Presbyterwahl: Nun doch drei Kandidaten mehr

HALVER ▪ Die Kandidatenliste für die Presbyteriumswahlen in der Evangelischen Kirchengemeinde steht fest: Nachdem einige Gemeindeglieder Beschwerde gegen ihre Ablehnung als Bewerber eingelegt hatten, musste sich der Kreissynodalvorstand (KSV) der Sache annehmen. Mit überraschendem Ausgang.

Auf der endgültigen Liste stehen die Namen dreier Personen, die im so genannten „einheitlichen Wahlvorschlag“ zunächst keine Berücksichtigung gefunden hatten.

Klaus-Peter Höller, Mathias Ihne sowie Sophie Ihne waren vom Presbyterium seinerzeit mit Verweis auf Artikel 36 der Kirchenordnung als Presbyteriumsbewerber abgelehnt worden: Darin wird unter anderem gefordert, dass sich potenzielle Kandidaten als „treue Glieder der Gemeinde bewährt haben“ und einen guten Ruf in der Gemeinde besitzen. „Das Presbyterium hatte offenbar eine andere Gewichtung als der KSV“, erklärte Pfarrer Christoph Dickel dazu gestern auf AA-Anfrage.

Abgelehnt hat der Kreissynodalvorstand indes die Beschwerden gegen die Zurückweisung der Bewerber Regine Hager, Elke Minuth-Wiesner, Stephanie Kock und Bernd Nockemann. Als Grund für die Rückweisung nennt das Gremium den Konflikt in der Gemeinde, der zur Strafanzeige gegen die Pfarrer Christoph Dickel und Hans-Jürgen Patro sowie gegen die Kirchmeisterin Marianne Schmidt geführt hatte (der Fall „Maulkorberlass“). „Der KSV sieht in dem Konflikt eine kaum lösbare Schwierigkeit in der Gemeindesituation und gegebenenfalls damit auch in der Zusammenarbeit im Presbyterium, dem Leitungsorgan der Gemeinde“, so Superintendent Klaus Majoress. Gleichwohl hat der Kreissynodalvorstand das „mehrfache Bemühen um ein klärendes Gespräch“ seitens der Beschwerdeführer erkannt. Wie aus einem der Redaktion vorliegenden entsprechenden Schreiben hervorgeht, hätten sich die Kläger erst danach zur Strafanzeige entschieden, „um ihre staatsbürgerlichen Rechte zur Wahrung ihrer Meinungsfreiheit wahrzunehmen“. Während Christoph Dickel das Presbyterium in seiner Meinung durch das KSV-Urteil bestätigt sieht („Das waren die gravierenden Fälle“), zeigte sich Regina Hager gestern als eine der Beschwerdeführer empört: „Das zeigt, dass die Kirche den Konflikt mehr scheut als zum Grundrecht der Meinungsfreiheit zu stehen.“

Auch die Beschwerde gegen die Zulassung der 13 bereits im einheitlichen Wahlvorschlag genannten Personen wurde vom KSV zurückgewiesen, so dass nun die 16 Bewerber feststehen, die im morgigen Gottesdienst nochmals genannt werden. Dies sind: Ute Enslin-Kalitzki, Heike Esken, Jörg Grigull, Klaus-Peter Höller, Mathias Ihne, Sophie Ihne, Ralph Kämper, Michael Loitz, Jens Riedel, Florian Schlepps, Marianne Schmidt, Birgit Schröder, Heiko Sonnenschein, Kornelia Steller, Beate Turck und Dorothea Turck-Brudereck.

Wie Superintendent Klaus Majoress erklärt, sei die Entscheidung des Kreissynodalvorstands gemäß Paragraph 10 des Presbyterwahlgesetzes der Evangelischen Landeskirche endgültig. ▪ Frank Zacharias

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