Bad verlassen. In Echtzeit konnte die Herpine damit die aktuelle Besucherzahl tatsächlich anwesender Gäste vermelden. Auf der Homepage des Bades war der aktuelle Wert jederzeit einsehbar.

Freiwillige Hilfe von Nachbarn

„Wir haben das Jahr halbwegs verdauen können“, sagt im Rückblick auch Dietrich Turck, Vorsitzender des Freundeskreises der Herpine, der auch und gerade in diesem Jahr gefordert war. Selbst ein Nachbar aus dem Hälvertal war zu Stoßzeiten freiwillig eingesprungen, um die Besucher auf die Bade- und Corona-Regeln aufmerksam zu machen.

Niemand in Halver müsse sich um die Herpine Sorgen machen – diese Botschaft ist Dietrich Turck wichtig. Das Drei-Säulen-Modell zur Finanzierung des Badebetriebs funktioniere. Wichtig aus seiner Sicht ist zudem die Zusage der Stadt, finanziell auch über den regelmäßigen Zuschuss hinaus zu helfen, sollten sich in der Gesamtbilanz Einnahmeausfälle aufgrund der Pandemie herausstellen. Und auch beim Wasserverbrauch war dieses Jahr kein gutes Jahr. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit konnte sich das Bad nur zum Teil aus der Hälverquelle bedienen und musste aufs städtische Netz zurückgreifen.

Dauerkarten sind Dauerbrenner

Neben den städtischen Zuwendungen sind es zwei weitere Faktoren, die für die Finanzierung des Halveraner Waldfreibads zentrale Bedeutung haben. Das sind die eigenen Einnahmen aus Tageskarten, Saisonkarten und Kioskbetrieb sowie die Unterstützung durch Handwerk und Gewerbe mittels Werbung und damit Sponsoring.

Auch der Verkauf der Saisonkarten hängt damit zusammen. Von rund 1500 Dauerkarten wird etwa die Hälfte als Geschenk von heimischen Unternehmen an die Mitarbeiter weitergereicht. Die Firmen stützen damit die Herpine, die Beschäftigten müssen angesichts der günstigen Preise die Zuwendung nicht einmal versteuern – eine bewährte Win-Win-Situation für alle Beteiligten, die mit ihrer Jahreskarte für 45 Euro ganzjährig freien Zutritt haben. Und das funktioniert offenbar: Von den 40 000 Gästen des Jahres 2020 hatten sich 14 000 eine Tageskarte gekauft. Alle anderen kamen mit der Saisonkarte ins Hälvertal.

Die Herpine soll barrierefrei werden. Das ist der Grund für die Baumaßnahme, die noch dieses Jahr anlaufen wird. Aus dem Investitionspaket Soziale Integration im Quartier fließen fast 600 000 Euro von 768 000 Euro an Gesamtkosten nach Halver, mit denen die Beckenwände saniert und so hergerichtet werden können, dass auch Menschen mit Behinderung ins Wasser kommen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare