Spendenstand für Nicolai-Sanierung bei mehr als 192.000 Euro

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Blick auf Altar und Orgel. Bis auf Restarbeiten ist die Sanierung abgeschlossen.

Halver - „Wir sind dankbar – und überrascht.“ 192 005,42 Euro sind es genau, die Bürger der Stadt Halver bisher für die Rettung der evangelischen Nicolai-Kirche beigetragen haben.

„Ab jetzt wird rückwärts gerechnet“, sagt Heike Esken, Vorsitzende des Presbyteriums, die am Sonntag in der Gemeindeversammlung den Stand der Sanierung und Finanzierung bekanntgeben konnte.

In baulicher Hinsicht ist bis auf kleinere Restarbeiten alles abgeschlossen. Finanziell ist man noch nicht am Ziel, doch auf einem guten Weg, erklärt Heike Esken. Am Ende soll eine Null stehen, das ist nach wie vor die Absicht. Bis dahin muss die Gemeinde noch 136.117,58 an Spenden beschaffen. Dieses Defizit ist abgedeckt durch ein Darlehen, das die Gemeinde abtragen muss.

Ein Jahr Bauzeit hat es gekostet. Das gesamte Jahr 2014 konnte die Kirche ihr Gotteshaus nicht nutzen nach dem Schreck in der Weihnachtszeit 2013. Vier Tage vor dem Fest wurde die Kirche geschlossen wegen akuter Einsturzgefahr. Die Fußpfetten, auf denen das Dach aufliegt , waren „nahezu aufgelöst“, erinnert sich die Presbyteriumsvorsitzende, die dieses Amt erst 2012 übernommen hatte. Was folgte, war eine Welle der Hilfsbereitschaft, die durch ganz Halver rollte.

„Weihnachten haben wir bei der Freien evangelischen Gemeinde und in der Aula des Anne-Frank-Gymnasiums gefeiert, Konfirmation in der katholischen Kirche“, sagt Heike Esken im Rückblick. Dazu kam die Bereitschaft, der Gemeinde zu helfen und das Herzstück der Stadt zu retten.

Seit 1783 prägt die Nicolai-Kirche das Ortsbild. „Halver ohne Nicolai-Kirche – einfach unvorstellbar“, so war der Name der Spendenkampagne mit vielen kleinen Beiträgen und einigen sehr großen. Nicht jeder wollte öffentlich genannt werden. Ein Mäzen steckte insgesamt 22.000 Euro in zwei Tranchen in das Projekt. „Es war nicht nur Geld der Gemeindeglieder. Es kam aus der ganzen Stadt“, so Heike Esken, die nie am Projekt verzweifelt ist.

„Es gibt ein gewisses Vertrauen aus dem christlichen Glauben heraus. Diese Erfahrung habe ich immer wieder gemacht.“ Trotzdem ging es für die Gemeinde an die Substanz. mehr als 330.000 Euro kratzte man an Eigenmitteln zusammen. Die Rücklagen, die die Gemeinde für die Absicherung ihrer Einrichtungen, darunter zwei Kitas, braucht, sind weitgehend aufgezehrt.

Immerhin: Das ursprünglich angenommene Szenario wäre noch fast 200.000 Euro teurer geworden. In der Endabrechnung sind es nun 660.534 Euro, die die Rettung der denkmalgeschützen Kirche gekostet hat.

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