Schneeberge machen auch der Feuerwehr zu schaffen

Feuerwehr-Gerätewart Lars Rzonsa überprüft den festen Sitz der Schneeketten: Sämtliche Fahrzeuge sind mit ihnen ausgestattet, um im Fall der Fälle sicher zum Einsatzort kommen zu können. ▪ F. Zacharias

HALVER ▪ Denkt der Halveraner derzeit an Schnee, hat er oftmals zunächst dessen negative Auswirkungen im Blick: nicht geleerte Mülltonnen etwa, schlecht befahrbare Straßen, zugeschobene Parkplätze oder kaum nutzbare Gehwege. Dabei gibt es Bereiche, die ganz besonders von der aktuellen Schneeproblematik betroffen sind: die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst. Ihre Arbeit wird durch die „weiße Pracht“ massiv behindert. Und nicht nur durch sie.

Der Ärger über überquellende Mülltonnen lässt Stadtbrandinspektor Stefan Czarkowski im wahrsten Sinne des Wortes kalt. Schneemassen in Kombination mit unbedacht geparkten Autos können nämlich bei Weitem schlimmere Konsequenzen haben. „Schon zur Sommerzeit kann es schwer sein, mit dem Einsatzfahrzeug durch manch eine Straße zu kommen. Derzeit verschärft sich die Lage in einigen Stadtteilen umso mehr“, so Czarkowski, der dabei an Fahrzeuge denkt, die etwa neben Schneebergen in zweiter Reihe auf der Fahrbahn parken. Dabei sollte jedem Autobesitzer klar sein, dass die Feuerwehr in absoluten Notfällen, wenn etwa ein Menschenleben in Gefahr ist, keine Rücksicht auf „Kollateralschäden“ nehmen kann. „Wenn es um Sekunden geht, muss man den Wagen mit dem Einsatzfahrzeug eben zur Seite schieben“, sagt der Stadtbrandinspektor. Ansonsten bedienten sich die Wehrleute ihrer Muskelkraft. „Man kann ein Fahrzeug schon mit vier Personen recht gut bewegen.“

Sobald die Zufahrt zum Ort des Geschehens verhindert wird, verpuffen sämtliche Vorkehrungen, die die Wehr noch im Gerätehaus getroffen hat: „Sämtliche Fahrzeuge verfügen zumindest an der Hinterachse über Schneeketten“, sagt Gerätewart Lars Rzonsa. „Unser Ziel ist es, mittelfristig alle Achsen damit auszustatten.“ Zusätzlich zu den Ketten verfügten etwa zwei Drittel der elf Einsatzfahrzeuge des Löschzugs Stadtmitte sowie der einzelnen Löschgruppen über Allradantrieb, teilweise in Verbindung mit einem Sperrdifferenzial, um die Traktion der Räder weiter zu verbessern.

„Eine andere Frage ist natürlich, wie der Feuerwehrmann von zuhause ins Gerätehaus kommt“, liegen für Czarkowski die Probleme nicht nur zwischen Thomasstraße und Einsatzort. Um schnell und sicher im Gerätehaus eintreffen zu können, hätten viele Freiwillige auch an ihren Privatfahrzeugen Schneeketten montiert.

Für den Fall der Fälle sind die Einsatzkräfte grundsätzlich also gerüstet – zu diesen Fällen zählt jedoch nicht die Räumung von Dächern, wie Stefan Czarkowski betont. Fast täglich erreichten die Wehr derzeit Anrufe von Privatpersonen, die ihr Dach vom Schnee befreien lassen wollen. „Doch die gesetzlichen Bestimmungen regeln eindeutig, dass die Feuerwehr dazu nicht eingesetzt werden darf.“ Für die Räumung von Dächern seien vielmehr Dachdecker- oder Zimmereibetriebe die richtigen Ansprechpartner. ▪ Frank Zacharias

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