Projektarbeit für Ich-Stärkung

Was hier nach echtem Kampf aussieht, war natürlich nur nachgestellt. F. Zacharias

HALVER ▪ Den Schulalltag einmal hinter sich lassen, andere Schwerpunkte setzen – es war wieder Projektwochen-Zeit am Anne-Frank-Gymnasium (AFG). In den vergangenen Tagen haben die Schüler abseits des Lehrplans zahlreiche neue Erfahrungen gemacht. Heute Nachmittag endet die Aktion mit einem kleinen Schulfest.

Es gab eine Menge zu entdecken für die Mädchen und Jungen – unter anderem das eigene Ich. So waren die siebten Klassen des AFG für zwei Tage in der Jugendherberge Wipperfürth einquartiert, um am so genannten Ich-Stärkungsseminar teilzunehmen. Das ist mittlerweile fester Bestandteil der Suchtprävention an der Schule, wie Stephanie Göbeler als Koordinatorin des Projekts erklärt. Dabei hatten sich die Organisatoren für eine neue Form entschieden, die auch im neuen Standort Wipperfürth Ausdruck fand: Bislang besuchten die Schüler die Jugendherberge an der Glörtalsperre.

Der neue Ort erwies sich dabei schnell als optimal. Nicht zuletzt aufgrund des angrenzenden Waldes, in dem die Gruppe Vertrauensübungen wie das „Höhlenspiel“ absolvieren konnte. „Grundsätzlich ging es zunächst darum, mit Selbst- und Fremdwahrnehmungsübungen die eigenen Eigenschaften zu entdecken“, so Göbeler, die gemeinsam mit den Klassenlehrern Siegfried Smolka, Monika Barkley und Sandra Schäfer eigentlich nur Betreuerfunktionen wahrnahm. Für die eigentliche Begleitung bei den Übungen waren zwölf „Teamer“ aus Pädagogik-Leistungs- und -Grundkursen der Oberstufe vor Ort. Sie besprachen mit den 71 Schülern am zweiten Tag auch das Thema „Sucht“ anhand des Ernährungsverhaltens. So gelinge eine Primärprävention, so Stephanie Göbeler. „Schließlich sind 90 Prozent der Personen, die unter Essstörungen leiden, zwischen 13 und 18 Jahren alt.“

Ich-Stärkung nur eines von vielen Projekten

Natürlich waren die Siebtklässler nicht die einzigen Schüler, die in dieser Woche etwas Besonders unternahmen. So waren andere Klassen im Klettergarten an der Herpine oder bei Betriebsbesichtigungen unterwegs, analysierten Wasser, ließen sich zu Streitschlichtern ausbilden oder beschäftigten sich mit den Neandertalern. Für die Gruppe von Lehrer Karsten Thiesbrummel ging es am Mittwoch auf ein Gewässer, auf dem die Schüler in Kanus unterwegs waren. Um das Thema „Zivilcourage“ ging es indes bei Ellen Dunkel und Dieter Bonauer. Sie zeigten 16- bis 18-jährigen Schülern, wie man anderen helfen kann, ohne sich selbst zu gefährden. Dazu hatten sie mit Frank Enser und Dieter Bruder auch zwei Experten der Kreispolizeibehörde Lüdenscheid eingeladen, die nicht nur Tipps zum verbalen Verhalten in Konflitksituationen aufzeigten, sondern auch praktische Verhaltensregeln weitergaben. So erfuhren die Schüler etwa, dass selbst ein einfacher Schlüssel zur Selbstverteidigung genutzt werden kann.

Diese und andere Projekte sollen heute im Rahmen eines Schulfestes ab 16 Uhr am AFG präsentiert werden. Den Auftakt macht ein Talent-Wettbewerb in der Aula, zu der alle Interessierten eingeladen sind. ▪ Frank Zacharias

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