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Brandgefährlicher Wald

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Von: Florian Hesse

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Waldbrand in Dortmund
Waldbrände stellen die Einsatzkräfte vor spezielle Herausforderungen. © Alex Talash

Es ist Mitte April. Der Deutsche Wetterdienst stellt für weite Teile Nordrhein-Westfalens eine mittlere Waldbrandgefahr fest, lokal aber könnte sie noch deutlich höher sein. Rund um Halver ist die Mischung aufgrund verschiedener Faktoren hochgradig brisant, weiß man bei der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) und bei der Freiwilligen Feuerwehr Halver.

Halver - Nach wochenlanger Trockenheit, intensiver Sonne und Wind ist der Boden für Wald- und Flächenbrände praktisch ideal bereitet. Herbstlaub aus dem letzten Jahr ist pulvertrocken. Das gilt auch für das Restholz, das noch in den Kahlschlag-Flächen liegt, die nach dem Borkenkäfer-Einschlag ungeschützt in der Sonne liegen.

Die Aussicht auf etwas Regen in den kommenden Tagen sei kein Anlass zur Entwarnung, sagt Astrid Becker, Geschäftsführerin der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Halver, im Gespräch mit unserer Redaktion. Feuchtigkeit im Boden, wie sie für das Frühjahr eigentlich typisch ist, sei zurzeit nicht vorhanden.

Der dringende Appell der FBG ist, auf alles zu verzichten, was die Gefahr weiter erhöhen könnte. Sie erinnert an das ohnehin geltende Verbot von offenem Feuer und auch von Zigaretten im Wald vom 1. März bis zum 31. Oktober eines Jahres. Und ebenso gefährlich sei das Entsorgen von Glas mit potenziellem Brennglaseffekt in Gras und Unterholz. Als Beispiel hat sie ein Foto parat: der Straßengraben bei Hürxtal an der Landesstraße 528 mit zahllosen Flaschen im trockenen Gras am Waldrand – hohe Brandgefahr.

Schlechte Forstwege

Hinzu kommt die besondere Situation mit dem streckenweise verheerenden Zustand der Forstwege. Die Schäden durch die Flutkatastrophe im Juli vergangenen Jahres sind noch nicht durchgängig aufgearbeitet. Und das schwere Rückegerät für den Abtransport der Fichtenstämme habe ein Weiteres dazu beigetragen, dass manche Wege weder für Feuerwehrfahrzeuge noch für den Rettungsdienst passierbar sind. „Wir haben das auf dem Schirm und tun alles, um die Wege in Ordnung zu bringen“, sagt die FBG-Geschäftsführerin. Aber dafür brauche man Zeit und die nötigen Maschinen.

„Es kann die nicht ganz ausgedrückte Zigarettenkippe sein oder der heiße Unterboden des abgestellten Autos im Gras“, sagt Dennis Wichert, Leiter der Feuerwehr Halver, über die brisante Situation im Wald, die die Feuerwehren gerade im heimischen Raum vor große Herausforderungen stellt. In den Hanglagen finde sich kein Wasser, „wir müssen alles mitbringen“.

Das aber wird erschwert – zum einen durch den Zustand der Forstwege, zum anderen durch immer größere Einsatzfahrzeuge.

Perspektivisch werde man kleinere und geländegängigere Fahrzeuge nachdenken müssen, die schneller an der Einsatzstelle seien. Auch die Löschtechnik müsse überdacht werden, sagt der Feuerwehrchef. Weniger Wasserverbrauch und weniger Manpower mit besseren Löschergebnissen sei das Ziel. Der Faktor Zeit spiele bei den anstrengenden und personalintensiven Einsätzen die größte Rolle. Und Wichert appelliert an die Bürger, mögliche Brandorte nicht nur schnell, sondern auch möglichst präzise zu melden.

Komme man frühzeitig zum Brandort, stünden die Chancen gut. Sogenannte Wipfelbrände kämen in unserer Region kaum vor. Im praktischen Einsatz würden sichere Standorte an den Rändern gesucht und das Feuer dann von außen nach innen bekämpft, erklärt Dennis Wichert.

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