Fördermittel und Fortbildung in Sicht

Kurzfristige Digitalisierung für Schulen - das macht die Stadt

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Halver - Digitalisierung an Schulen ist ein Thema, das durch Corona noch wichtiger geworden ist. Für Schulen in Halver gibt es im Hinblick darauf einige Pläne. 

In der letzten Ratssitzung am 22. Juni sorgte das Thema Digitalisierung an Schulen erneut für Diskussionen. Fragen zu Wlan an den Schulen und Fördermitteln für Endgeräte für die Schüler und Lehrer tauchten in der Sitzung auf, konnten allerdings nicht sofort von der Verwaltung der Stadt Halver beantwortet werden. Nun gibt es Antworten auf die Fragen zur digitalen Ausstattung der Schulen. 

In den Blick nimmt die Stadt die Regenbogenschule am Pestalozziweg und die Lindenhofschule. Beide Schulen seien an das Breitband-Netz angeschlossen, erklärt Kai Hellmann vom zuständigen Fachbereich. „Die Verkabelung innerhalb der Schulgebäude ist jedoch erneuerungsbedürftig.“ 

Wlan in den Schulen

Aus diesem Grund hat die Firma Kolb gemeinsam mit der Verwaltung ein sogenanntes Leistungsverzeichnis für beide Schulen erstellt. Ziel sei es, „kurzfristig“ auf dieser Grundlage in das Vergabeverfahren einzutreten „und die Schulgebäude gemäß den Vorgaben des Medienentwicklungsplanes zu verkabeln“. 

Die weiterführenden Schulen in Halver, das Anne-Frank-Gymnasium und die Humboldtschule, sind den Grundschulen in Sachen Digitalisierung einen Schritt voraus. Sie sind bereits mit Wlan ausgestattet. Der Regenbogenschule in Oberbrügge fehlt die Anbindung ans Breitband. Sabine Wallmann von der UWG schlägt vor, auch dort über eine „kurzfristig realisierbare Lösung“ nachzudenken. „Auch wenn das [...] nicht einfach sein wird.“ 

Zusätzliche Mittel 

Bis zum 31. Dezember 2021 stehen der Stadt Halver 595 101 Euro aus dem Digitalpakt Schule zur Verfügung. Dieses Investitionsprogramm zielt auf die Schaffung von IT-Infrastrukturen in Bildungseinrichtungen ab. Förderfähig sind die folgenden Bereiche: 

  • IT-Grundstruktur 
  • digitale Arbeitsgeräte 
  • schulgebundene, mobile Endgeräte 
  • regionale Maßnahmen.

Voraussetzung, um die Fördermittel zu erhalten, ist die Erarbeitung eines entsprechenden Konzepts, erklärt Hellmann. Jede Schule muss ein „technisch-pädagogisches Einsatzkonzept“ vorlegen.

Anschaffung von Endgeräten

In diesem Zusammenhang betont Kai Hellmann, dass lediglich 20 Prozent der Fördersumme für die Anschaffung von Endgeräten gedacht seien. „Der Großteil ist für den Ausbau der Infrastruktur vorgesehen.“ Zum Digitalpakt Schule kommt außerdem ein Sofortausstattungsprogramm des Bundes hinzu. Dieses ermöglicht es Kindern aus Familien, die Leistungen zur Existenzsicherung bekommen, ein eigenes Endgerät zu erhalten. Dabei geht es um 105 Millionen Euro für NRW. „Die Landesregierung verfolgt das Ziel, das Programm durch Landesmittel aufzustocken“, teilt Hellmann mit. Von 55 Millionen Euro sei die Rede. Ein entsprechender Erlass des Schulministeriums liege aber noch nicht vor. Kai Hellmann geht von 100 000 Euro an abrufbaren Fördermitteln aus, die der Bund zur Verfügung stellt. „Dies entspricht etwa 220 Tablets.“

Fortbildung der Lehrer 

Um einen digitalen Unterricht umsetzen zu können, müssen auch die Lehrer entsprechend geschult werden. Auch da kommt eine Maßnahme vom NRW-Ministerium zum Tragen: Der Plan ist ein „umfassendes, landesweites digitales Fortbildungsangebot, das sukzessive Schulen aller Schulformen zur Verfügung gestellt werden soll“, sagt Hellmann. Noch in den Ferien soll die Maßnahme unter dem Titel „Lehrerfortbildung zum Unterricht auf Distanz“ beginnen. Die Schulen haben die Möglichkeit, ihre jeweiligen Bedarfe im Hinblick darauf zu äußern. Die Halveraner Verwaltung geht außerdem davon aus, dass das Land NRW den Lehrern kurzfristig Endgeräte zu Verfügung stellt. Dafür seien NRW-weit 381 Millionen Euro eingeplant, teilt Hellmann mit.

Seit dem 1. Mai liegen die technischen Strukturen in den Schulen wieder in der Hand der Stadt Halver. Bis dahin waren diese Arbeiten fremdvergeben. „Ziel dieser Umstellung ist auch eine verbesserte Kommunikation zwischen dem Lehrpersonal und der IT-Administration“, erklärt Kai Hellmann, im Rathaus zuständig für Schulangelegenheiten. Bei neuen Lernplattformen werde die Stadt an den Schulen zusätzliche professionelle Hilfestellungen anbieten.

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