Schnee und Eis treiben Kosten in die Höhe

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Winterdienst: Der Einsatz der Schneefräse samt weiterer Lastkraftwagen kostet für einen Tag 7500 Euro.

HALVER ▪ Die Kosten für den Winterdienst liegen deutlich über der Kalkulation. Für Salz, die Beauftragung von Fremdunternehmen und kleineren Anschaffungen fallen mehr als 240 000 Euro an, rechnet Kämmerer Markus Tempelmann für das vergangene Kalenderjahr.

Eingeplant waren nur 100 000 Euro. Auch bei der internen Leistungsverrechnung, also dem Räum- und Streudienst durch den Baubetriebshof schlagen die Wintermonate kräftig zu Buche. Standen für 2009 noch 310 000 Euro unterm Strich, sind es allein für die ersten elf Monate in 2010 schon 345 000 Euro. Für den schneereichen Dezember müssen die Stundenzettel der Mitarbeiter und weitere Rechnungen noch addiert werden. „Das Kalenderjahr 2010 war ein schlechtes. Ich hoffe, dieses Jahr wird es besser“, blickt der Kämmerer auf die lange Kostenaufstellung.

Obwohl schon bei der erst im November vom Rat verabschiedeten Winterdienstgebühren-Kalkulation höhere Kosten berücksichtigt wurden, rechnet Tempelmann nun noch einmal mit einer Steigerung. „Vermutlich wird sie höher sein.“ Wie hoch genau, könne er derzeit nicht sagen. Es werde versucht, das Defizit über drei Jahre zu verrechnen. Wenn aber dauerhaft der Winterdienst solche Kosten verursacht, steige die Gebühr entsprechend.

Ein Kostentreiber ist auch das Abfahren des Schnees aus der Innenstadt. Allein die während der vergangenen beiden Tage eingesetzte Schneefräse saugt nicht nur schnell die weiße Pracht auf, sondern außerdem reichlich Winterdienstgebühren. So kalkuliert Bau-Fachbereichsleiter Franz Helmut Engel für jeden Einsatztag mit netto 7500 Euro. Darin enthalten sind dann auch die Lastkraftwagen, die den Schnee zum Bahngelände gekarrt haben. Mit diesen Kosten im Blick war die besondere Aktion auf zwei Tage beschränkt. „Dann haben wir problematische Stellen entspannt.“ Es könne natürlich nicht längst jede Wohnstraße vom Schnee befreit werden.

Mehr Lkw zum Abtransport der Mengen bei dem Einsatz der Schneefräse hält Engel außerdem nur für bedingt sinnvoll. Zwar wären gestern statt der wie am Vortag noch vier Kipper sogar teils sechs gefahren, doch auf der Strecke käme es am Bahngelände zu einem „Nadelöhr“ – Einsatzfahrzeuge würden sich im Weg stehen.

In einigen Wohnbereichen bleibt der Baubetriebshof weiter mit dem Abfahren beschäftigt. Das Tauwetter wird ein übriges beitragen. ▪ Marco Fraune

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