Realschüler sprechen über Suchtgefahren

Jeder der Jugendlichen konnte dem Berater Klaus Hillebrand Fragen zu Suchtgefahren stellen. -  Foto: Berndt

Halver - Ein Alter von 13 Jahren sei keinesfalls zu früh, um über Suchtgefahren aufzuklären, sagt Wolfgang Lüddecke, Lehrer der Realschule Halver. Zusammen mit Lehrerin Margot Ihne sensibilisiert er die Siebtklässler der Realschule in einem zweitägigen Seminar für die Gefahren einer Sucht.

Von Sebastian Berndt

Gestern bekamen die beiden Unterstützung von Klaus Hillebrand von der Drogenberatungstelle Lüdenscheid (Drobs). Im Halveraner Jugendzentrum konnte jeder der 24 Jugendlichen vorbereitete Fragen stellen.

„Aus welchen gesellschaftlichen Bereichen kommen die Konsumenten?“, wollte eines der Mädchen wissen. Eine gute Frage, betonte der Berater. Denn Suchtverhalten und Drogenmissbrauch sei längst nicht nur ein Problem finanziell schlechter gestellter Kreise. „Wir haben auch Fälle von hochbezahlten Selbstständigen, die anfänglich zur Leistungsteigerung Kokain nahmen und dann in eine Sucht abglitten“, so Hillebrand. Andere hätten zunächst nur zur Beruhigung Alkohol getrunken.

Geduldig und offen beantwortete der Berater jede der Fragen. Wieso denn so viele Menschen Drogen nehmen würden, wenn sie die Gefahr kennen, fragte einer der Jungen. „Menschen handeln nicht immer nur nach Verstand“, erklärte der Berater. Viele würden sich anfangs nur ein gutes Gefühl verschaffen wollen. „Es fängt ja niemand mit dem Karriereziel an, Junkie zu werden“, so Hillebrand weiter.

Aber auch das Suchtverhalten, das Jugendliche schon aus ihrem Umfeld kennen könnten, sprach der Berater der Drobs an. So etwa auch die übermäßige Nutzung von verschiedenen Computerspielen oder ein möglicher übersteigerter Schlankheitswahn, der auch zu einer Magersucht führen könne.

Suchtgefahren schon in der Jugend

Die Jugendlichen bereits in einem Alter von 13 Jahren anzusprechen, sei bewusst beschlossen worden, erklärt Wolfgang Lüddecke. Besonders in der Pubertät suchten sich die Jugendlichen andere Bezugsgruppen als ihre Familie und verbringen viel Zeit mit Freunden. Oft würden dann auch erste Erfahrungen mit Alkohol gemacht, sagt Hillebrand. Wenn aus dem Probieren dann regelmäßiges Trinken oder Konsumieren werde, könnte auch schnell eine Sucht entstehen.

„Natürlich haben wir in der Beratungstelle nur in den seltensten Fällen so junge Jugendliche, aber bis sich eine Sucht und die Problematik entwickelt, dauert es ja auch etwas“, so Hillebrand.

Entscheidend sei es daher, früh genug vorzubeugen, betonen die beiden Realschullehrer und der Berater der Drobs.

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