Nach jahrelangem Schweigen

Schumi-Doku (Netflix): Corinna Schumacher aus Halver gibt Einblicke ins Familienleben

In der Netflix-Dokumentation „Schumacher“ gibt Corinna Schumacher private Einblicke in das Familienleben mit Michael Schumacher. Ursprünglich kommt sie aus Halver.

Halver – Wenn Corinna Schumacher im Bild ist, läuft ruhige Klaviermusik im Hintergrund. Sie trägt einen schwarzen Rollkragenpullover, ihr blondes Haar ist offen und fällt über ihre Schultern. Die 52-Jährige ist Halveranerin und die Ehefrau des ehemaligen Formel-1-Rennfahrers Michael Schumacher. Seit 1995 sind die beiden verheiratet. Seit 2013 hat sich das Leben des Paares drastisch verändert.

Netflix-Film „Schumacher“: Ehefrau stammt aus Halver (Märkischer Kreis)

Am 29. Dezember 2013 verunglückte Michael Schumacher bei einem Skiunfall und verletzte sich schwer. In einer am Mittwoch veröffentlichten Dokumentation auf der Streaming-Plattform Netflix äußert sich die Halveranerin erstmals öffentlich und gibt Einblicke in das Leben der Familie und der jetzigen Zeit. Ihr Lachen, das man von Fotos und Filmaufnahmen aus der Vergangenheit kennt, sieht man in der Dokumentation nur in Rückblicken. Corinna ist still, doch erzählt erstmals viel.

Der Film Schumacher“ setzt in der Kindheit des siebenfachen Weltmeisters an. Als der heute 52-Jährige noch mit seinem Bruder Ralf Kart fuhr, selbst aus Schrott kleine Rennautos baute und durch Umwege in die Formel 1 kam. Die ersten Siege, der erste Weltmeistertitel, der Beginn bei Ferrari – der Zuschauer ist bei vielen wichtigen Abschnitten nah dran, auch durch zum Teil unveröffentlichtes Material. Videos, Interviews oder Erzählungen seiner Frau Corinna geben private Einblicke.

Macht keinen Star aus mir, hebt mich nicht zu hoch, ich will das nicht.

Michael Schumacher

Zu Beginn der Karriere sagte Michael Schumacher „Macht keinen Star aus mir, hebt mich nicht zu hoch, ich will das nicht.“ Und das bestätigt Corinna eindrücklich in der Dokumentation. „Was er eigentlich nicht so gemocht hat, waren Presseleute – Rummel um seine Person.“ Das Privatleben war immer privat. Ein Leben in der Öffentlichkeit war nicht das, was er wollte, erzählt Corinna. „Er wollte den Sport machen.“ Auch sein Freund Jean Todt kommt zu Wort und erzählt, dass Michael Schumacher nie ganz verstehen konnte, warum er kein normales Leben haben konnte. Das hatte Folgen.

Die Halveranerin Corinna Schumacher in der Dokumentation „Schumacher“ auf der Streaming-Plattform Netflix.

Als reserviert und schüchtern, gar misstrauisch beschreibt Corinna Schumacher ihren Mann. Aber wenn er sich öffnete, dann zu 100 Prozent, sagt sie. In der Dokumentation wird noch einmal mehr deutlich, wie sehr ihn der Tod des Brasilianers Ayrton Senna 1994 beim Großen Preis von San Marino beschäftigte.

Corinna und Michael Schumacher: Froh um jede gemeinsame Minute

Die Ehefrau aus Halver war immer dabei, wenn Michael Schumacher Rennen fuhr. Sie war froh um jede Minute, die sie Zeit verbringen konnten, erzählt sie. Es gab Pasta in der Box am Abend – nie seien die beiden zusammen essen gegangen. Das Leben spielte sich während der Rennen an der Bahn ab. Und es war genug. Trotz allem familiär, erzählt die 52-Jährige, die immer im Hintergrund blieb. „Gebt Corinna einen dicken Kuss von mir“, hört man Schumacher über Funk nach dem Überfahren einer Ziellinie sagen. Er bezeichnet seine Frau als Glücksbringer und nahm sie deshalb auch immer mit.

Formel-1-Ausstieg: Michael Schumacher entschied sich für Corinna, Gina-Maria und Mick

Nach einer mehrjährigen Pause kehrte Michael Schumacher 2010 noch einmal zurück in die Motorsportwelt. Bis 2012. Dann merkte er, die Zerrissenheit: weit weg von seinen zwei Kindern Gina-Maria und Mick und seiner Frau. Er entschied sich für die Familie. Kurz darauf passierte der Unfall. Viel zur momentanen Situation wird nicht offenbart. Erst gegen Ende wird der gesundheitliche Zustand des Rennfahrers angerissen.

Corinna Schumacher spricht in Netflix-Doku auch über den Gesundheitszustand von Michael

Corinna Schumacher hätte nie geglaubt, dass ihrem Mann mal etwas passieren könnte, sagt sie. Aber das Unglück ereilte die Familie. Von einer auf die anderen Minute. Warum das gerade Michael passierte, fragt sich Corinna nicht. „Warum passiert es anderen?“, fragt sie eher zurück. Acht Jahre sind vergangen. Anfangs lag Michael Schumacher sechs Monate im Koma, bevor er nach Hause verlegt werden konnte. „Er ist da“, sagt Corinna Schumacher. „Nur anders.“

Sohn Mick Schumacher bezeichnet es als „unfair“, viele Dinge mit seinem Vater nicht erleben zu können. „Momente fehlen.“ Er würde „alles aufgeben“, um etwas zu ändern. Er fehlt der Familie jeden Tag. Viel erfahren wird die Öffentlichkeit wohl nie. „Michael hat uns immer beschützt. Jetzt beschützen wir Michael.“

Rubriklistenbild: © Lorencic/Foto aus dem Film Schumacher von Netflix

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