Außerörtliche Fahrrad-Infrastruktur

Rückenwind für Radweg-Pläne - auch an B229

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Das Fahrrad als Alternative zum Auto. Doch dafür braucht Halver eine ernsthafte Radwege-Infrastruktur.

Halver - Bei der Errichtung einer außerörtlichen Fahrrad-Infrastruktur kann die Stadt Halver offenbar auf Rückenwind seitens des Landesbetriebs Straßen.NRW bauen.

Dabei geht es zunächst um die sogenannte Trasse 1, mit der eine Verbindung von der Stadtgrenze zu Radevormwald über Schwenke nach Halver hergestellt werden soll. Der Ratsbeschluss in dieser Hinsicht war im vergangenen Jahr gefallen. Die Streckenführung wird durch ein Ingenieurbüro im Auftrag der Stadt geprüft. Und weil die Verbindung parallel zur Bundesstraße 229 läuft, würde der Landesbetrieb die Kosten dafür übernehmen. 

Eine entsprechende Vereinbarung zwischen Stadt Halver und Straßen.NRW war ebenfalls im letzten Jahr geschlossen und auch politisch bewilligt worden. Neu hingegen ist, dass sich laut Bürgermeister Michael Brosch der Landesbetrieb bereit erklärt hat, im Zuge der Maßnahmen auch für die Abschnitte der Verbindung aufzukommen, die baulich anders hergestellt werden müssen. 

Dabei geht es um die Teile des Weges, die auch von landwirtschaftlichen Fahrzeugen genutzt werden müssen. In diesem Fall aber sind andere Standards erforderlich. Beim reinen Radweg reicht für den Begegnungsverkehr eine Breite von 2,50 Metern. Für die Abschnitte, auf denen die Geräte bewegt werden, müssen es 3,50 Meter sein. 

Nach Standard des Landesbetriebs

Gebaut werden die Radwege nach den Standards des Landesbetriebs dabei durchgängig in Asphalt, weil wassergebundene Decken einem höheren Unterhaltungsaufwand nach sich ziehen. Neben dieser Mitteilung hat Brosch für die politischen Fachgremien aber noch weitere Vorschläge im Gepäck, die über die Trasse 1 hinausreichen. Es geht um eine innerstädtische Ost-West-Achse, die an das Ende der Trasse im Bereich Mühlenstraße/Mozartstraße angebunden werden könnte und die am Ende bis zum Kreisel reichen würde, der in Oeckinghausen an der Bundesstraße 229 gebaut werden soll. 

Wünschenswert wäre auch die Anbindung nach Wipperfürth.

Der neue Kreisel im jetzigen Kreuzungsbereich von Bundesstraße und Hälverstraße würde in diesem Fall durch einen Radweg an den Linger Weg angebunden. Und mittelfristig sei es auch möglich, von dort an der Bundesstraße einen weiteren Radweg zunächst bis Oeckinghausen anzulegen. Die nötigen Flächen hierzu sind bereits gesichert. Im innerstädtischen Bereich wäre es dann möglich, von Oeckinghausen den Linger Weg zu nutzen, der mit einer Tempo-30-Begrenzung auch Sicherheit für Radfahrer bietet. Im Eichholz müssten Radler einmal die Straße queren, hätten dann als Option den breiten Gehweg der Von-Vincke-Straße, der dazu als kombinierter Rad- und Fußweg ausgeschildert werden müsste. 

Hürde für Radfahrer

Eine Hürde wäre auf dem weiteren Weg zu meistern: Die Brücke über die Umgehungsstraße müsste vom Geländer her absturzsicher gemacht werden. Das aber sei eine lösbare Aufgabe, schätzt Brosch Der weitere Weg würde zur Hermann-Köhler-Straße führen, ebenfalls mit Tempo 30 ausgeschildert. Lediglich für das kurze Stück zwischen Brücke und dieser Straße wären dann Radler mit Stand von jetzt im normalen Verkehrsraum unterwegs. Ab der Hermann-Köhler-Straße wäre die naheliegende Verbindung durch die Humboldtstraße über das Gelände des Schulzentrums bis zur Mühlenstraße (ebenfalls Tempo 30). Von dort könnten Radfahrer dann entweder über die Mozartstraße auf die Trasse 1 Richtung Radevormwald fahren oder ab dem City-Ofen parallel zum Bolsenbach. 

All diese Überlegungen sind Teil des Vorhabens, Halver an die überörtlichen Radwegenetze von Nachbarkommunen anzudocken. Es müsse Ziel sein, auch angesichts der neuen Möglichkeiten, die sich mit E-Bikes bieten, parallel zu den meist stark frequentierten Autostraßen Radfahrern Alternativen anzubieten. Neben Radevormwald sind dies Breckerfeld, Lüdenscheid und Wipperfürth.

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