Rege Nachfrage auf dem Halveraner Geflügelhof Gieseker

Gänse, so lange der Vorrat reicht

Hochbetrieb auf den Weiden am Geflügelhof Gieseker. Die Nachfrage ist durch Corona nicht eingetrübt. Eher im Gegenteil.
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Hochbetrieb auf den Weiden am Geflügelhof Gieseker. Die Nachfrage ist durch Corona nicht eingetrübt. Eher im Gegenteil.

Auch für Gänse ist Corona nicht gut. Die Pandemie hat eher zu mehr als zu einer nachlassenden Nachfrage am Kreisch geführt.

Halver – Der Familienbetrieb auf dem Geflügelhof Gieseker läuft unter Corona-Bedingungen, aber er läuft rund. Es gibt die Maskenpflicht und Desinfektionsmittel, und wer eine Gans ganz oder in Teilen, Ente oder Pute braucht, muss sich vorher anmelden. Aber im Großen und Ganzen ist Johannes Johanngieseker recht zufrieden mit der Saison. Denn das war nicht vorherzusehen.

Das Geschäft mit dem Geflügel sei schon ein wenig Lotterie, sagt er über den Betrieb, der auch schon zweimal unter den Vorzeichen der grassierenden Vogelgrippe über die Runden kommen musste. „Da haben die Leute die Vögel abbestellt – oder gar nicht erst bestellt“, erinnert er sich. Dabei bestand überhaupt keine Gefahr durch durchgegarte Gänse.

Mehr Zeit zum Kochen

Ob Corona den Menschen den Appetit verdirbt – das war die große Frage. Aber jetzt werden die Gänse langsam knapp. Verkauft wird „so lange der Vorrat reicht“.

„Wir haben die gleiche Menge an Tieren, aber die Nachfrage ist höher“, stellt der Junior-Chef fest, und dafür gibt es im Wesentlichen zwei Gründe. Viele Menschen hätten ihren Restaurants die Treue gehalten. Wenn man im Lockdown nicht essen gehen kann, bestellt man sich das Festessen und holt es sich nach Hause. Der zweite Grund: Viele haben mehr Zeit und Lust, sich selbst etwas Leckeres zuzubereiten. Auch das merkt man auf dem Geflügelhof auf der Breckerfelder Grenze.

Großer Kundenkreis

Dorthin kommen die Leute auch aus einem großen Umkreis. 40 Kilometer und mehr fahren sie aus dem Bergischen, aus dem Ruhrgebiet, aus Lüdenscheid und anderswo, um einen der Vögel mitzunehmen, von denen zurzeit noch etwa 700 freilaufend auf den Weiden rund um den Hof unterwegs sind, wo Max, der Hofhund, auf seine Schützlinge aufpasst.

Aus Federn werden Betten

Damit schmecken die Gänse anders und besser als das, was man an Import-Vögeln aus der Gefriertruhe beim Discounter fischt, wirbt Johanngieseker für seine Tiere. Was aus Osteuropa in den Handel komme, sei eher Abfallprodukt, gezüchtet für die Produktion von Leberpastete, möglicherweise auch noch lebendgerupft. „Das gibt es bei uns auf keinen Fall“, verspricht er. Die Federn lässt der Vogel erst, wenn er tot ist, und danach werden Daunen und Federkleid aufbereitet, weiterverarbeitet und kommen zurück auf den Hof. „Wir wollen das Produkt wieder in die Region holen“, hat man vor gut einem Jahr am Kreisch entschieden. Seitdem gibt’s auch Federdecken und Kissen bei den Johanngiesekers.

Weitere Infos

Für alles, ob Gänse oder Decken, gilt: Informieren ist ratsam – im Internet unter www.gefluegel-gieseker.de. Anfragen per E-Mail an info@gefluegel-gieseker.de und unter Tel. 0 23 53/6 64 19 60 sind möglich.

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