Schlechte Aussichten für Neubau

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Das ehemalige „Palm Beach“ ist seit dem Großbrand am 21. Oktober 2007 eine Ruine.

HALVER ▪ Die Brandruine im Herzen der Stadt ist vielen Bürgern ein Dorn im Auge. Und das wird erst einmal auch so bleiben. „Das Thema Neubau ist für mich in weiter Entfernung“, erklärt der Eigentümer Harald Potthoff. Von den Planungen, die er im Oktober 2008 noch präsentierte, hat der Neu-Kiersper mittlerweile wieder Abstand genommen.

Zwei Gründe führt Potthoff an, dass nichts an der Brandruine passiert: Einerseits sei ein Wiederaufbau mit hohen Kosten verbunden, andererseits fehlt dem Eigentümer des am 21. Oktober 2007 abgebrannten Gebäudes die Perspektive. Im geplanten neuen unteren Geschoss sollten zwar ein bis drei Läden Platz finden, doch mit Blick auf die weiteren Leerstände in der Stadt glaubt Potthoff mittlerweile nicht mehr daran, direkt einen potenten Mieter zu finden. „In Halver haben wir so viel Leerstand.“ Die Idee, aus der ehemaligen Diskothek „Palm Beach“ wieder einen Tanzschuppen zu machen, hält der Eigentümer gar für abwegig.

Ebenso gibt er sich skeptisch, was die ursprünglich geplanten sechs Wohnungen, die jeweils eine Wohnfläche von rund 80 Quadratmetern aufweisen sollten, betrifft. „Auch bei Wohnraum stellt sich die Frage der Vermietung.“ Insgesamt 400 Quadratmeter Fläche neu zu schaffen, hält Potthoff daher derzeit für wenig sinnvoll.

Verständnis für die Halveraner, die sich seit Jahren über die Brandruine ärgern, hat der mittlerweile in Kierspe wohnende Eigentümer. Doch: „Man könnte etwas machen und es sähe besser aus, aber ich sehe noch nicht die Perspektive in Halver.“ Außerdem gäbe es auch andere Gebäude und Leerstände, wo ebenso Bedarf an Veränderung bestünde, nicht nur auf seinem Grund.

Ganz verabschieden will sich Potthoff von Neubauplänen aber noch nicht, richtet er den Blick auf eine mögliche Baugemeinschaft, mit der ein Neubau in Angriff genommen werden könnte. „Das wäre noch ein Planungsgedanke, doch den sehe ich noch nicht vor der Verwirklichung.“ Die Pläne, die Potthoff vor knapp zwei Jahren, also vor der Finanzkrise offiziell vorgestellt hat, betrachtet der Eigentümer weiter als „schön und toll“. Doch sei dies eben eine Frage des Geldes. „Ich müsste mich ziemlich aus dem Fenster lehnen.“ Und dieses Risiko will der Familienvater vorerst nicht eingehen. ▪ Marco Fraune

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