Neue Fahrplan führt zu Problemen

Neue Buszeiten der MVG - Fahrplan ohne Schüler geplant

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Der Bus ist weg: Veränderungen bei den Fahrzeiten der Linie 84 sorgen bei Schülern für Probleme.

Halver - Der Fahrplan der MVG ändert sich ab Februar. Das betrifft 188 Schüler, die jeden Tag aus Breckerfeld zu Schulen in Halver fahren. Je nach Unterrichtsschluss ist der Bus gerade weg. Die Schüler kommen nicht sofort nach Hause. Das ist nicht nur Thema im Rathaus, sondern auch in den Schulen. Eine Lösung ist in Sicht.

179 Schüler des Anne-Frank-Gymnasiums (AFG) sowie neun Humboldtschüler kommen jeden Tag aus Breckerfeld nach Halver. Die Busverbindung der Städte läuft über die Buslinie 84. Der Fahrplan des Busses verändert sich jedoch im Zuge der Fahrplanänderung der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) ab Montag, 3. Februar. Der Bus ist dann gerade weg, wenn die Schüler Schulschluss haben. 

Warum ist das so geplant worden? Zum einen sei die Linie 84 ein normaler Linienbus, ein sogenannter Taktbus. Im Gegensatz zu Schulbussen richte er sich nicht in erster Linie an Schüler, die den Bus nutzen, teilt die MVG auf Nachfrage mit. Bei der Fahrplanänderung wurden die Buslinien an den reaktivierten Bahnverkehr im Volmetal zwischen Meinerzhagen und Lüdenscheid-Brügge angepasst. 

Anpassung an Reaktivierung der Bahn

Sie mussten neu getaktet werden, heißt es vonseiten der MVG, weil Bus und Bahn nicht parallel fahren sollten. „Fährt eine Bahn, fährt keiner mehr Bus“, sagt Marika Gomolka, stellvertretende Pressesprecherin der MVG. Jetzt passt es in dieser Hinsicht zwar gut, aber zu Ende gedacht wurde die Änderung nicht. Kai Hellmann, stellvertretender Fachbereichsleiter Bürgerdienste und zuständig für Schulangelegenheiten bei der Stadt Halver, halte davon gar nichts. „Das ist auf den ersten Blick ein guter Gedanke“, sagt er. „Dass darunter aber Städte sind, die die Bahn nicht erreicht, wurde nicht bedacht – das ist sehr schade.“ 

Die Schüler aus Breckerfeld sind auf die Buslinie 84 als einzige Verbindung als einzige Verbindung nach Halver angewiesen. Anfang dieser Woche habe die Stadt Halver davon erfahren. „Wir waren irritiert und erschüttert“, sagt Kai Hellmann. In einem Artikel der Westfalenpost von Anfang dieser Woche sagt Werner Wiekens, MVG-Abteilungsleiter für Planung, dass es neben den Problemen auch Verbesserungen gebe. So sei die Verbindung für AFG-Schüler nach der sechsten und achten Stunde passgenau. Haben die Kinder aber nach der vierten oder fünften Stunde Schluss, gibt es für sie keinen Bus. 

AFG-Schulleiter bleibt ruhig

AFG-Schulleiter Paul Meurer sieht in der Veränderung kein Problem: „Wir bleiben ganz ruhig.“ Die Schüler, die aus Kierspe zum Gymnasium kommen, hätten noch nie einen Anschluss nach der vierten oder fünften Stunde gehabt, sondern nur zur ersten und nach der sechsten Unterrichtsstunde. Und dass Schüler vor der sechsten Stunde Unterrichtsschluss hätten, käme grundsätzlich nicht vor, ergänzt Paul Meurer. Lediglich drei Klassen seien ab dem kommenden Halbjahr, das am Montag, 3. Februar, beginnt, davon betroffen, dass sie einmal in der Woche fünf statt sechs Unterrichtsstunden hätten. Das liege daran, dass eine Lehrkraft im Fach Kunst ausfalle. Dabei geht es um eine fünfte, sechste und siebte Klasse. Aber nicht viele Breckerfelder Kinder seien davon betroffen, erklärt der AFG-Schulleiter. 

Zum einen könnten diese Schüler die sechste Stunde in der Schule verbringen und ihre Hausaufgaben erledigen, sagt Meurer und ergänzt, „sie werden auch bis zum Ende beaufsichtigt“. Zum anderen gebe es sogar Überlegungen, die sechste Stunde als Förderunterricht zu belegen. Weitere Überlegungen unternehme die Schulleitung gemeinsam mit der Schulpflegschaft. „Wir arbeiten daran.“ 

Großes Problem für Humboldtschüler

Was in Paul Meurers Augen eher ein Problem darstellt, ist die fehlende Kommunikation seitens der MVG. „Offiziell wurden wir bisher nicht darüber informiert.“ In dieser Woche werde ein Elternbrief verfasst, der die Familien der Kinder über die Veränderungen im Busverkehr aufklären und die Möglichkeit des Verbleibs in der Schule aufzeigen soll. Was für das Halveraner Gymnasium unproblematisch ist, stellt für die Humboldtschule sehr wohl ein Problem dar. Der Unterricht an der Ganztagsschule endet um 15.40 Uhr, der Bus nach Breckerfeld kommt um 15.28 Uhr. Auch wenn eine Betreuung in der Schule möglich sei, ist Schulleiter Reiner Klausing nicht begeistert von dieser Situation. 

„Für uns ist die Fahrplanänderung extrem ungünstig.“ Der Schultag für die Schüler werde unnötig verlängert. Hausaufgaben erledigen müssten die Schüler auch nicht. „Die Zeiten sollten synchronisiert werden“, sagt der Schulleiter der Humboldtschule. „Wir hoffen, die MVG lässt sich darauf ein.“ Zur Unterstützung holte sich die Schule die Stadt Halver mit ins Boot, sagt Reiner Klausing. Mit Erfolg. 

Lösung in Sicht

Am Donnerstag gab es von der MVG die Information an die Stadt, dass eine Einsatzlinie nach der achten Stunde im neuen Fahrplan eingesetzt werde. Um 16.05 Uhr soll ein Bus die Schüler einsammeln. Und das bereits ab kommenden Montag. Nach der fünften Stunde sei es schwieriger, eine Lösung zu finden. Der planmäßige Bus soll dann aber, so die Überlegung, einige Minuten später abfahren, damit die Schüler vom AFG eine direkte Verbindung nach Schulschluss haben. Nach aktuellem Fahrplan wäre der Bus eigentlich gerade drei Minuten weg. 

Die Anpassungen bestätigt auch die MVG. Marika Gomolka sagt, es sei den Verantwortlichen selbst aufgefallen, dass die Kinder, die die Linie 84 benutzen, nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Nach den Osterferien (Ende April) werde wieder ein neuer Fahrplan erstellt – so wurde es der Stadt Halver und den beiden Schulleitern von AFG und Humboldtschule mitgeteilt. Spätestens dann werde versucht, den Fahrplan für alle passend zu gestalten.

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