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Rund 80 Flüchtlinge aus der Ukraine in Halver: Vernetzung ist nächster Schritt

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Von: Sarah Lorencic

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Ukraine Flüchtlinge
Immer mehr Flüchtlinge aus der Ukraine kommen an. © Sven Hoppe

Aus den Zahlen sollen Menschen werden und persönliche Kontakte entstehen. Das ist der Plan der Stadt Halver mit den Flüchtlingen aus der Ukraine.

Halver – Rund 80 Flüchtlinge, alle privat angereist, sind derzeit in Halver, wie Bürgerdienstleiter Thomas Gehring auf Anfrage sagt. Jetzt will die Stadt alle willkommen heißen.

Kommende Woche Donnerstag, 7. April, wird es dafür eine öffentliche Veranstaltung im Bürgerzentrum (BZ) – bei vielen Teilnehmern im Foyer der ehemaligen Ganztagsschule – um 11 Uhr geben, die der Vernetzung dienen soll. Denn bisher sind viele Flüchtlinge aus der Ukraine privat untergekommen und der Kontakt besteht noch nicht zu vielen. Das soll sich ändern, wie Bürgermeister Michael Brosch bestätigt. An der Veranstaltung werden auch Sportvereine teilnehmen, die mit ihrem Angebot einen Zugang für Jung und Alt bieten wollen. Sport, „das ist eine ganz niederschwellige Art der Integration“, kommentiert Brosch.

Viele Helfer sind im Einsatz

Das Vernetzungstreffen freut auch die Flüchtlingshilfe, wie die zweite Vorsitzende Heidi Diebschlag sagt. „Wir haben noch nicht viel mit Menschen zu tun.“ Außer mit denen, die helfen wollen. In den vergangenen Wochen und auf einem Vereinstreffen konnten die Ehrenamtler noch mehr Helfer für ihre Arbeit gewinnen. Einige von ihnen werden Paten für einzelne Familien aus der Ukraine. Denn es geht darum, direkt und pragmatisch zu helfen, erklärt Diebschlag. Es geht darum, zu fragen, was eine Familie braucht, und dann direkt zu reagieren.

Das Lager mit Spenden am Bürgerzentrum wird immer voller und die Helfer sortieren. Das ist zur Zeit die Hauptaufgabe, aber auch sehr wichtig, sagt die Vorsitzende. So könne man dann, wenn Hilfen gebraucht werden, schnell reagieren. Der Zeitpunkt ist daher kommende Woche genau richtig. Denn man solle „nichts übers Bein brechen“, auch Sprachkurse nicht. Erst einmal sollte man Ruhe einkehren lassen und dann genau überlegen, wie man vorgeht. Das sei auch im Sinne der Flüchtlinge, die zum Großteil erstmal ankommen wollen.

Überwiegend Frauen und Kinder

Auch in den vergangenen Tagen sind einige Flüchtlinge neu angereist, sagt Thomas Gehring. Für eine Unterbringung sorgen meistens noch die Bekannten der Ukrainer. Bisher wurden insgesamt drei Familien von der Stadt untergebracht, und für zwei weitere Familien – eine fünf- und eine siebenköpfige – wird derzeit etwas hergerichtet. Nach wie vor sind es überwiegend Frauen mit Kindern, die in Halver ankommen. Zurück greift die Stadt bisher auf die Wohnungsangebote von Privatpersonen.

Spenden - was wo hingehört

Wer Sachspenden abgeben möchte, kann das im Bürgerzentrum an der Mühlenstraße von montags bis freitags (9 bis 11 und 14 bis 16 Uhr) tun. Es wird um Anruf unter 0 15 73 / 5 64 23 68 gebeten. Auch Wohnungsangebote werden über das BZ koordiniert. Kleidung kann in der Kleiderkammer abgegeben werden. Die Flüchtlingshilfe ist per E-Mail an Kontakt@fluechtlingshilfe-halver.de erreichbar.

Als offizielle Zuweisung waren eigentlich für diese Woche fünf Personen angekündigt worden – doch der Vorgang wurde storniert. Stattdessen sind jetzt für kommende Woche vier Personen angekündigt. Das wären dann die ersten Flüchtlinge aus der Ukraine, die nicht privat in Halver ankommen. Passend dazu sollen Ende kommender Woche die Wohnungen neben dem Co-Work fertiggestellt werden. Aus dem Co-Working selbst soll dann ein „Co-Working mit Begegnung“ werden, erklärt Gehring.

Stadt benötigt Unterstützung

Unterstützung braucht die Stadt nach wie vor und freut sich über Wohnungsangebote und Sachspenden, die im BZ koordiniert werden. „Jeden Tag kommen Kartons“, sagt Claudia Wrede. Die Leiterin des Bürgerzentrums ist begeistert von der Hilfsbereitschaft in Halver. „Es ist so wertvoll, in so einer Stadt zu leben“, sagt sie. Sie organisiert die Versammlung in der kommenden Woche mit und nimmt das „Begegnungszentrum“ einmal mehr wörtlich.

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