Reisewarnungen & Co.

Reisebüro Kattwinkel:Ist Urlaub in den Herbstferien möglich?

Susanne Doßmann vom Reisebüro Kattwinkel in Halver sitzt an ihrem Schreibtisch.
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Die Hoffnung bleibt: Susanne Doßmann vom Reisebüro Kattwinkel sagt klar: „Die Lage ist bescheiden, um es nett zu formulieren.“ Aber sie ist ein positiv denkender Mensch und weiß, es wird auch wieder bergauf gehen.

Ein Besuch im Reisebüro Kattwinkel an der Bahnhofstraße ist ein Blick in die harte Realität zu Corona-Zeiten für das Unternehmen. Der Besuch ist aber auch ein Blick in optimistische Gesichter, die sich schon auf eine Zeit nach Corona freuen. Und das sogar angesichts der bevorstehenden Herbstferien, in denen die Buchungslisten weiter leer bleiben. Aber: Was ist möglich?

Im Reisebüro Kattwinkel an der Bahnhofstraße sind die Stühle meist frei. „Die Lage ist bescheiden, um es nett zu formulieren“, sagt Susanne Doßmann, die Leiterin des Reisebüros. Seit dem 19. März sind die insgesamt vier Mitarbeiterinnen in Kurzarbeit. „Ein Ende ist nicht abzusehen“, sagt Susanne Doßmann. Anfang des Jahres hatten die Mitarbeiterinnen noch auf einen guten Sommer gehofft. Aber er blieb aus. Lediglich wenige Reisen nach Griechenland und Mallorca wurden verkauft. Kreuzfahrten gleich null. Reisen innerhalb Deutschlands, beispielsweise an die Ostsee, wurden nur vereinzelt gebucht. Dafür wird meist kein Reisebüro aufgesucht. Jetzt stehen die Herbstferien an. Aber auch hier sind die Buchungslisten so gut wie leer.

Es ist nicht so, dass die Mitarbeiterinnen das Reiseverhalten nicht verstehen können. Auch sie reisen nicht mehr so wie sie es sonst getan hätten. Wegen des Risikos, und der Umstände, aber auch weil sie sich im Falle eines Falles keine zwei Wochen Quarantäne leisten könnten. Bei vielen Kunden, die Kurzarbeit haben, kann Susanne Doßmann auch verstehen, dass sie für eine Reise momentan kein Geld haben oder ausgeben möchten.

Kunden buchen nur noch kurzfristig

Die Kunden haben sich verändert, sagt Doßmann. Die wenigsten planen langfristig. „Das Buchungsverhalten ist sehr, sehr kurzfristig.“ Anders geht es den Mitarbeiterinnen auch nicht. Das Erste, was sie morgens prüfen, sind die neuen Risikogebiete und Reisewarnungen. Das gilt mittlerweile nicht mehr nur für Auslandreisen, sondern auch für solche innerhalb Deutschlands.

 Wir sind weiterhin da.

Maja Gering Mitarbeiterin im Reisebüro Kattwinkel

Wo man noch hin kann, sei Griechenland, Portugal und auch Spanien, sagt Doßmann. Die Beraterinnen empfehlen nur Reisen, die noch machbar sind, klären aber auch über die Bedingungen auf. Wer nach Griechenland will, bekommt in der Nacht vor Abflug einen QR-Code zugeschickt, und nur mit diesem kommt man ins Flugzeug. Wer in Risikogebiete fliegt, muss sich darauf einstellen, in Quarantäne zu müssen oder einen negativen Test aus dem Urlaub mitzubringen. Die Reiseveranstalter hätten, um den Urlaubern die Umstände zu erleichtern, in Hotels Coronatest-Stationen eingerichtet. „Aber wer hat da Lust drauf?“, meint Susanne Doßmann. Urlaub, sagt sie, bedeutet für die Menschen Entspannung, Freiheit, dem Alltag entfliehen, den Akku wieder aufladen. Einfach mal raus.

Sand von Stränden aus der ganzen Welt, den Kunden mitgebracht haben. Momentan kommt kein Glas hinzu, aber die Mitbringsel erinnern an die Zeit vor Corona.

Wie soll es weitergehen? Vom Staat gibt es Überbrückungshilfen, sagt Doßmann. Und sie ist sicher, Kattwinkel steht diese Zeit durch. In Halver sei ein falsches Bild durch die Schließung der Busreisen von Kattwinkel entstanden. „Wir sind weiterhin da“, sagt Maja Gering. Auch in diesen Zeiten freuen sich die Mitarbeiterinnen, den Kunden helfen zu können. Es seien zwar hauptsächlich Umbuchungen, Stornierungen und Erstattungen, um die sich die Frauen kümmern.

Mitarbeiterinnen helfen gerne

Aber auf diese Weise verlieren sie den Kontakt nicht und zeigen einmal mehr, welche Vorteile es hat, in einem Reisebüro zu buchen, in dem man sich immer auf persönliche Beratungen verlassen kann. Und sie sind sicher: Es kommen wieder andere Zeiten. „Ich bin ein positiv denkender Mensch“, sagt die Büroleiterin. Einen Masterplan für die Zeit nach Corona brauche es nicht einmal. „Die Menschen wollen ja reisen.“ Bestimmt wird es, wenn sich alles wieder normalisiert hat, „ein paar Schnapper“ geben, sagt Doßmann und lacht. Auf den Tag, an dem das Reisebüro wieder voll ist, so voll, „dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht“, freuen sich die Mitarbeiterinnen.

Wohin kann man reisen & was ist zu beachten?

Chance auf Urlaub besteht in Griechenland, Malta, Italien und Portugal. Die meisten anderen Länder sind zu Risikogebieten erklärt worden. Genaue Informationen haben auch die Reisebüros. Wer aus einem Risikogebiet nach Deutschland einreist, muss einen negativen Corona-Test vorlegen oder sich direkt nach Ankunft zwei Wochen lang in häuslicher Quarantäne bleiben. Zudem muss man sich sofort beim zuständigen Gesundheitsamt melden. Das Corona-Testergebnis darf höchstens 48 Stunden alt sein. Wer Urlaub in Deutschland machen möchte, muss die Regeln im jeweiligen Bundesland beachten. Insbesondere wenn man aus einer Region kommt, in der sich besonders viele Menschen neuinfiziert haben. In einigen Bundesländern gibt es Übernachtungsverbote, wenn man aus einer Region kommt, wo es besonders viele Neuinfektionen gab.

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