Räumdienst verzichtet weitgehend aufs Streuen

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Auf der Hagener Straße fuhren die Autos nur mit geringer Geschwindigkeit. Die Sicht war aufgrund der Schneefälle stark eingeschränkt.

HALVER ▪ Der starke Schneefall, verbunden mit teils heftigem Wind, ließ zwar länger auf sich warten als die Meteorologen angekündigt hatten, doch das Unwetter kam: Am frühen Donnerstagnachmittag begann es zu schneien und hörte bis in die Abendstunden nicht wieder auf.

Die Folge war aber nicht ein Chaos auf den Straßen, denn alle, die nicht unbedingt fahren mussten, ließen ihre Wagen stehen. Und die, die auf den Wagen angewiesen waren, sahen sich immer glatter werdenden Straßen und schlechteren Sichtbedingungen ausgesetzt.

Besonders gefragt waren mit Einsetzen der Schneefälle die Mitarbeiter des Baubetriebshofs, die sich auf das Räumen der weißen Pracht konzentrierten, wie der stellvertretende Leiter, Jörg Ecks, am Abend erklärte. „Es schneit schneller auf die Straße als man streuen kann.“ Daher würden lediglich steile Strecken gestreut. Neben zwei Traktoren und drei großen Räumfahrzeugen waren auch drei Schneepflüge von beauftragten Unternehmern bis abends im Einsatz. „Und ab 4 Uhr geht es wieder rund.“

Mit Ecks und dem Leiter der Feuerwehr im ständigen Kontakt stand am Donnerstag Ordnungsamtsmitarbeiter Lutz Eicker. Auf einen Krisenstab habe man aber verzichtet. „Wir stehen Gewehr bei Fuß, aber es besteht noch keine Notwendigkeit.“ Vielmehr sei es im Prinzip eine normale Wetterlage, auf die sich die Verkehrsteilnehmer eingestellt hätten.

„Die Halveraner haben die Nerven behalten“, zollte ein Polizeibeamter den Autofahrern ein Lob. Denn auch knapp drei Stunden nach Einsetzen der Schneefälle war auf der Wache nicht ein einziger Unfall gemeldet worden.

Auf den Gehwegen in der Innenstadt war zudem nicht besonders viel los, denn dafür galt ebenfalls: Wer nicht unbedingt in das äußerst ungemütliche Wetter musste, blieb einfach zu Hause. Deutlich wurde dies beispielsweise auf den Parkplätzen vor den Supermärkten und Discountern. Sie waren zwar durch Schneeberge eingeengt, boten jedoch noch einige Stellflächen.

Eine Reihe von Bürgern musste sich aber dem Schneesturm vor der eigenen Haustür aussetzen, um ihrer Räumpflicht nachzukommen – einige waren schon recht früh auf vorbildliche Art und Weise aktiv.

Der Linienbusverkehr wurde aufrecht erhalten, auch wenn die Fahrgäste teilweise bis zu zehn Minuten Wartezeit einzukalkulieren hatten. Jedoch behielt sich die MVG natürlich vor, bei zu schwierigen Verhältnissen den Busverkehr einzustellen.

Der Baubetriebshof stellt sich für die nächsten Tage bereits auf wärmeres Wetter ein. Zugleich sehnt Ecks dies herbei. Denn in den ersten drei Winterwochen sind schon 300 Tonnen Streusalz verbraucht worden. Die verbliebenen 50 Tonnen sollen nun aufgrund von Salz-Lieferengpässen wieder mit Lava gestreckt werden, das reichlich vorhanden ist. „Wir müssen gucken, dass wir mit dem Rest Streugut bis über das Wochenende kommen.“ ▪ Marco Fraune/Det Ruthmann

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