Schulbank drücken für ein besseres Verständnis

- Ruthmann

Halver - Es ist eine Premiere: Zum ersten Mal hat jetzt bei der Volkshochschule (VHS) Volmetal in Halver ein Deutschkurs „B1+“ begonnen. Was bedeutet, dass die Teilnehmer freiwillig im VHS-Seminarraum in der Ganztagsschule sitzen und ihre ersten bereits erworbenen Deutschkenntnisse vertiefen.

Von Det Ruthmann

„Es ist sehr selten, dass ein Deutschkurs auf diesem Niveau stattfindet“, wissen Kursleiterin Martin Koerdt und VHS-Fachbereichsleiterin Dr. Aysegül Altun. Umso erfreulicher sei es, dass sich 13 (ausnahmslos) Frauen aus Halver, Kierspe und Meinerzhagen gefunden haben, die ihre Sprachkenntnisse weiter verbessern möchten.

„Deutschland ist unsere Zukunft“, sagt eine der Kursteilnehmerinnen, die aus aller Herren Länder kommen: Syrien, Armenien, Türkei, Spanien, Kasachstan, Angola, Bulgarien, Griechenland und Weißrussland sind die Herkunftsländer der Frauen. „Ich möchte noch mehr Deutsch lernen!“, „Ich mache es für meine Kinder, denen ich helfen möchte, wenn sie aus der Schule kommen“ lauten die Beweggründe, warum die Frauen freiwillig weiter die Schulbank drücken.

„Es macht auch Spaß!“, sagt eine andere Kursteilnehmerin und verdeutlicht damit, dass es eine gute Gruppe ist, die bei der VHS Deutsch für Fortgeschrittene lernt. Die Frauen haben also auch Spaß miteinander, lernen daher mit Freude. Als Grundlage des Kurses dient das Arbeitsbuch „Sicher! – Deutsch als Fremdsprache“, darauf weist Kursleiterin Martina Koerdt hin.

Das spielte jedoch gestern Morgen noch eher eine untergeordnete Rolle. Denn angesichts der verschiedenen Nationalitäten erzählten die Kursteilnehmerinnen erst einmal, wo sie herkommen und zeigten dies auf einer Landkarte – das Ganze natürlich auf Deutsch.

Für einige ist es noch einmal eine Vorbereitung auf die Prüfung zum Abschluss des Grundkurses Deutsch, der im kommenden Monat auf dem Programm steht. Und wer die Prüfung besteht, auch am Abschluss des Kurses „B1+“, erhält ein Zertifikat. Das, aber insbesondere die sprachlichen Fähigkeiten, werden den Frauen auf jeden Fall im Beruf helfen – zumal Deutsch dann nicht die einzige Sprache ist, die sie sprechen.

„Integrationsarbeit ist immer mit viel Mühe verbunden“, meint Dr. Aysegül Altun. „Das ist ein schönes Beispiel dafür, dass sich die Arbeit auch lohnt, sowohl für die Lernenden, als auch für die Kursleitenden“, freut sich die VHS-Fachbereichsleiterin über das Zustandekommen des Kurses.

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