Die vielen Facetten des Martin O. begeistern

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Martin O. alias Martin Ulrich setzte auch mithilfe einer Leinwand viele Ideen szenisch gekonnt um.

Halver - Bergvolk versteht Bergvolk: Auf Schweizerdeutsch, Hochdeutsch und allen anderen Sprachen der Welt verstanden sich Stimmtänzer Martin O. alias Martin Ulrich und sein lachendes, überraschtes und begeistertes Publikum am Samstag in der Aula des Anne-Frank-Gymnasiums prächtig.

Im Rahmen der Halveraner Kulturzeit machte der Schweizer mit dem gewinnenden Lächeln und der fast kindlichen Freude am Erkunden und Ausprobieren von allem, was mit der Stimme möglich ist, in Halver Station. 

Über die Stadt und ihre Bewohner hatte er seine Hausaufgaben gemacht. Spontan wie er war, fielen ihm zu den „Halvanesen“ beziehungsweise „Halvetikern“ die lustigsten Wortschöpfungen ein. Nicht nur im Eingangslied, in dem er seine Zuhörer amüsant an seiner Fahrt nach Halver und ersten Eindrücken von der Stadt teilhaben ließ, sondern auch zwischendurch setzte er witzig-pointierte Lokalspitzen.

Vom Collenberg ist Weg zu den Alpen nicht weit

Vom Collenberg war der Weg zu den Alpen nicht weit. Es versteht sich von selbst, dass da auch Inge Zensen als Kulturbeauftragte der Stadt ihren eigenen charmanten Song („Komm mal nach Halver“) bekam. Die Zuschauer dankten’s ihm mit stehenden Ovationen, Bravorufen und Begeisterungspfiffen. 

Angetreten, in seinem Programm „Cosmophon“ den Kosmos allein mit der Stimme und seinem unverzichtbaren Loop-Gerät zu erobern, trat Martin O. einen mehr als zwei Stunden währenden Streifzug durch die Musikstile dieser Welt an. So leicht und spielerisch alles wirkte, womit er das Universum zum Klingen brachte, so vollendet war es in der Ausführung. 

Licht, Ton und Projektionen taten das Ihre, alle Sinne für die Kunst des Gewinners des Deutschen Kleinkunstpreises in der Sparte Chanson/Musik/Lied (2012) zu öffnen. Dank des Loop-Geräts sang der Stimmakrobat und Beatboxer a cappella aus einem Mund, holte sich mit Klavier, Geige und instrumentalen Stimmimitationen ein ganzes Sinfonieorchester ins Haus, wechselte Sprachen, Stile, Geräuschkulissen und Tonlagen nach Lust und Laune – und setzte seiner faszinierenden Show mit seiner runden, eigens entwickelten Leinwand zum optischen Zaubern die Krönung auf. 

Ob da Glühwürmchen geräuschvoll ihren Hochzeitstanz tanzten, sich Sänger und Mikrofon ihre Liebe erklärten oder die Staatsverschuldung Amerikas heruntergebrochen wurde: frappierend, was diesem Charmeur alles einfiel.

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