Kosten von 766.000 Euro für Gesamtpaket

Regionale 2013: Diese Projekte hat die Stadt Halver im Auge

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Frankfurter Straße in Halver.

Halver - Das Jahr 2020 dürfte das letzte Jahr werden für die Umsetzung verbleibender Projekte im Rahmen der Regionale 2013. Die Kostenschätzung des Planungsbüros ASS beläuft sich auf 766.000 Euro für das städtebauliche Gesamtpaket.

In einer Bürgerinformation am Montagabend im Kulturbahnhof sammelte die Stadtverwaltung Halver Ideen und kritische Anmerkungen zum weiteren Verfahren.

Die Kosten für die vier Handlungsfelder relativieren sich allerdings: Gerechnet wird mit Mitteln der Städtebauförderung in Höhe von 70 bis 80 Prozent der förderfähigen Kosten. 

Im Einzelnen geht es um:

  • Die weitere Qualifizierung der vorderen Frankfurter Straße (gesamt 76.500 Euro). Ziel seien die Vitalisierung des Zentrums und die Schaffung von Aufenthaltsqualität in neuen Räumen, erläuterten die Planer Sebastian Horstkötter und Jens Ebener. 
Bahnhofstraße in Halver.

Dazu zählen die Möblierung mit weiteren Sitzmöglichkeiten und Spielgeräten ebenso wie eine zusätzliche Begrünung. Weil im nördlichen Bereich Kabeltrassen liegen, scheidet nach Einschätzung der Planer die Pflanzung größerer Bäume aus. Stattdessen sollten mobile Pflanzkübel mehr Grün in die Stadt bringen. Ebenfalls vorgesehen: Abstell- und Lademöglichkeiten für Elektro-Fahrräder. 

  • Den Abriss des Gebäudes Frankfurter Straße 11 zwischen Alter-Hirsch-Apotheke und Schuhhaus Nicolay. Mit dieser Absicht hatte die Stadt Halver die abgängige Immobilie im vergangenen Jahr erworben. 
Haus an der Frankfurter Straße 11.

Geplant ist die Schaffung eines multifunktionalen innerstädtischen Platzes (gesamt 318.500 Euro), ebenfalls ausgestattet mit Bänken im hinteren Bereich und der Möglichkeit, dort Veranstaltungen abzuhalten. Der neue Platz sollte eingegrünt werden. Für die Brandmauer sollen im Rahmen der weiteren Beratungen noch Gestaltungsmöglichkeiten gefunden werden. Möglich würde auch die Einrichtung weiterer Stellplätze, allerdings außerhalb der Fördermöglichkeit und somit auf städtische Kosten. 

  • Die Aufwertung der Bahnhofstraße (gesamt 98.500 Euro). Enthalten sind darin die Schaffung von Aufenthaltsflächen insbesondere durch Platz für Außengastronomie und die Bepflanzung mit Bäumen in Gussscheiben. Hinter dem Kreisel würde die Bahnhofstraße damit ein Baumportal erhalten. Auch Spielgeräte könnten dort Platz finden. 
  • Verbesserungen im Bereich des Kulturbahnhofs (gesamt 272.500 Euro). 

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite schwebt den Planern die Bepflanzung mit drei Bäumen in Gussscheiben vor. Ebenfalls in Erwägung gezogen wird die Einrichtung von Wohnmobil-Stellplätzen im hinteren Bereich des Parkplatzes, verbunden mit Elektro- und Wasseranschlüssen. Auch hier steht allerdings eine öffentliche Förderung nicht in Sicht. 

Kritik und Verbesserungsvorschläge

Nicht alle der vorgeschlagenen Maßnahmen stießen allerdings auf Zustimmung in der Bürgerschaft am Montag beim Infoabend im Kulturbahnhof.

Angesichts einer Größenordnung von fast einer Million Euro für den Regionale-Endspurt „würden Finanzfachleute im Rathaus und aus der Politik Schnappatmung bekommen, wenn wir das alles selbst bezahlen müssten“. Auch Fördermittel seien Steuergelder, gab Dr. Sabine Wallmann (UWG) zu bedenken. 

Und nicht zu vergessen seien erhebliche Folgekosten, die damit verbunden seien, weiteres Grün und aufwendig zu pflegende Flächen zu pflanzen und zu überplanen. „Wir sollten überlegen, was uns wirklich etwas bringt.“ 

Domenico vor Umzug

Die UWG-Politikerin war mit ihrer Kritik bei der Bürgeranhörung am Montag aber nicht alleine. Den Wegfall von bis zu vier Parkplätzen an der Bahnhofstraße, um dort Platz für Außengastronomie für Hewas Tea-Lounge und Domenico zu schaffen, hält Heike Borlinghaus für fatal. Gerade ältere Kunden ihrer Boutique, nicht zu vergessen die Besucher von Fitness-Center und Reha-Praxis schätzten die Möglichkeit, den Wagen in der Nähe abstellen zu können. Offen ist überdies, wie viel an Fläche für die Außengastronomie tatsächlich benötigt würde. 

Denn im Verlauf der Versammlung im Kulturbahnhof wurde erstmals öffentlich, dass Domenico Gullotta mit seinem Feinkostgeschäft gar nicht an der Bahnhofstraße bleiben wird. Geplant ist ein Umzug in die Räume der früheren Boutique Ines, Frankfurter Straße 31. Ob Mahesh Hewakandamby als Inhaber der Tea-Lounge sich in der Nachbarschaft vergrößern möchte oder aber eine andere Nutzung an die Bahnhofstraße zieht, ist offen. Gespräche in diese Richtung hatte die Verwaltung nach eigenen Angaben noch nicht geführt.

Gesprächsbedarf bei multifunktionalem Platz

Gesprächsbedarf, um einen weiteren Punkt zu nennen, gibt es auch noch zur Gestaltung des multifunktionalen Platzes, der an Stelle der Abbruch-Immobilie Frankfurter Straße 11 entstehen soll. Apotheker Klaus Wunderlich bot in der offenen Diskussion an, einen Teil seines Grundstücks beizusteuern, falls es der Nutzbarkeit diene. Auch den überraschenden Vorschlag müssten die Planer noch aufgreifen und einarbeiten. Viel Zeit bleibt dafür aber nicht. 

Ende Februar, so die Aussage der Verwaltung, solle die Beantragung von Fördermitteln bei der Bezirksregierung erfolgen. Die Bewilligung könne dann im Juli, die Feinplanung ab August dieses Jahres erfolgen. Baubeginn wäre, falls alles klappt, im Frühjahr 2020. Doch zuvor müssen auch die politischen Gremien beraten. Das wird nach Einschätzung von Insidern angesichts der vorhandenen Bedenken und Änderungswünsche knapp. Denn der Hauptausschuss tagt am 27. Februar, der Rat erst Anfang März. 

Dazu gehören nach Absicht des Planungsbüros auch hier große und hochwertige Kübelpflanzen, Radabstellanlagen und eine Lademöglichkeit für mehrere Räder. Im Platzbereich zum Einkaufszentrum sollte ebenfalls Außengastronomie ermöglicht werden. Und im hinteren Bereich zu den Gleisanlagen müsste eine optische Aufwertung durch Grünpflanzen erfolgen und die Ansicht von der neuen Hagedornstraße aus zu verbessern. 

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