Schulpflegschaft an Humboldtschule fordert mehr Interesse von Eltern

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Sylvia Lutze und Michael Jürgensmeyer sind die Schulpflegschaftsvorsitzenden der Humboldtschule, setzen sich ein und vermitteln zwischen allen Parteien.

Halver - „Den Eltern, die mitwirken, liegt auch etwas an der Schule“, sagt Sylvia Lutze, stellvertretende Schulpflegschaftsvorsitzende der Humboldtschule. Sie und der Vorsitzende Michael Jürgensmeyer setzen sich für die Schule ihrer Kinder ein und gestalten sie in wesentlichen Punkten mit.

Die Humboldtschule wurde im August 2015 gegründet und ist noch immer im Aufbau. Bisher gibt es die Klassen fünf bis acht – in den kommenden zwei Jahren werden alle Stufen vertreten sein. In diesem Zuge läuft die Realschule aus. 

Eine neue Schule und Schulform erfordert Unterstützung, bietet aber auch viel Raum für Möglichkeiten. 

Schule befindet sich noch im Aufbau 

„Mit jeder neuen Stufe, müssen auch neue Lehrer eingestellt werden“, sagt Jürgensmeyer. Er sitzt neben dem Direktor, einer Gleichstellungsbeauftragten und einer Lehrkraft in der Kommission, die entscheidet, welche neuen Lehrer das Kollegium der Schule erweitern dürfen. „Ich sitze dann bei den Bewerbungsgesprächen dabei“, sagt Jürgensmeyer, der dabei versuche aus Sicht der Eltern zu entscheiden, welche Lehrer sich am besten eignen. Erst letzte Woche wurden zwei neue Lehrer eingestellt. 

„Natürlich weiß man nicht, ob der Lehrer am Ende gut oder schlecht ist, aber dass wir mitentscheiden können, ist viel Wert“, erklärt er. „Den Rahmen, den wir als Eltern zur Verfügung haben, sollten wir auch nutzen.“ Der Vorsitzende der Schulpflegschaft hat eine Tochter auf der Schule, Slyvia Lutze zwei ihrer drei Kinder. 

Ihre älteste Tochter geht auf das Anne-Frank-Gymnasium (AFG) und Lutze gibt zu: „Am Anfang war ich von der Schulform der Humboldtschule nicht überzeugt“, aber genau deswegen wollte sie mitentscheiden. Zuvor war sie in der Schulpflegschaft des AFG und hat dort ihre Funktion niedergelegt, um ihr volles Augenmerk auf die Humboldtschule legen zu können. 

Herausforderungen und Möglichkeiten 

Die Form der Sekundarschule führt zu allen Schulabschlüssen der Sekundarstufe I und ermöglicht durch Kooperationen mit Gymnasien auch den Anschluss an die gymnasiale Oberstufe. Der Unterricht ist ganztags, sodass die Schüler bis 15.40 Uhr in der Schule sind. „Dafür haben sie dann keine Hausaufgaben mehr zu erledigen und können den Tag frei gestalten“, sagt Lutze. Doch so bekomme man als Eltern weniger vom Unterricht mit. „Nur zum Lernen bringen die Schüler ihre Bücher mit nach Hause“, sagt Jürgensmeyer. „Aber ich würde gerne mal einen Blick reinwerfen können.“ Dabei gehe es ihm auch darum, seiner Tochter zu vermitteln, dass ihm etwas an der Schule liegt – und an ihr. „Das sind unsere Kinder und deren Zukunft“, führt Lutze aus. „Wo wir ihre Zukunft mitgestalten können, sollten wir mitanpacken.“ 

Das Team der Schulpflegschaft ist seit Beginn der Schule aktiv. Aus den 108 Schülern der ersten vierzügigen fünften Klasse sind mittlerweile viermal so viele geworden – und auch viermal so viele Eltern. Die Schule als staatliche Institution hat nur finanzielle Mittel aus einem begrenzten Budget.

"Wir sind ein gutes Team"

„Ohne den Förderverein wäre vieles nicht möglich, aber leider zahlen nur 20 Eltern ein, was sehr schade ist“, sagt Lutze. Michael Jürgensmeyer und Sylvia Lutze setzen sich für die Belange aller Eltern ein. Sie stehen ihnen als Vermittler bei Problemen und Konflikten zwischen Schülern und Lehrern sowie zwischen ihnen und Lehrern zur Seite. „Wir sind ein gutes Team und es ist ein herzlicher Umgang“, sagt Lutze. 

Der Wunsch der Pflegschaft ist, „dass die Eltern wieder mehr Interesse an der Schule zeigen und auch an Klassenpflegschafts-Treffen teilnehmen“, sagt Lutze. „Denn damit vermitteln die Eltern ihren Kindern die Wertigkeit ihres Tuns und ihrer selbst“, ergänzt Jürgensmeyer.

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