Auf Schusters Rappen klappt’s noch ohne „Navi“

Die Wanderwege in Halver fest im Blick: Karl-Heinz Wolter ist langjähriges Mitglied der heimischen SGV-Abteilung und seit 2005 dessen Wegewart. ▪ F. Zacharias

HALVER ▪ „H“, „A1“, „s“ oder ein schlichter weißer Punkt auf schwarzem Grund – wenn es um Halvers Wanderwege geht, ist Karl-Heinz Wolter eine Institution: Der Holzhändler im Ruhestand ist seit Jahrzehnten in der heimischen Abteilung des Sauerländer Gebirgs-Vereins (SGV) aktiv, seit sechs Jahre als offizieller Wegewart – inklusive hochoffiziellem Ausweis.

Wer könnte also besser über den vermeintlichen Wildwuchs an Wanderwegen Auskunft geben als er? Doch von einer überbordenden Beschilderung, wie sie unlängst von verschiedenen Verbänden im Sauerland angeprangert wurde, könne in Halver nicht die Rede sein, sagt Wolter.

SGV, Sauerland-Tourismus, Sauerländer Heimatbund, die Waldbauern- und Grundbesitzerverbände und der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband hatten sich vor Kurzem auf eine Wegenetzreform beziehungsweise -reduzierung nach dem Prinzip „zwei zu eins“ geeinigt: Zwei Kilometer bestehender Wanderwege müssen demnach für einen Kilometer eines neuen Weges aufgegeben werden. Weiterhin soll das bestehende Wegenetz regelmäßig überprüft und dem Bedarf angepasst werden. Denn: Infolge des aktuellen Wanderbooms seien vielerorts Wege aus dem Boden gestampft worden, „ohne dass zum einen die vom Gesetzgeber vorgegebenen Regularien eingehalten werden und zum anderen ohne sich zuvor mit dem Wegenetz in seiner Gänze beschäftigt und die vorhandenen Wege als Alternativlösung herausgesucht zu haben“, wie es von Seiten der Sauerländer Interessensgemeinschaft heißt. Die von ihr geforderte regelmäßige Überprüfung jedes einzelnen Weges finde beim SGV Halver jedoch ohnehin statt, betont Karl-Heinz Wolter. Zudem gebe es hier keine Wege, die nicht durch die Wanderexperten des SGV abgesteckt wurden. Gemeinsam mit den so genannten „Wanderwege-Paten“ kümmert er sich um Auszeichnung und Begehbarkeit der Routen.

Dass es bei den 25 Wegen auf Halveraner Gebiet ab und an Probleme gibt, bleibe jedoch nicht aus. „Es kann natürlich vorkommen, das Pächter oder Jäger anfragen, in ihren Gebieten nicht zu wandern“, sagt Wolter. Wenn es auch grundsätzlich gesetzlich erlaubt sei, durch die freie Natur zu laufen, so komme man einzelnen Wünschen auch entgegen. „Es geht doch besser, wenn man zusammen und nicht gegeneinander arbeitet“, betont der einstige FDP-Ratsherr. „Wenn es etwa um Fütterungszeiten von Wild geht, kooperieren wir mit dem Hegering, streichen auch schon mal eine Route, um sie später bei Bedarf wieder in das Wegenetz aufzunehmen“, erklärt Wolter. Als Wegewart hat er zwar den Überblick über sämtliche Strecken, kümmert sich vor allem aber um den Hauptwanderweg „Rund um Halver“. Und dass diese 54 Kilometer lange Strecke eines Tages einer Bedarfsprüfung zum Opfer fällt, kann und will sich keiner in der Stadt im Grünen vorstellen. ▪ Frank Zacharias

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