Schnelles Internet Thema beim Wirtschaftsgespräch

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Hausherr Dietrich Turck stellte im Rahmen des Wirtschaftsgesprächs die Strategie der Firma Escha vor.

Halver - Das Thema „Breitbandversorgung“ nahm am Montagabend im Rahmen des SIHK-Wirtschaftsgesprächs einen großen Raum ein, als die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer (SIHK) zum örtlichen Wirtschaftsgespräch in die Räume der Firma Escha geladen hatte.

Von Frank Zacharias

SIHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Hans-Peter Rapp-Frick nahm die Kritik einiger örtlicher Unternehmer gerne auf, um nachhaltig für eine bessere Internet-Anbindung Südwestfalens zu werben. „In der digitalen Agenda der Bundesregierung steht zwar viel Richtiges drin – aber nichts, was tatsächlich gemacht wird“, kritisierte Rapp-Frick das Konzeptpapier aus Berlin. Dabei hätten sich die Anforderungen an den Standort grundsätzlich geändert. „Bei Netzausbau sprach man früher über den Straßen- oder Schienenverkehr, heute ist es das Breitband-Netz.“

Dass es an vielen Stellen noch „hakt“, sei auch dem Umstand geschuldet, dass die Telekommunikationsanbieter zu aller erst die Privathaushalte als Abnehmer der Technik sähen. „Die sollen dann Spielfilme kaufen oder andere Leistungen bezahlen“, so Hans-Peter Rapp-Frick. „Allerdings liegen Gewerbegebiete in unserer Region nicht nah an Wohngebieten, so dass für die Wirtschaft mit dem Ausbau des Breitbandnetzes für diese Kunden kaum etwas zu erreichen ist.“

Und so musste auch der SIHK-Hauptgeschäftsführer das Grundproblem thematisieren: das Geld. Dass die jeweiligen Kommunen, die Landes-, aber auch die Bundesregierung ihre Hausaufgaben machen müssen, daran ließ Rapp-Frick keinen Zweifel. „Da geht es nicht nur um die Anschluss-, sondern auch um die Betriebskosten.“ Keinen Hehl machte der Hauptgeschäftsführer aber auch aus seiner Einschätzung, dass die Unternehmen selbst bereit sein müssen, ins Portmonee zu greifen. „Ich bin davon überzeugt, dass die Firmen etwas für den Breitbandausbau werden bezahlen müssen – es ist aber die Frage, ob die Wirtschaft plötzlich alles bezahlen muss.“

Bürgermeister Dr. Bernd Eicker betonte in seiner Rede wiederum, dass die Kommune bereits seit Jahren den Netzausbau vorantreiben wolle, aber auch an einem zu geringen Interesse der Firmen gescheitert sei.

Doch nicht nur das schnelle Internet war in Rapp-Fricks Ausführungen ein Thema. Anhand einer SIHK-Umfrage im Kammerbezirk berichtete er unter anderem von leicht negativen Erwartungen der heimischen Wirtschaft für die Zukunft. Dazu trüge die schwierige politische Weltlage bei, aber auch eine anhaltende Investitionsschwäche, die ihren Ursprung unter anderem in der teuren Energie in Deutschland habe.

Ehe Rapp-Frick ans Rednerpult trat, hatte Escha-Geschäftsführer Dietrich Turck als Hausherr die etwa 50 anwesenden Unternehmer begrüßt und interessante Einblicke in die Strategie von Escha gegeben. Seine Idee von stehenden Maschinen als Zeichen einer vorausschauenden Produktion sorgte bei den Zuhörern für Erstaunen.

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