Schulleiter: „Neuer Drive“ bei Berufswahlorientierung

Lehrer Ralf Reininghaus zeigt Sophia Hasenburg und Philipp Kunigk, auf welcher Online-Plattform es weitere Infos zur Berufswahl gibt. ▪ Fraune

HALVER ▪ Welcher Beruf macht nach der Schullaufbahn Spaß? Gibt es heimische Unternehmen, die entsprechende Lehrstellen anbieten? Passen Wunsch und Fähigkeiten überhaupt überein? Wie wird eine gute Bewerbung erstellt? Auf diese und viele weitere Fragen wird in der Realschule im Rahmen des Projekts Berufswahlorientierung eingegangen – das jetzt „neuen Drive“ erhalten soll, wie Schulleiter Hartmut Wächter erklärt.

Während das Berufswahlorientierungsbüro in den kommenden Wochen noch ausgestattet wird und bis Februar an den Start geht, steht das Konzept bereits. Das Projekt ruht dabei auf vier Säulen: Information, Beratung, Stärkenermittlung und -förderung sowie Bewerbung. Wenn alles glatt läuft, sind die Schüler danach auf die Berufswelt oder auch auf eine weitergehende Qualifikation an Fachschulen vorbereitet.

„Um zielgerichtet an Berufe heranzuführen“, wie Realschullehrer Ralf Reininghaus erklärt, würde zu Beginn auf die Information über Berufe, offene Ausbildungsstellen, Unternehmen und schulische Angebote wie Fachschulen und die gymnasialen Oberstufen gesetzt. Wolfgang Kramer, Berufsberater bei der Agentur für Arbeit, bietet zudem ein halbes Dutzend Mal pro Jahr Sprechtage an. Er wird auch am kommenden Dienstag, 14. Dezember, ab 19 Uhr wieder über die Berufswahlorientierung referieren. Die Erfahrungen von Ehemaligen bilden für die Acht- bis Zehntklässler in der Schule ebenso eine Grundlage.

Die zweite Säule bildet die Beratung. Hier steht die Einschätzung von Können in Form von Berufsinteressen-Tests an, die das Geva-Institut auf der Grundlage wissenschaftlicher Diagnostik entwickelt hat. Für die Schüler bedeutet dies, dass zweieinhalb Stunden Wissen und Fertigkeiten getestet werden. „Die Zeit war kurz, sodass man unter Stress stand“, erinnert sich die 15-jährige Sophia Hasenburg. Für die Neuntklässlerin war es aber später eine Bestätigung ihres Berufswunsches. „Ich will in den sozialen Bereich gehen.“ Zu 97 Prozent empfohlen, lautete das Ergebnis für den Beruf Sozialarbeiterin. Ähnlich unterstrich der Test den Berufswunsch von Philipp Kunigk. Er hat zudem schon ein Praktikum als Werkzeugmechaniker absolviert. „Das hat Spaß gemacht und das hat der Test bestätigt.“ Immerhin 57 von 75 Schülern haben das außerunterrichtliche Angebot der Stärkenermittlung genutzt, das auch von der Stiftung „Partner für Schulen“ unterstützt wird.

Die Ermittlung von Stärken und die entsprechende Förderung bildet die dritte Säule der Berufswahlorientierung. „Es ist ein Prozess, der über einen längeren Zeitraum geht, bei dem die Eltern mit eingebunden werden“, weiß der Schulleiter. Dabei spiele auch die Übernahme von Verantwortung eine große Rolle, vom Schülerlotsendienst bis zur Unterstützung von jüngeren Schülern. Zum Schluss steht die Bewerbung als vierte Säule. So gibt es Hilfe bei der Auswahl von Stellen, der Simulation von Vorstellungsgesprächen und auch den Anschreiben. Erst einmal freuen sich Philipp und Sophia aber auf das Praktikum. ▪ Marco Fraune

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