60 Anwohner ärgern sich

Anwohner formieren sich: Raser sorgen an der K3 für Ärger

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Trotz einsetzenden Regens folgten knapp 60 Anwohner der Einladung zum Ortstermin auf dem Spielplatz an der Kreisstraße 3 in Anschlag. Mit dabei waren auch Kommunalpolitiker von CDU, FDP und Grünen sowie Bürgermeisterkandidat Markus Tempelmann.

Halver - „Im Grunde zieht man sich zurück und lässt den anderen freien Lauf. Und das kann’s nicht sein!“ Ihrem Unmut über Motorradlärm und Raser auf der Kreisstraße 3 (K3) zwischen Anschlag und Schwenke machten die Anwohner am Samstag bei einem Ortstermin mit heimischen Politikern Luft.

Auf Einladung von Sascha Gerhardt (FDP), der Wahlbezirkskandidat seiner Partei in Anschlag ist, versammelten sich knapp 60 Anwohner auf dem Spielplatz an der Kreisstraße, um über die Situation vor Ort zu berichten und ihrer Forderung nach Begrenzung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h zur Reduzierung des Lärms Nachdruck zu verleihen. 

Bislang liefen Beschwerden beim Märkischen Kreis als zuständiger Behörde diesbezüglich ins Leere. Wetterbedingt waren am Samstag bei kühlen Temperaturen und vereinzelten Regenschauern längst nicht so viele Motorradfahrer wie an einem sonnigen, warmen Tag unterwegs. „Das ist gar nichts“, war zu hören. Bei gutem Wetter sei die Kreisstraße derart stark frequentiert, dass es mit der Ruhe im Ort aus und vorbei sei. Von Verlust der Wohnqualität und Gefährdung der Gesundheit war die Rede. 

Poller seien kontraproduktiv

Kern der Botschaft: „Der Lärm muss reduziert werden. Wir halten das nicht mehr aus.“ Jedoch seien nicht allein die Motorradfahrer, sondern auch Autofahrer, die auf der engen, kurvigen Straße zu schnell fahren, ein Problem. Neben der Straße Am Anschlag müsse auch die Wipperstraße (Kreisstraße 37) in den Fokus genommen werden, da die Probleme dort ähnlich gelagert seien. Einig waren sich die Anwohner, dass Poller, Verengungen oder andere bauliche Maßnahmen, um die Verkehrssituation zu entschärfen, kontraproduktiv seien und die Lage nur verschlimmerten. 

Diesmal die Ausnahme: Wetterbedingt waren am Samstag weitaus weniger Motorräder als an einem warmen, sonnigen Tag auf der Kreisstraße unterwegs.

Hinsichtlich der Forderung nach Temporeduzierung bestand breiter Konsens. Dabei die Geschwindigkeit auf der Kreisstraße generell in den Blick zu nehmen – über die Forderung nach Tempo 30 im Ort hinaus – war den Anwohnern wichtig. 

Anwohner wünschen sich Tempo 50

Der Wunsch: Tempo 50 auf dem Rest der Strecke. Derzeit sei es lebensgefährlich, auf der K3 mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. Es könne nicht sein, dass sich die Anwohner zurückziehen und anderen freien Lauf lassen müssten, kritisierte Marianne Neuhaus. Um geschlossen auftreten zu können, regte CDU-Ratsherr Kurt-Dietrich Neuhaus die Bildung einer Interessengemeinschaft an. 

Falsch platziert ist nach Meinung der Anwohner dieses Verbotsschild für den Schwerlastverkehr. Lkw, die bereits in die Straße eingefahren seien, würden nicht mehr umkehren. Das Schild müsse am Ortseingang stehen.

Dr. Jana Schrage (Bündnis 90/Die Grünen) ermunterte dazu, auf die Stadt Kierspe zuzugehen („Das Problem setzt sich fort“) und „vielleicht als zwei Kommunen mit dem Kreis Kontakt aufzunehmen“. Bei der Gelegenheit wiesen Anwohner auch auf falsch angebrachte Schilder für den Schwerlastverkehr hin. Zufrieden zeigte sich Sascha Gerhardt mit dem Verlauf der Veranstaltung. Sie sei sehr „gewinnbringend“ gewesen. Eine politische Lösung sei jetzt wichtig. 

In das Gesamtpaket Umwelt passe die Forderung nach Tempo 30 sehr gut hinein, ergänzte Christian Starke, der das Treffen unter der Bürgerschaft publik gemacht hatte. Der nächste Versuch, einen Antrag beim Kreis zu stellen, müsse sorgfältig vorbereitet sein, meinte Markus Tempelmann, der als Bürgermeisterkandidat ebenfalls an dem Treffen teilnahm.

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