Reif für‘s Abi – und reif für die Bühne

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Anmutig und schwungvoll: Nicht nur Schwarz-Weiß kann „Splendid“, auch mit Charleston und anderen Tänzen wurde die Bühne der Realschulaula zum Beben gebracht. ▪

HALVER ▪ Es war ihr Tag, ihr Abend, ihr – „bunter Abend“. Ein altbackener Begriff, der nicht so recht zu dem zu passen scheint, was von den diesjährigen Abiturienten am Freitagabend in der voll besetzten Aula der Realschule geboten wurde, es aber wiederum doch trifft: Unterhaltung fast jeden Genres, von leicht bis anspruchsvoll, von Film, Sketch und Lyrik bis Tanz, Gesang und Musik. Eben sehr bunt, und es machte mehr als zwei Stunden lang einfach Spaß, dabei zu sein – auch wenn es an Anglizismen wahrhaft nicht fehlte.

Die erfolgreiche Premiere vor fünf Monaten und die frisch vernommene frohe Botschaft, dass ausnahmslos alle die Zulassung zum Abitur bekommen haben, schien die Akteure zu beflügeln, die wenigen Gäste aus jüngeren Jahrgängen anzustecken. Locker und lebendig, kleine Hänger elegant überspielend, wurde das Programm – um einiges geändert und ergänzt – abgespult. Zweigleisig auf der Zielgeraden gebüffelt, zeigten die „13er“ eine Reife nicht nur fürs Abi, sondern auch für die Bühne.

Als coole Moderatoren bewährten sich Marie Berbecker, Ann-Katrin Falkenroth-Steinbach, Philipp Rudolfi und Kevin Esken. Mit „Hit the Road Jack“ eröffneten „der Lange und der Türke + Mädels“ das Geschehen auf der Bühne – und schon sprang der Funke über.

Premiere hatten bei der zweiten Auflage die tanzenden „Schnitzel“ sowie Mats Schulte (Gitarre) und Timo Gajewski (Gesang) mit einem Beitrag, der auch bei DSDS gute Chancen auf Erfolg gehabt hätte. Ebenso Pia Kramer (Querflöte), die als Mitglied des Märkischen Jugend-Symphonieorchesters den klassischen Part übernahm und mit zwei Stücken aus „Pirates of the caribbean“ ungemein begeisterte, sowie Jan Weber, noch in der „12“, der eigene Gedichte las und von dem „Vielleicht“, sogar bestimmt noch zu hören und zu lesen sein wird. Auch Werbung für ein ultimatives PC-Kultspiel in „2 D-Grafik“ und ein Trailer zum Abifilm „10.248“ waren neu im Programm. Die Verballhornung unerlässlicher Games und die Vorschau auf ein filmisches Werk mit Special Effects, das beim Abiball im Lüdenscheider Kulturhaus gezeigt werden soll, trafen voll den Nerv des Publikums.

Ein Wiedersehen gab‘s mit der Pop- und Rockband „Usual Suspects“ aus Lüdenscheid. Sängerin Mali Schilling zeigte, dass sie Balladen besonders gut kann. Ob die Tanzgruppe „Splendid“, „Airband“ oder die singenden Boys – alle waren gut, gaben ihr Bestes und gefielen. Auch Cleo, Anne und Alina aus der 6 c, die besonders die Auktion toll fanden, die Versteigerung der Schüler als Dienstleister fürs Unkraut-Jäten, Chauffieren oder Brötchenholen und die „ganz schön mutigen Jungs, die sich trauen zu singen“.

Nicht nur das kleine Büfett war während der Pause dicht umdrängt, auch die Tombola-Lose (garantiert Nieten-frei) fanden reißenden Absatz. Die drei gespendeten Hauptpreise – zwei Reisen und ein Auto-Reparaturgutschein – wurden auf der Bühne übergeben

Jahrgangsstufenleiterin Veronika Grannemann zeigte sich stark beeindruckt von den vielen unterschiedlichen Talenten, die da zutage traten, auch von Kendra Knitter, die für die gesamte Organisation zuständig war. „Eine sehr beeindruckende Vorstellung mit einer großen Vielfalt, einem Superprogramm und professioneller Leistung.“ Insgesamt sei der Abend „ein toller Abschluss dieses Tages“, der auch der letzte offizielle Schultag vor den Prüfungen und Klausuren war, für die die Pädagogin ihren Schülern die Daumen drückte.

Nach dem grandiosen Finale „mit Sahne“ à la Udo Jürgens gaben die charmanten Boys noch den Rosenkavalier – eine auch an die Stufenleiterin, die ganz hin und weg war. Für Hausmeister „Michi“ waren noch „eine Umarmung vom Türken“, ein Kniefall und ein toll geschmettertes „Merci, dass es Dich gibt“ als Anerkennung drin. ▪ Yvonne Pfannschmidt

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