Schneelast auf Dächern täglich im Blick

Schneehöhe und Gewicht auf den Flachdächern werden regelmäßig gemessen.

HALVER ▪ Sowohl die Turn- als auch die Gymnastikhalle des Anne-Frank-Gymnasiums sind gestern von der Stadt gesperrt worden, erst einmal bis Donnerstag, 23. Dezember. Der Grund für diese Maßnahme, so erklärte Gisela Schulte vom Fachbereich Bürgerdienste, seien die Schneemassen, die auf dem Flachdach liegen.

Und die haben Michael Schmidt vom Fachbereich Bauen und Wohnen sowie die Mitarbeiter der Hochbaukolonne täglich im Blick. Es wird sowohl die Schneehöhe als auch das Gewicht gemessen.

Normalerweise seien die Flachdächer beispielsweise der Schulen, erklärt Schmidt, für eine „flächige Last“ von 70 Kilogramm pro Quadratmeter ausgelegt. Insbesondere durch Schneeverwehungen käme es zu punktuellen Lasten auf den Dächern. Und gerade die Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Realschule und der Aula des Anne-Frank-Gymnasiums sorgten für solche Verwehungen. Was bedeutet, so der Bau-Fachbereichsmitarbeiter, dass mittlerweile auf einem Dach eine Belastung von 84 Kilogramm pro Quadratmeter gemessen wird.

Obwohl dies schon über dem genannten Wert liegt, meint Schmidt, es bestehe nur eine theoretische Gefahr. Denn bei der Traglast der Dächer gebe es noch Reserven, die bei etwa 30 Kilogramm pro Quadratmeter liegen würden. Gleichwohl würden natürlich die Räume oder Hallen unter einem mit 70 Kilogramm belastbaren Dach bei höherer Last gesperrt. Oder das Dach müsste geräumt werden, wie beispielsweise in der vergangenen Woche mit dem AFG-Auladach geschehen, da die Aula für eine Veranstaltung benötigt wurde.

Deutlich früher von Schneemassen befreit werden müssten jedoch die Dächer der Container an der Grundschule „Auf dem Dorfe“ und der Schule an der Susannenhöhe, da sie deutlich geringere Dachlasten vertragen, gleichwohl aber noch in Betrieb sind. So waren die Mitarbeiter der Hochbaukolonne auch gestern Morgen unterwegs, um den Containerdächern die schwere Schneelast zu nehmen.

Natürlich müssten die Dächer der verschiedenen Gebäude unterschiedlich betrachtet und letztlich, was Maßnahmen angeht, auch bewertet werden. Klar ist für den Bau-Fachbereichsmitarbeiter aber auch, dass sich die Schneelasten bei Regen oder deutlichem Tauwetter verdreifachen können. Das könnte nach den Vorhersagen der Meteorologen schon morgen passieren. Ob es aber wirklich regnen und die Temperatur deutlich über 0 Grad Celsius steigen wird, bleibt selbstverständlich abzuwarten. Auf jeden Fall werden Schneehöhe und Gewicht weiterhin auf den Dächern täglich gemessen. ▪ Det Ruthmann

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