Runde um den Block

Kultur-Event erneut in der Diskussion - Rat entscheidet sich für Kompromiss

Kunst und Kultur Corona Halver
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Auf der Suche nach einem Kompromiss sind die Mitglieder im

Ob die Kulturveranstaltung „Runde um den Block“ in Halver stattfinden wird, bleibt weiterhin unklar. Mit Beschlusslage des Rats wird diese nur durchgeführt, wenn die Kosten reduziert werden. Ob das aber die Agentur mitträgt, wird sich zeigen.

Halver – Bereits im Hauptausschuss sorgte die Kostensteigerung der Veranstaltung um rund 20 000 Euro für Diskussionen. Bei der ersten Schätzung, die dem Fachausschuss vorgelegt wurde, ging es um rund 50 000 Euro. Diese Summe konnte aufgrund technischer Notwendigkeiten an einem geplanten Spielort nicht gehalten werden und ist auf circa 70 000 Euro gestiegen. Hinzu kämen noch Steuern, GEMA-Gebühren und weitere Beträge, die eine Gesamtsumme von rund 90 000 Euro ergeben würden. Einen Beschluss gab es nicht, stattdessen berieten sich die Fraktionen noch einmal intern. Im Rat am Montag ging es in Runde zwei und damit in eine längere Diskussion.

SPD und FDP sprachen sich weiterhin für das Event im September aus, die Grünen und die UWG ebenfalls, sofern es eine Deckelung der Kosten gibt. Wie Marvin Schüle, Fraktionsvorsitzender der CDU, sagte, ist seine Fraktion „weiter gegen die Veranstaltung“. Kultur sei wünschenwert und wichtig, aber nicht prioritär. „Wir können uns das vorstellen, wenn die Lage im Haushalt besser ist.“ Matthias Lauermann (CDU) ergänzte, man könne in Bezug auf ökonomische Nachhaltigkeit nicht an einem Wochenende so eine hohe Summe „verpulvern“. Und Andreas Hesse (CDU) rechnete vor, dass die Stadt 100 Euro pro Person – bei maximal 600 möglichen Besuchern – ausgeben würde. Mit der Summe werde „eine winzig kleine Minderheit der Stadt gesponsert“. Er ist nach wie vor der Meinung: „Mit dem Geld könnten wir Belüftungsanlagen für zwei Klassen kaufen.“

20.000 Euro sind „keine Peanuts“

UWG-Fraktionsvorsitzender Werner Lemmert übte Kritik an der Kostensteigerung von 20 000 Euro, die „keine Peanuts“ seien. Er machte den Vorschlag, die Kosten zu senken, indem man beispielsweise weniger Stationen anbietet, und bekam diesbezüglich von Jana Schrage (Die Grünen) Unterstützung. Auch sie strebte einen Kompromiss an, damit man auf den Status zurückkäme, über den der Fachausschuss einstimmig entschieden hatte. Die derzeitigen Kosten bereiten auch Sabine Wallmann (UWG) Bauchschmerzen, auch wenn die Veranstaltung toll sei.

Ein wenig Bauchschmerzen habe auch Thomas Gehring, Fachbereichsleiter Bürgerdienste: „Natürlich ist das viel Geld“, sagte er. Die Umrechnung auf Personen fand er zweifelhaft und unfair. So müsse man im selben Zusammenhang erwähnen, dass man pro Karte auch als Stadt profitiert. Die Veranstaltung werde Stadt und Gastronomie beleben sowie Menschen aus anderen Städten nach Halver locken. Aus der einmaligen Veranstaltung könnte etwas Regelmäßiges werden. Eine nachhaltige Belebung der Gastronomie wiederum zweifelten Martina Hesse und Hugo Kerspe (beide CDU) an. Hesse appellierte, Geld sinnvoll auszugeben. Die Veranstaltung sei „nice to have“, aber in der jetzigen Zeit „kein Must-have“ . Ein Aufrechnen der Kosten sei das nicht, sondern ein „verantwortungsvoller Umgang“.

„Anders als die CDU“, sah die FDP-Fraktion in der Veranstaltung einen deutlichen Mehrwert, wie Fraktionsvorsitzender Sascha Gerhardt sagte. Auch die SPD-Fraktion sprach sich für das Event aus und bat um eine Unterbrechung, als Bürgermeister Michael Brosch in Begriff war, den Beschlussvorzuschlag vorzulesen. „Es wäre sehr schade, wenn die Veranstaltung auf diese Art und Weise nicht stattfinden kann, ich finde, wir sollten uns noch mal Gedanken dazu machen“, sagte Martin Kastner (SPD). Eine Einigung gab es jedoch in der Pause nicht.

Thomas Gehring wurde erneut gebeten, die Kostensteigerung zu erklären, wenn nötig mit Ausschluss der Öffentlichkeit. Rein formal hatte Sitzungsleiter Michael Brosch damit ein Problem. Ändern würden Details, die noch nicht verraten werden sollen, an der Situation ohnehin nichts, war Gehring sicher. Matthias Clever, der als Geschäftsführer des Stadtmarketingvereins bei der Begehung mit der Agentur vor rund einem Jahr in Halver dabei war, nannte es „persönliches Pech“ der Agentur, die bei der Begehung bereits daraufhingewiesen worden sei, dass eine Stelle kritisch sei und bauliche Maßnahmen nötig werden könnten. So gerne er die Veranstaltung hätte: „Nur mit einem Deckel.“

Die Mehrheit ist für einen Kompromiss

Den Vorschlag der Verwaltung lehnten die Ratsmitglieder mehrheitlich ab, bei vier Enthaltungen. Dafür entschied man sich mehrheitlich (bei neun Gegenstimmen sowie zwei Enthaltungen) für einen Kompromiss, der seitens der Grünen-Fraktion als Antrag vorgelegt wurde: „Der Rat beschließt die Durchführung und die Deckelung der Nettokosten auf 50 000 Euro.“ Brutto stehen jetzt 70 000 Euro zur Verfügung, Sponsorengelder und öffentliche Fördermittel in Höhe von derzeit 24 500 Euro ebenfalls, ein Förderantrag wurde gestellt, und um mehr Sponsoren kümmert man sich. Auf Vorschlag von UWG-Ratsmitglied Kristian Hamm soll es zudem ein Ticket geben, dass über Sponsoren finanziert wird, und allen Menschen eine Teilhabe an der Veranstaltung ermöglicht.

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