Bestattungsmöglichkeiten und -preise in Halver

Vom Sarg zur Urne: Was kostet das Sterben in Halver?

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In Oberbrügge liegt der evangelische Friedhof auf einem Hügel um einen Privatfriedhof herum. Roland Pfeiffer, Kirchmeister der Evangelischen Kirchengemeinde – passenderweise auch Landschaftsarchitekt, ist für die Planung dort zuständig.

Halver - Wenn ein Mensch stirbt, stehen die Angehörigen oft vor einem Berg Arbeit. Neben der Trauer muss auf einem Mal eine Beerdigung organisiert werden. Doch die Bestattungskultur hat sich geändert. Was früher die Sargbestattung in einem Wahlgrab war ist heute die Urnenbeisetzung unter einem Baum. Alleine in Halver gibt es auf drei Friedhöfen fast zehn verschiedene Bestattungsarten. Und auch die Preise unterscheiden sich deutlich. 

Die Friedhöfe: 

Der älteste Friedhof Halvers ist der 1870 als Friedhof „Am Höltken“ eröffnete evangelische Friedhof Halver. 1930 folgte der katholische Friedhof Halver in wenigen Metern Entfernung, erst ab den 50er-Jahren gab es offiziell den evangelischen Friedhof in Oberbrügge. Wie Kirchmeister Roland Pfeiffer erzählt, bekam die Gemeinde die Flächen dazu nach der Eröffnung der Kirche im Jahr 1953 von einer Familie geschenkt. Diese betreibt auch heute noch den Privatfriedhof im Zentrum des heutigen Gottesackers. Die Grundgebühren unterscheiden sich zwischen den Friedhöfen stark. So beträgt die Friedhofsunterhaltungsgebühr bei den Halveraner Katholiken 12 Euro im Jahr, auf dem evangelischen Friedhof in Halver sind es 15,50 Euro im Jahr und in Oberbrügge 11,50 Euro. Eine Bestattung im Sarg kostet auf dem katholischen Friedhof 540 Euro, auf dem evangelischen Friedhof in Halver 697 Euro und in Oberbrügge 921 Euro. Wer die Urnen-Variante wählt zahlt 270, 358 oder 552 Euro. Für verstorbene Kinder unter fünf Jahren werden Ausnahmen gemacht und die Gebühren der Erdbestattung erheblich gesenkt.

Reihengräber: 

Bei Reihengräbern kann weder die Lage des Grabes gewählt noch eine zweite Person beigesetzt werden. Dafür sind sie deutlich günstiger als Wahlgräber und auf dem katholischen Friedhof schon ab 400 Euro, auf dem evangelischen Friedhof Halver ab 1033 Euro und in Oberbrügge ab 800 Euro zu haben.

Wahlgräber: 

Wer sich einen Platz auf dem Friedhof aussuchen oder neben einer anderen Person beigesetzt werden möchte, kann sich auf allen drei Friedhöfen für ein Wahlgrab entscheiden. Je nach Kirchengemeinde ist dort die Belegung mit Särgen und Urnen möglich. In einem Doppelwahlgrab können in Oberbrügge zum Beispiel zwei Särge, ein Sarg und bis zu zwei Urnen oder vier Urnen beigesetzt werden. „Die Mehrheit der Gräber sind Wahlgräber“, sagt Roland Pfeiffer, Kirchmeister der Evangelischen Kirchengemeinde Oberbrügge. Dort kostet ein einzelnes Wahlgrab 1117 Euro, auf dem evangelischen Friedhof in Halver 688 Euro und auf dem katholischen Friedhof 600 Euro. Auf dem evangelischen Friedhof in Halver können zudem Wahlgräber für zwei Särge oder eine Urne erworben werden, die dann durch die Gemeinde unterhalten werden. Die Kosten liegen dann allerdings auch bei 4165 oder 2018 Euro.

Urnengräber: 

Die Beisetzung in Urnen hat sich laut Roland Pfeiffer erst in den vergangenen Jahrzehnten durchgesetzt. Obwohl sie laut Pfeiffer mittlerweile 70 bis 80 Prozent der Bestattungen ausmachen, besitzen Urnen auch auf den Halveraner Friedhöfen noch immer eine Sonderstellung und können unter anderem nicht überall in einem günstigen Reihengrab beigesetzt werden. Lediglich auf dem katholischen Friedhof in Halver ist das für 260 Euro möglich. Urnenwahlgräber hingegen gibt es auf allen drei Friedhöfen. Auf dem katholischen Friedhof kostet das 330 Euro, auf dem evangelischen Friedhof in Halver 688 Euro und in Oberbrügge 790 Euro.

Seit diesem Jahr gibt es die Möglichkeit, sich in einer Urne unter einer Hainbuche beisetzen zu lassen.

Reihengemeinschaftsgrabstätten: 

Reihengemeinschaftsgrabstätten gibt es ebenfalls auf allen drei Friedhöfen. In Oberbrügge ist das ein Rasenfeld, auf dem mit Steinplatten gekennzeichnet Särge (1835 Euro) und Urnen (1073 Euro) untergebracht werden können. Auch auf dem evangelischen Friedhof in Halver gibt es ein solches Feld, das für Särge 2204 Euro und für Urnen 1395 Euro kostet. Auf dem katholischen Friedhof liegen die Preise für Erdbestattungen bei 1820 und für Urnenbeisetzungen bei 910 Euro. Das Besondere bei dieser Möglichkeit ist, dass jeweils die Unterhaltung durch die Friedhofsträgerin im Preis mit inbegriffen ist. Dafür dürfen auf der Fläche selbst keine Gestecke, Blumen oder Kerzen abgelegt werden.

Baumhain: 

In Oberbrügge gibt es seit Anfang des Jahres einen Baumhain. Unter jeder der speziell gezüchteten Hainbuchen können bis zu 16 Urnen in acht Edelstahlröhren beigesetzt werden. Von den zwölf bisher vorhandenen Röhren sind zwei besetzt und sechs reserviert. „Dadurch bleiben für die Angehörigen im Todesfall nur die Bestattungskosten“, erklärt Pfeiffer die Vorteile der Reservierung. Das Nutzungsrecht inklusive des Messingplättchens, in das die Daten des Verstorbenen eingraviert werden, und der Pflege des Baumhains kostet 2425 Euro, dafür sind die Grundgebühren der Bestattung 212 Euro günstiger als die einer regulären Urnenbeisetzung. Blumen und Grabschmuck dürfen auf einer Steinfläche abgelegt werden.

Geplante Grabarten: 

In diesem oder im kommenden Jahr sollen auf dem katholischen Friedhof von der Gemeinde gepflegte Urnenfelder angelegt werden. In einem Feld sollen vier bis acht Urnen Platz haben, die mit einheitlichen Grabsteinen gekennzeichnet werden, wie Marina Wegerhoff sagt. „Viele Menschen haben Probleme mit der Grasfläche, wollen oder können sich aber keine Pflege leisten“, weiß sie. Die geplanten Urnenfelder seien für diese Menschen eine Alternative. Wenn die neue Bestattungsart mit in die Satzung aufgenommen wird, sollen laut Wegerhoff auch zum ersten Mal seit zwölf Jahren die Gebühren angepasst werden. Bisher ist der katholische Friedhof Halver mit Abstand der günstigste.

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