Reich gedecktes Büfett für Bienen und Insekten

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Katja Yvonne Trutzauer und Hans Allefeld haben das Projekt Pflanzen-Arche gegründet. Zu der ersten Veranstaltung kamen rund 20 interessierte Frauen und Männer.

Halver - „Die Begeisterung, die uns entgegenschlägt, ist fantastisch“, freute sich Katja Yvonne Tutzauer. Zusammen mit Hans Allefeld hat sie das Projekt „Pflanzen-Arche“ ins Leben gerufen

Von Ilka Kremer

„Unser Ziel ist es, heimische Blumen und Kräuter zu erhalten, beziehungsweise zu vermehren“, erklärte sie am Freitag einem Kreis von rund 20 interessierten Frauen und Männern, die zu einer Info-Veranstaltung nach Heinken-Hedfeld gekommen waren. Zunächst besichtige die Gruppe den Blühstreifen, den Tutzauer und Allefeld angelegt haben, und der mittlerweile eine Vielzahl heimischer Blumen und Kräuter, wie Wilde Kamille, Borretsch, Klatschmohn, Gelber Mohn, Dill, Sauerampfer und vieles mehr, aufweist.

Aber nicht nur das: „Für die Bienen und Insekten ist es ein reich gedecktes Büfett“, sagte Tutzauer. Und: „Wo Insekten sind, da lassen sich auch Kröten und Echsen nieder“, berichtete Allefeld. Katja Yvonne Tutzauer ist Ökologische Beraterin für Landwirtschaftliche Betriebe und Industrieunternehmen. Seit vielen Jahren beschäftigt sie sich mit Pflanzen aller Art und ist mehr als kompetent auf diesem Gebiet – es ist ihre Leidenschaft.

Hans Allefeld ist Landwirt und liebt seine Heimat und deren Pflanzen- und Tierwelt. Beide verbindet ein und dieselbe Motivation: Als Erstes wollen sie ein Bewusstsein für die Notwendigkeit zur Erhaltung von alten regionalen Sorten sowie Wildblumen und –kräutern schaffen. Und sie suchen Gleichgesinnte, um gemeinsam konkrete Maßnahmen, die einer weiteren Abnahme der Artenvielfalt entgegenwirken, zu ergreifen. „Es schmerzt, zu sehen, wie die Welt sich verändert hat“, brachte Allefeld es auf den Punkt.

„Wo sieht man noch blühenden Mohn, Weizenfelder mit Kornblumen oder Glockenblumen am Waldrand?“, fragte Tutzauer. Mit dem Verschwinden der Blumen, verschwinde nicht nur die Schönheit, die Insekten verlören auch ihren Lebensraum, erläuterte die Fachfrau. „Und damit verschwinden die Bestäuber, die Raub-insekten, und auch die Futterquellen für Vögel, Eidechsen und Kröten. Ein gefährlicher Kreislauf ohne Ende.“ Momentan hat sich um Tutzauer und Allefeld eine lose Gruppe von interessierten Pflanzenliebhabern gebildet, jetzt soll das Ganze konkreter werden. „Die Vereinsgründung steht an“, so Tutzauer. Der Name „Pflanzenarche“ ist bereits gefunden. Mitmachen kann jeder, unabhängig davon, ob er einen Garten besitzt oder Gartenkenntnisse hat.

Von den 20 Interessierten, die am Freitagabend dabei waren, aktiv mit zu helfen. Das geht auf vielfältige Art und Weise: Mit offenen Augen spazieren gehen und Pflanzen melden, Besitzer alter Gärten kontaktieren, Samenpatenschaften annehmen, Fotodokumentation oder aktiv bei den Sammelaktionen zu helfen: „Da liegt jetzt auch die Priorität, denn die Samen werden reif“, verdeutlichte Katja Yvonne Tutzauer.

Die nächsten Samensammelaktionen finden am 2. August, um 10 Uhr, in Heinken-Heedfeld, und am 9. August, um 10 Uhr, Im Wiebusch, statt. Die „Pflanzenarche“ will eine Samensammlung aufbauen, Standorte kartieren, ein Garten-Netzwerk aufbauen und mit anderen Organisationen, wie Imkern und Baumvereinen, zusammenarbeiten. Die Pflanzenarche braucht aber auch finanzielle Unterstützung für die Übernahmen von Druckkosten für Infomaterial, für den Kauf dunkler Gläser zur Aufbewahrung der Samen oder für den Aufbau der Internet-Seite, die im Spätherbst online gehen soll. Interessierte melden sich bei Katja Yvonne Tutzauer unter der Handynummer 0176/72671490 oder per Email bei Hans Allefeld unter der Adresse info@GVOmbH.de.

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