Schulabbrecher gibt’s auch in Halver

Schulabbruch: Das kommt in Einzelfällen auch in Halver vor.

HALVER ▪ Darf man der Statistik Glauben schenken, beendet 11,1 Prozent der Kinder in Deutschland ihre Schullaufbahn ohne Abschluss – eine hohe Zahl, die die EU-Kommission mittelfristig senken will (wir berichteten auf „Politik) und sich vor Ort bestätigt.

In Halver gab es zum Ende des Schuljahres 2009/10 von insgesamt 50 Schülern der neunten Jahrgangsstufe an der Ganztagsschule sechs Abbrecher – das entspricht einer Quote von 12 Prozent. 31 Schüler dieses Jahrgangs besuchten anschließend die Klasse 10 A, 13 die Klasse 10 B, die die mittlere Reife zum Ziel hat.

Doch Schulleiter Heribert Müller betonte auf Anfrage unserer Zeitung, dass diese Schüler mitnichten prompt „auf der Straße“ landen: „Der eine nimmt an einer Maßnahme der Industrie- und Handelskammer teil, der andere geht zur Berufsschule oder tritt einen Job an.“ So würden die betroffenen Schüler keineswegs perspektivlos die Einrichtung verlassen. Und dafür sorge man nicht zuletzt durch verschiedene Fördermaßnahmen, die bereits in der fünften Klasse beginnen. So nimmt die Ganztagsschule etwa an den Programmen „Komm mit!“ oder den „Lernferien“ der Stiftung „Partner für Schule“ teil. Diese und andere Maßnahmen sollen dem Schulabbruch vorbeugen. Wer dennoch große Defizite aufweist, ist nicht automatisch ein Fall für die Förderschule, erklärt Müller. „Wir haben seit fünf Jahren integrative Lerngruppen, in denen solche Schüler aufgefangen werden.“ Zudem arbeite man intensiv mit der Förderschule zusammen, teile sich zum Beispiel eine Lehrkraft auf diesem Gebiet. „Letztlich entscheidet die Schulaufsicht, ob ein Schüler Teil dieser integrativen Klassen werden kann oder auf der Förderschule besser aufgehoben ist.“

Kein Thema sind Schulabbrecher beim AFG sowie die Realschule Halver – und es darf auch keines sein, wie Realschulleiter Hartmut Wächter betont. „Es ist die Aufgabe der Schule, die Zukunft der Schüler frühzeitig gemeinsam zu regeln.“ Der rechtzeitige Wechsel auf die Hauptschule sei bis zum Ende der achten Klasse möglich, Abgänger ohne Abschluss an der Realschule dementsprechend äußerst selten. „Das sind dann echte Einzelfälle.“ ▪ Frank Zacharias

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