Halveraner Schulen kritisieren Arbeit von Proziv

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Wallmann, Meurer und Büchmann (von links) haben sich intensiv mit der Problematik Schülerverkehr beschäftigt.

HALVER - Die Vorschläge, die der Berliner Verkehrs- und Regionalplaner Proziv hinsichtlich einer Optimierung des Schülerverkehrs durch geänderte Schulanfangszeiten im Märkischen Kreis gemacht hat, trifft Halver besonders stark.

Dies machten gestern Dr. Sabine Wallmann, Schulpflegschaftsvorsitzende des Anne-Frank-Gymnasiums (AFG), Regina Büchmann, stellvertretende Schulpflegschaftsvorsitzende der Grundschule „Auf dem Dorfe“, und AFG-Schulleiter Paul Meurer deutlich. In einem internen Treffen mit einem Proziv-Vertreter am 17. Januar in Halver, an dem alle Schulen, die Stadtverwaltung und MVG-Vertreter beteiligt waren, setzte es nicht nur herbe Kritik - „Schlechte Arbeit! Ohne InVor-Ort-Informationen“ - gegenüber dem Berater.

Anhand von 25 Einzelfällen wurden auch die Defizite der von Proziv selbst aufgestellten Qualitätsvorgaben (Schulweg-, Warte- und Reisezeit) aufgezeigt. „Wo da gespart werden soll, ist nicht nachzuvollziehen“, schüttelte Wallmann den Kopf, „diese Logik habe ich nicht verstanden!“. Denn aufgrund der unterschiedlichen Anfangszeiten von weiterführenden (7.45 Uhr) und Grundschulen (8.20 Uhr) müssten die kleinen Busse der Subunternehmer zweimal (mit weniger Schülern) fahren.

Dagegen würde an den großen Linien 134 und 84 so gut wie nichts geändert, lediglich bei der Linie 85 (nach Schalksmühle) gebe es Anpassungen. Auch in den Nachbarkommunen Schalksmühle, Kierspe und Meinerzhagen ändere sich nichts an den Schulanfangszeiten. „Halver ist immer der Verlierer!“ Daran ändere auch die kurzfristige Überarbeitung des Proziv-Konzepts nicht, da habe es teilweise noch gravierendere Verschlechterungen gegeben.

Letztlich wurde der Proziv-Vertreter mit der Forderung entlassen, ein neues Konzept für Halver zu erstellen, in dem sich die Anfangszeiten aller Schulen zwischen 7.50 und 8.15 Uhr bewegen, die Qualitätsvorgaben nicht verschlechertert werden und es für den Abstimmungsprozess mit Schulen und Verwaltung genügend Zeit einräumt. Wichtig sei, so betonte Meurer, dass auch im Schuljahr 2013/14 alle Schüler die Schulen erreichen können und sich die Wartezeiten für die Kinder und Jugendlichen nicht verschlechtern. An dem Abstimmungsprozess sollen alle Schulen und ihre Pflegschaften beteiligten werden. Im Übrigen unterstütze die Verwaltung die Forderungen der Arbeitsgruppe des AFG, dessen Mitglieder sich intensiv mit der gesamten Thematik auseinandergesetzt hatten.

Det Ruthmann

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