„Schattenminister“ zu Gast: Armin Laschet im Haus Waldfrieden

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Im Gespräch mit Bewohnern des Hauses Waldfrieden: Armin Laschet (CDU, Mitte), ehemaliger Familienminister unter Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, war gemeinsam mit Landtagskandidat Oliver Fröhling (rechts) im Haus Waldfrieden zu Gast. ▪

HALVER ▪ Das Haus Waldfrieden scheint ein beliebtes Pflaster für die Politprominenz der CDU zu sein: War es anlässlich der Eröffnung im Jahr 2006 der bisherige Landesfraktionsvorsitzende Karl-Josef Laumann, der sich für das Konzept interessierte, besuchte am Mittwoch ein potenzieller Minister die Einrichtung am Hälversprung: Armin Laschet gehört zum Schattenkabinett des CDU-Spitzenkandidaten Norbert Röttgen und soll dessen Innenminister werden.

Dass der Landespolitiker nicht allzu pünktlich in Halver eintraf, verwunderte kaum – schließlich ist der Zeitplan keine zwei Wochen vor der Landtagswahl mehr als eng. Allerorten unterstützen die Parteigrößen ihre Kandidaten mit Besuchen im jeweiligen Wahlkreis. Und so besichtigte Laschet das Haus Waldfrieden gestern nicht nur mit heimischen CDU-Politikern, sondern eben auch mit Oliver Fröhling, der für die Christdemokraten im heimischen Wahlkreis 123 kandidiert. Ihnen erklärte Gastgeber Bernd Lauermann die besondere Atmosphäre des Hauses Waldfrieden, wobei auch eine kurze Besichtigung des Neubaus nicht fehlen durfte.

Laschet lobte die „traumhafte Lage“ der Einrichtung, aber auch das Konzept, das bekanntlich auf Hausgemeinschaften demenziell erkrankter Menschen setzt. Dass der „Schattenminister“ nicht ohne Grund am Hälversprung zu Gast war, ist seiner möglichen Funktion in einem Kabinett Röttgen geschuldet: Als Innenminister will er sich verstärkt um die Folgen des demographischen Wandels in Nordrhein-Westfalen kümmern. „Es ist eine Idee, dass bei der Finanzierung durch das Land auch der demographische Faktor eingerechnet wird“, erwiderte Armin Laschet auf den Hinweis des Bürgermeisters Dr. Bernd Eicker, dass ländliche Bereiche wie Halver selten im Blickpunkt der Düsseldorfer Politiker stünden. Laschet brachte es auf den Punkt: „Hier gibt es immer weniger Leute, die Infrastruktur bleibt jedoch bestehen und für die muss der Rest dann zahlen.“ Hier wolle die CDU jedoch agieren, denn: „Derzeit hat man die Frage des demographischen Wandels gar nicht auf dem Schirm“, so Armin Laschet. Allein im Haus Waldfrieden zeige sich aber anhand der Faktoren Pflege, Fachkräfte oder auch Verkehrsanbindung, wie wichtig eine Konzentration auf die Problematik in Orten wie Halver sei. „Wir dürfen nicht nur auf die Großstädte blicken, auch die ländlichen Regionen haben einen Anspruch auf Unterstützung.“

Selbst das Thema Kinderbetreuung kam im Rahmen des Besuches gestern auf die Tagesordnung: Waldfrieden-Leiter Bernd Lauermann zieht nämlich die Errichtung eines Betriebskindergartens in Erwägung, um dem Fachkräftemangel mit der Bindung berufstätiger Mütter in Pflegeberufen zu begegnen. Ohne Fördermittel sei dies für einen privaten Investor jedoch kaum realisierbar. Wenn CDU-Landtagskandidat Oliver Fröhling bislang auch keine Zusagen machen konnte, so unterstützte er die Idee Lauermanns doch: „Die Wirtschaft kann es sich im Zuge des Fachkräftemangels einfach nicht mehr leisten, auf die Arbeitskraft der Frauen zu verzichten.“ ▪ zach

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