Förderung von Kleinprojekten

Kleine Projekte: Leader-Förderung trotz Corona

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In den Jahren 2020 bis 2023 haben Kommunen, Vereine und Privatpersonen in den Leader-Regionen in NRW die Chance, zusätzliche Fördergelder in Höhe von jährlich insgesamt 200 000 Euro für kleinere Vorhaben in der Region zu bekommen.

Volmetal - Das öffentliche Leben ist aufgrund der Corona-Pandemie derzeit größtenteils lahmgelegt. Doch hinter den Kulissen wird an einigen Stellen weiter an wichtigen Stellschrauben gedreht.

So etwa auch beim Regionalmanagement Oben an der Volme. Im Gespräch mit Redakteur Martin Meyer zeigt Regionalmanagerin Susanne Neumann auf, was dort gerade in Sachen Kleinprojekte im Rahmen der Leader-Förderung passiert. 

Frau Neumann, kann beim Regionalmanagement unter den aktuellen Umständen in der Corona-Krise überhaupt gearbeitet werden und wie geht es jetzt mit den Förderprojekten weiter? 

Die Arbeit des Regionalmanagements geht weiter. Wir arbeiten im Homeoffice und nutzen Telefon und Videokonferenztools zur Absprache mit Akteuren. Laufende Projektbegleitungen sind von den aktuellen Entwicklungen weniger beeinflusst. Schwieriger gestaltet sich die Vorbereitung neuer Maßnahmen, da zum Teil die Freigabe der Fördermittel noch nicht feststeht. Wir hoffen hier auf baldige, zielführende Informationen durch das Ministerium. 

29 Projektideen eingereicht

Mitte März fand sich zum letzten Mal vor dem Ausbruch der Krise eine Sitzung der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Oben an der Volme, das Steuerelement des Vereins zur Regionalentwicklung in allen beteiligten Kommunen, statt. Welche Erkenntnisse konnten bei dem Treffen erzielt werden? Wie viele Vorschläge für kleine Projekte wurden eingereicht? 

Insgesamt wurden 29 Projektideen an das Regionalmanagement herangetragen. Von diesen waren vier nicht förderfähig, fünf wurden zudem nach einer Erstberatung doch nicht eingereicht oder nach Ende der Einreichungsfrist wieder zurückgezogen. Insgesamt gab es für die Sondersitzung der LAG zu den Kleinprojekten 20 zu bewertende Projekte mit einem Fördervolumen von insgesamt 238 762,41 Euro. Damit war der Fördertopf der Kleinprojekte bei der Annahme, dass 200 000 Euro zur Verfügung stehen würden, überzeichnet. 

Nicht alle Projekte können gefördert werden

Wie wird nun weiter verfahren, welche Auswahlkriterien sind nun entscheidend, wer trifft die Zusage für die Förderung, fallen Ideen am Ende vielleicht sogar vom Tisch? 

Natürlich können nicht mehr Projekte gefördert werden, als Fördermittel zur Verfügung stehen. Die Überzeichnung macht ein Ranking der Projekte erforderlich. Als Basis dienen hierfür in erster Linie die transparenten Auswahlkriterien, die auch bereits mit dem Aufruf zur Einreichung von Projekten auf unserer Homepage eingestellt waren. Auch hier warten wir auf eine Auskunft zur Bereitstellung der beantragten Fördermittel. Wir werden aber mit jedem Projektträger, der nicht zum Zuge kommen kann, in Kontakt treten und überlegen, ob eine alternative Finanzierung helfen könnte. 

Bewerben konnten sich bis zum 14. Februar unter anderem Vereine, Privatpersonen oder die Kommunen. Aus welchen Bereichen kamen die Bewerbungen, welche Vorschläge beinhalten sie? 

Die Projekte kamen sowohl von Kommunen wie auch von Vereinen und Privatpersonen. Sie bewegen sich vorrangig in den Bereichen „Aufwertung von Freizeit- und Tourismusinfrastruktur“, hier zum Beispiel auf die Qualifizierung von Wanderinfrastruktur, die Aufwertung/Ausstattung von (halb-) öffentlichen Plätzen, oder auch die Aufwertung/Ausstattung von Einrichtungen. Außerdem gibt es Projekte, die der Optimierung von Vereinsstrukturen dienen, etwa durch die Ausweitung von Vereinsaktivitäten oder die Aufwertung der Vereinsinfrastruktur. Zudem gibt es Projekte im Bereich der Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung – beispielsweise durch die Unterstützung des Ehrenamts im Gesundheitsbereich oder die Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung im öffentlichen Raum. 

Weitere Projekte dienen der Unterstützung ökologischer Nachhaltigkeit, zum Beispiel durch die Erhöhung der ökologischen Vielfalt und den Schutz der Natur wie auch durch die Schaffung nachhaltiger Mobilitätsinfrastruktur. Weiterreichende, detaillierte Informationen zu ausgewählten Förderprojekten können wir leider erst geben, wenn wir eine entsprechende Zusage der Fördermittel erhalten. Auf diese warten wir derzeit.

Fördergelder in Höhe von 200.000 Euro

In den Jahren 2020 bis 2023 haben Leader-Regionen in NRW die Chance, über den sogenannten GAK-Sonderrahmenplan zusätzliche Fördergelder in Höhe von jährlich 200 000 Euro für kleinere Vorhaben in der Region zur Verfügung zu stellen. Dabei beabsichtigt die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Oben an der Volme diese Fördermittel, zusätzlich zu den 180 000 Euro des Landes, durch einen Eigenanteil aus den beteiligten Kommunen Halver, Schalksmühle, Herscheid, Meinerzhagen und Kierspe auf 20 000 Euro aufzustocken.

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