Musical „Counting Stars“ begeistert

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Halver - Wow, das war ein großer Wurf! Sprichwörtlich über sich hinaus wuchsen die Akteure der Musical-AG des Anne-Frank-Gymnasiums am Donnerstag bei der Premiere des Musicals „Counting Stars“ aus der Feder von Julia Dunkel.

Mit Standing Ovations feierten die begeisterten Zuschauer in der ausverkauften Aula der Schule das junge, spielfreudige Ensemble aus den Jahrgangsstufen Q1 und Q2, das knapp drei Stunden beste Unterhaltung voller Charme, Witz und Esprit bot.

Bei allem Biss und aller Ironie ließen die Schüler in dem kurzweiligen Stück – Julia Dunkels zweitem Musical – auch für die ernsten Töne und das schönste aller Gefühle breiten Raum. Unter Gesamtleitung von Ellen Dunkel und Anke Kullmann trumpfte die AG mit hinreißenden Tanz-Choreographien und spritziger Musik, tollen Gesangsdarbietungen, Wortwitz und bemerkenswerter Darstellungskunst auf.

Zu Live-Musik – dargeboten von der Band „Mister Fusion“ – und Musik vom Band sangen, tanzten und spielten sich die jungen Akteure in die Herzen. Eigens für das Musical hatte Timo Pulvermacher, der Keyboarder der Band, sogar eine Ouvertüre und den traurigen Song „Becoming an angel“ – anrührend als Tanz beim Tod der Großmutter umgesetzt – komponiert. Hauptakteurin des Stücks war die junge Greta (Hannah Vormann), die ihr Leben in vollen Zügen genoss, bis die Eltern von heute auf morgen den Geldhahn zudrehten und auf stur schalteten. Prompt waren Engel und Teufel zur Stelle, um Greta ins Gewissen zu reden und ihr Handeln zu beeinflussen. Freundin Patricia (Aylina Westermann) setzte ihr den Floh ins Ohr, doch Oma Inge (Alina Hunecke) – lange vernachlässigt – um eine Finanzspritze zu bitten. Allerdings beinhaltete der Plan einen Freund, den Greta nicht hatte.

Die Ereignisse überschlugen sich, als gleich zwei Anwärter, der extravagante Ludwig (Philip Schimchen) und der bodenständige Till (Lennard Reiling), bei Omas Besuch auf der Matte standen. Großartig meisterten die Akteure ihre sorgsam formulierten Partien. Es musste einiges passieren, bis sich Greta und Till am Ende fanden. Anspruchsvolle Titel wie Haziers „Take me to church“ (Greta) oder Robbie Williams’ „Feel“ (Till) meisterten die Akteure mit Bravour.

In die Handlung passten die ausgewählten Songs maßgeschneidert hinein. Von „Don’t Stop believin“ (Journey) bis „I need a Dollar“ (Aloe Blacc) reichte die Liedauswahl. Hervorzuheben als Interpreten waren besonders Greta und Till, ferner Patricia und Engel Elenor (Franziska Esken). Einen tollen Job machten die Engel um „Oberengel“ Helen (Carlotta Janke) und die Teufel mit Lucifer (Dennis Becker) an der Spitze. Fantasievoll, mit viel Liebe zum Detail, waren Himmel und Hölle nachgebaut. Teufelchen Rubi (Stefanie Schmidt) und (Fall) Engelchen Paula (Lara Zöltzer) beharkten sich hingebungsvoll.

Dass die böse Rieka (Alina Luck) und die gute Elenor am Ende die Rollen tauschten, sorgte für lange Gesichter in beiden Lagern. Allererste Sahne waren die Tanzchoreographien, die Zünglein an der Waage beim aufwändig inszenierten Musical waren. Ob Liebesglück („Kiss“) oder Kampf zwischen Gut und Böse („Battle“): Emotional setzten die Tanzgruppen die Geschichten um. Sogar die „Omas“ mit Hexenschuss – voran Mechthild (Kira Schulz) – liefen dabei zur Höchstform auf.

Am Samstagabend ist das Musical in teils anderer Besetzung noch einmal zu sehen. Für die Vorstellung ab 19 Uhr gibt es noch Restkarten an der Abendkasse. Schüler zahlen vier Euro, Tickets für Erwachsene kosten sechs Euro.

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