Rettung für den Werkhof Halver

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Halver - Im Werkhof geht es weiter. Nach zwei entscheidenden Terminen am Dienstag und Mittwoch ist eine kurzfristige Lösung in Sicht, die Deckungslücke zu schließen, die den Bestand des Sozialkaufhauses bedrohte.

Möglich wird die Rettung durch die Zusage des Jobcenters MK, in Halver wieder sogenannte AGHs zu platzieren. Diese geförderten Arbeitsgelegenheiten nach dem Sozialgesetzbuch II waren im Februar vergangenen Jahres eingestellt worden und hatten den Werkhof mit dem Wegfall in eine finanzielle Schieflage gebracht. Zum Teil hatte der Ausfall kompensiert werden können mit Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen durch die Stadt, das aber in abnehmendem Maße. 

Strukturen werden geändert 

Beides soll nun wieder möglich werden, so das Ergebnis eines Gesprächs zwischen Stadt Halver, Jobcenter und Geschäftsleitung. Zweites entscheidendes Gremium war der Aufsichtsrat des Werkhofs, der am Mittwochabend in Hagen zusammentrat und die vorgeschlagene Lösung billigte. „Es ist alles gut gegangen. Wir haben eine super Lösung“, sagt Geschäftsführer Ralph Osthoff im Gespräch mit dem Allgemeinen Anzeiger. 

Im Gegenzug zur Wiederaufnahme der Förderung wird sich der Werkhof strukturell anders aufstellen müssen. Bedingung für die AGHs ist die klarere Trennung zwischen dem gemeinnützigen Bereich, in dem die Ein-Euro-Jobber tätig sein können, und dem wirtschaftlich orientierten Teil des Betriebes. Bereits seit der Gründung des Sozialkaufhauses war dies immer wieder das Damoklesschwert gewesen, das den Fortbestand bedroht hatte. Zehn bis zwölf dieser AGHs stehen nun wieder in Aussicht. Etwa ab Ende März, schätzt Osthoff, könnte die neue Regelung greifen. 

Der Geschäftsführer trat damit auch Gerüchten entgegen, die in Halver kursieren, dass bereits Kündigungen zum 1. Mai ausgesprochen und auch die Räumlichkeiten gekündigt seien. Eine ausführliche Darstellung der Lage wird Osthoff dem Rat in seiner nächsten Sitzung im März im nichtöffentlichen Teil geben. Für die Kunden werde sich nichts merklich ändern, kündigt Osthoff darüber hinaus an. Man werde das Angebot auf dem Niveau der vergangenen Jahre halten können. Unverändert sei jeder an der Frankfurter Straße willkommen. Die Änderungen beträfen interne Abläufe und Arbeitsaufteilungen. 

28 Arbeitsplätze gerettet 

Für die Lösung hatten sich Osthoff zufolge alle Beteiligten stark gemacht, darunter Bürgermeister Michael Brosch und insbesondere das Jobcenter. Dort habe man auch Probleme gesehen, unter anderem die zurzeit zwölf Mitarbeiter unterzubringen, die sich im Werkhof in dauerhaften Fördermaßnahmen befinden und mit vorhandenen Vermittlungshemmnissen kaum Chancen gehabt hätten, ohne Weiteres Fuß auf dem ersten Arbeitsmarkt zu fassen. Insgesamt geht es um 28 Beschäftigte, die in Voll- und Teilzeit den Betrieb des Sozialkaufhauses sicherstellen. Auch die öffentliche Unterstützung durch die Halveraner Bürgerschaft habe seiner Einschätzung nach dazu beigetragen, zu diesem Ergebnis zu kommen. 

Ungeachtet der nun gefundenen Lösung bleibt die dauerhafte Standortfrage offen. Interessent für das Gelände ist der Discounter Lidl, der sich gerne wieder in der Stadt ansiedeln und dann seinen Standort an der Hagener Straße aufgeben würde. Wie das Unternehmen mit der neuen Situation umgeht, ist offen. Für eine Stellungnahme war Lidl gestern nicht zu erreichen.

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