Schleifkottenbahn: Auf der Suche nach den Müllsündern

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Ehringhausen - Die Verantwortlichen der Schleifkottenbahn sind mit der Geduld am Ende. Schon seit Jahren werden die Gleise und der frühere Bahnsteig am Staklenberg in Ehringhausen von einigen wenigen Umweltsündern als Müllkippe benutzt, auf Kosten derjenigen, die die Abfälle dann entfernen müssen. Nun will man sich das nicht mehr länger bieten lassen und bittet um die Mithilfe der Bevölkerung. Auch eine Belohnung wurde aufgesetzt.

Für die Ehrenamtlichen, die sich um den Erhalt der Strecke kümmern und mit der Draisinenbahn für ein attraktives touristisches Angebot sorgen wollen, ist die Mehrarbeit durch den illegal entsorgten Müll ein großes Ärgernis. Einen Müll-Schwerpunkt gibt es an der Brücke Frankfurter Straße, weil dort von vielen Personen zum Beispiel Verpackungsmüll hinuntergeworfen werde. Dort lasse sich das Vermüllen aber nicht an Einzelnen festmachen, sondern sei eher ein Problem der Halveraner Bevölkerung insgesamt, sagt Michael Arnold, quasi der Gärtner der Eisenbahnlinie.

 Anders sei das am Staklenberg in Ehringhausen. Dort ärgert sich Arnold über die wenigen Unverbesserlichen, die dort „in Permanenz“ ihren Müll im Gleis der Schleifkottenbahn entsorgen. Immer das gleiche Muster „Es ist das immer gleiche Muster“, sagt Arnold. „Das wird nicht etwa da drüben ins Gebüsch geworfen, wo es keiner sieht, sondern boshafterweise hier auf diese genutzte Fläche.“ 

Das Problem ziehe sich durchs ganze Jahr. Im Frühjahr und Sommer finde man vor allem immer wieder Gartenabfälle, so auch jetzt: Topfpflanzen, ein kleines Bäumchen, Hecken- und Rasenschnitt, Topfpflanzen, ein kleines Bäumchen. Arnold ärgert sich besonders, sich am vergangenen Wochenende nicht auf die Lauer gelegt zu haben. „Ich dachte noch, jetzt beginnt die Saison zum Rasenmähen, aber ich hab dann doch nicht auf meinen Instinkt gehört.“ Als er später vorbeischaute, fand er frischen Rasenschnitt. „Der war noch schnittfeucht.“ Den Verursacher hatte er knapp verpasst. Aus purer Absicht, so vermutet Arnold, lade hier die immer gleiche Person ihren Müll ab. Ob es wirklich nur ein einzelner Wiederholungstäter ist, das bezweifelt Stefan Heinrich, Geschäftsführer der Schleifkottenbahn GmbH allerdings. Aber auch er geht eher von einem kleinen Personenkreis aus, die den Ehrenamtlichen durch ihr Verhalten zusätzliche Arbeit verursachen. „Dass uns einzelne Leute so in die Hacken schießen – da ist irgendwann die Geduld am Ende“, sagt Heinrich. 

Im Jahr kämen allein an der Stelle am Staklenberg zwei bis drei Kofferräume voll Müll zusammen, sagt Heinrich. Die Palette ist breit gefächert. Neben Grünschnitt seien auch immer wieder Bauschutt und Renovierungsabfälle dabei. Reifen, Laminat, Badkeramik Im Gras sind mehrere Haufen aus weißen Keramikscherben. Hier habe jemand vor Ort ein Waschbecken und eine Toilettenschüssel zertrümmert, vermutet Arnold. Etwas weiter liegt ein Autoreifen im Gras neben dem Gleis. „Hier hat schon mal jemand einen Stapel aus vier Reifen abgeladen“, sagt Arnold. Auch einen Müllsack voller Windeln habe er schon gefunden.

Mit den Funden hat sich über die Jahre bei Arnold eine Menge Ärger angestaut und ein Haufen Anekdoten. Als besonders dreist ist ihm ein Fall in Erinnerung geblieben, als jemand an zwei Wochenenden hintereinander Laminat entsorgte. Ganze Laminatplatten hätten im Gleis gelegen. Vor einem Haus in der Straße Staklenberg habe er eine Tasche mit Schnittresten desselben Laminats stehen sehen, aber einen Zusammenhang habe er natürlich nicht beweisen können. „Eine Woche später lagen diese Schnittreste dann ebenfalls im Gleis.“ 

Bis man den oder die Müllsünder auf frischer Tat ertappe, sei nur eine Frage der Zeit, ist sich Arnold sicher. Die Kontrollgänge sollen verdichtet werden, kündigt auch Heinrich an. „Wir denken auch über eine Videoüberwachung nach, dann können sich diejenigen, die hier ihren Müll abladen, auf Schadenersatzforderungen gefasst machen.“ Draisinen-Freifahrt für Hinweise Man appelliere aber auch an die Restvernunft der Verursacher, mit denen man das persönliche Gespräch suche, sagt Heinrich. Es sei ein letzter Versuch für das Thema zu sensibilisieren. 

Dabei bittet man auch um die Mithilfe der Bevölkerung. Für Hinweise beziehungsweise die Vermittlung eines Kontaktes setzt die Schleifkottenbahn eine kleine Belohnung aus: Eine kostenlose Fahrt mit einer der neuen Draisinen für vier Personen. Erreichbar ist Schleifkottenbahn-Geschäftsführer Stefan Heinrich unter 01 73 / 2 63 76 75.

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