Realschulleiter Schröder erklärt Möglichkeiten der Sekundarschule

So stellt sich die Laufbahn eines Sekundarschülers dar: Nach dem komplett binnendifferenzierten Unterricht in der Klassen fünf beginnt ab Klasse sechs der erste Wahlpflichtunterricht.

HALVER - Wenn über die mögliche Gründung einer Sekundarschule in Halver diskutiert wird, soll eines nicht vorherrschen: Verunsicherung. Um diese zu verhindern, setzt die Stadt als Schulträger auf eine Informationskampagne, die möglichste viele Fragen der Eltern im Vorfeld beantworten soll.

Gestern nahm Realschulleiter Friedhelm Schröder ausführlich Stellung zu einzelnen Themen.

Und ihm liegen vor allem zwei Dinge am Herzen: Zum einen die Sicherheit der aktuellen Realschüler, die – wie berichtet – ihre begonnene Schullaufbahn selbst bei Einrichtung einer Sekundarschule ab 2014 wie geplant beenden können. Zum anderen ist Schröder ein anderer Punkt wichtig: „In der Sekundarschule soll sich die gute Arbeit der Realschule, aber auch der Ganztagsschule wiederfinden.“ Außerdem sollen Spielräume, die die neue Schule bietet, genutzt werden.

Dass sich Friedhelm Schröder wie kaum ein zweiter mit Typen der weiterführenden Schulen auskennt, liegt nicht nur an seinem pädagogischen Hintergrund: „Meine Kinder haben alle drei weiterführenden Schulformen besucht. Und ich bin von allen überzeugt“, betont der Realschulleiter, der in der Sekundarschule die Chance erkennt, auf die Stärken der Schüler besser eingehen zu können. „Gerade für Eltern von Schülern, die laut Empfehlung ,bedingt‘ für die Realschule geeignet sind, wird die Entscheidung dadurch einfacher.“ Die Sekundarschule biete durch die so genannte Binnendifferenzierung bereits in den Klassen fünf und sechs die Möglichkeit, individuelle Stärken zu fördern. Setzt die Realschule derzeit ab der siebten Klasse auf die Wahlpflichtfächer Informatik, Naturwissenschaften, Französisch oder Sozialwissenschaften, müssen sich die Sekundarschüler jedoch bereits in der Klasse sechs für eine Fremdsprache, Arbeitslehre, Naturwissenschaften oder den künstlerischen Bereich entscheiden. Kein Problem, wie Sekundarschul-Experte Dr. Michael Fink meint. Denn: In der fünften Klasse finden bereits ausführliche Vorstellungen der einzelnen Fächer statt. „Die Schüler können ausprobieren, was ihnen am besten gefällt.“ In der achten Klasse finden weitere Differenzierungen statt.

Besonders wichtig: Gelehrt wird an der Sekundarschule nach Real- und Gesamtschulstandards, wobei selbst die zentralen Abschlussprüfungen differenziert stattfinden können. So sei es möglich, dass ein Schüler, der in einem Hauptfach schlechtere Leistungen bringt und einen Grundkurs belegt, diese Schwächen durch gute Leistungen in zwei Erweiterungskursen ausgleichen kann. Am Ende könne auch dann der Abschluss mit einem Qualifizierungs-Vermerk für die Sekundarstufe II stehen.

Zudem ergeben sich in der Sekundarschule aus Lehrersicht personelle Chancen. „Wir haben einen besseren Personalschlüssel, Arbeits- und so genannte Klassenratsstunden. Dafür bleibt derzeit kaum Zeit“, berichtet Friedhelm Schröder. Und so gebe es im aktuellen Realschul-Kollegium zwar Lehrer, die ihre Bedenken äußern, aber auch solche, die den Aufbau einer neuen Schule als spannende Herausforderung empfinden und die Chancen der Sekundarschule sehen. Und so werde es ein gemischtes Kollegium aus aktuellen Real- und neuen Sekundarschullehrern geben, zu denen dann auch Gymnasiallehrer gehören werden, wie Michael Fink erklärt. Wer diesem neuen Kollegium vorstehen wird, lässt sich bislang noch nicht sagen. Zum möglichen Anmeldeverfahren im Februar soll zunächst ein kommissarischer Schulleiter benannt werden. „Das ist schade, da eine Schule auch ein Gesicht braucht“, sagt Fink. Doch ziehe die Bezirksregierung derzeit ein anderes Vorgehen nicht in Betracht.

Von Frank Zacharias

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