Regenbogenschule und VDK arbeiten zusammen

Eine große Aufgabe: Grundschüler pflegen Kriegsgräber

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Regenbogenschüler lernen etwas über die deutsche Geschichte.

Oberbrügge - Seit drei Jahren engagiert sich der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) an der Regenbogenschule Oberbrügge. Und die Arbeit zeigt Wirkung.

Die jungen Schüler sind aufgeschlossen gegenüber der deutschen Geschichte. Auf die Frage von Verena Effgen vom VDK nach dem Sinn dieser Grabpflege brachten die Dritt- und Viertklässler unerwartet reife Antworten zustande. „Wir machen das, damit wir sehen, wie wichtig es ist, dass auf der Welt Frieden herrscht“, war beispielsweise eine Antwort. Ein anderes Kind antwortete: „Die Familien der Leute, die hier liegen, können sich ja nicht um die Gräber kümmern, weil sie ja viel zu weit weg wohnen.“ 

Die Arbeit, die der VDK und die Regenbogenschule leisten trägt Früchte. „Es geht uns darum, die Kinder zu sensibilisieren. Es geht auch darum, den Kindern aufzuzeigen, was sie selbst dazu beitragen können, dass es ein friedliches Zusammenleben gibt“, erklärt Verena Effgen, die jedoch auch zugibt, dass es nicht ganz so einfach ist, mit Grundschülern zusammen zu arbeiten. 

Auf die Formulierung kommt es an

„Man muss auf jeden Fall darauf achten, wie man sich ausdrückt. Ich habe zum Beispiel einmal davon gesprochen, was in der Geschichte passiert ist. Anschließend fragte ein Kind, ob die Geschichte denn ein gutes Ende finden würde. Von da an habe ich das Wort Geschichte durch das Wort Vergangenheit ausgetauscht. Das Kind dachte wohl, ich erzähle eine Geschichte.“ 

Versammelt: Vor den Kriegsgräbern fanden sich die Schüler der Regenbogenschule in Oberbrügge ein, sprachen mit Verena Effgen über die Kriegszeit und Auswirkungen.

Doch warum arbeitet der VDK ausgerechnet mit der Regenbogenschule in Oberbrügge zusammen? „Dadurch, dass die Schule nah am Friedhof liegt und auf dem Schulgelände ein Mahnmal steht, dass an drei Kriege erinnern soll, haben wir uns vor drei Jahren zu dieser Kooperation entschieden, die die erste Zusammenarbeit mit einer Grundschule war“, bergündet Verena Effgen, die nicht nur mit der dritten und vierten Klasse auf dem Friedhof war. 

Übergabe der Grabpflege an jüngere Schüler

„Bevor wir die Übergabe der Utensilien für die Grabpflege gemacht haben, waren wir schon mit der zweiten Klasse auf dem Friedhof und es ist für mich erstaunlich gewesen, wie viele Kinder aus dieser Klasse regelmäßig auf den Friedhof gehen – das waren bestimmt zwei Drittel der Schüler“, berichtet Verena Effgen und erzählt von ihren Eindrücken. „Die Kinder waren sehr neugierig und haben viele Fragen gestellt.“ 

Das Mahnmal an der Regenbogenschule.

Dass die Aufklärungsarbeit an der Regenbogenschule über die Grabpflege hinaus geht, wird das nächste Mal am 17. November unter Beweis gestellt. An diesem Tag ist Volkstrauertag, der an der Regenbogenschule Oberbrügge jedoch Friedenssonntag genannt wird. An diesem Tag treffen sich alle Schüler der Schule zu einer Gedenkveranstaltung, die zum großen Teil auch durch die Schüler selbst organisiert wird. „Es werden zum Beispiel Friedenstauben gebastelt, die an diesem Tag dann verteilt werden“, verrät Verena Effgen. 

Somit ist eine Nachhaltigkeit in der Arbeit, die nicht nur von Verena Effgen geleistet, sondern von den Lehrern und den Eltern der Regenbogenschüler tatkräftig unterstützt wird, gewährleistet. Und vielleicht geht der Wunsch einer Schülerin irgendwann ja in Erfüllung: „Ich wünsche mir, das immer Frieden herrscht.“

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