Ratssitzungen als Live-Übertragung zu teuer

Live-Übertragungen übers Internet– in anderen Städten möglich, für Halver jedoch zu teuer.

HALVER ▪ Wenn es in den Ratssitzungen politisch zur Sache geht, bekommen das nur wenige Halveraner live mit: Im Zuschauerraum der AFG-Aula versammeln sich nur sporadisch größere Mengen – zuletzt etwa, als es um den Kunstrasenplatz für den TuS Ennepe ging. Ansonsten: gähnende Leere. Mit einem besonderen Vorstoß wollen manche Kommunen die Entscheidungen im Rat daher transparenter machen: mit einer Live-Übertragung im Internet. So schalten in Bonn regelmäßig 400 bis 700 Menschen ein, wenn der Stadtrat zusammenkommt. Essen, Krefeld und Bottrop wollen folgen – doch ist diese Form der Bürgerbeteiligung auch in einer kleinen Stadt wie Halver denkbar?

„Nein“, sagt Andrea Reich, EDV-Expertin im Rathaus an der Thomasstraße. Dagegen spreche vor allem der technische und in der Folge auch finanzielle Aufwand, der in keinem Verhältnis zu den nur vier Sitzungen im Anne-Frank-Gymnasium stehe. „Wir müssten dann schon für eine eigene Internetleitung sorgen, da wir aus sicherheitstechnischen Gründen nicht das Netz der Schule nutzen können“, so Reich. Dies sei auch der Grund, warum sich Ratsmitglieder mit ihren Notebooks nicht einfach ins WLAN-Netz (also kabellos) einloggen können – eine entsprechende Anfrage hatte zuletzt FDP-Ratsherr Sascha Gerhard gestellt. „Allein für die Servergebühr würden jährlich etwa 540 Euro fällig. Hinzu käme noch die Hardware“, sagt Andrea Reich.

Ihre Kollegin Nicole Schmies weist in diesem Zusammenhang auf eine weitere Möglichkeit hin, sich über den Verlauf von Ratssitzungen zu erkunden: ebenfalls per Internet, allerdings in Schriftform. „Auf das Ratsinfo-System kann jeder zugreifen und sich im Vorfeld über die Tagesordnungspunkte informieren.“ Das seit 2008 bestehende Informationssystem ist unter halver.ratsinfomanagement.net zu erreichen und stelle zudem in der Regel bereits am Folgetag ein Protokoll zu den einzelnen Sitzungen – auch von Ausschüssen – zur Verfügung.

„Ich persönlich finde solche Sitzungen live aber immer noch am spannendsten“, sagt Andrea Reich – und für alle, die nicht an den Tagungen teilnehmen können, gibt es ja auch noch die Berichterstattung im AA. ▪ Frank Zacharias

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