Presbyterwahl: Hitzige Diskussion in der Nicolai-Kirche

Mathias und Sophie Ihne (links) sowie Klaus-Peter Höller (r.) waren häufig an der Diskussion beteiligt. ▪ Hoppe

HALVER ▪ Hitzige Diskussionen, Türen schlagen, Stimmen, die erhoben wurden. Die Gemeindeversammlung der evangelischen Kirchengemeinde am Sonntag sollte Raum zur Vorstellung für die Kandidaten bieten, die sich zur Wahl für das Presbyterium stellen. Doch auch Themen, die in der Vergangenheit für Unstimmigkeiten in der Gemeinde gesorgt hatten, wurden erneut angesprochen.

Die Diskussion, die sich an die Vorstellung der Kandidaten anschloss, und von Superintendent Klaus Majoress geleitet wurde, bestritten neben den Gemeindemitgliedern vor allem die drei Personen, die zunächst von der Wahl ausgeschlossen worden waren. Klaus-Peter Höller, Mathias und Sophie Ihne hatten sich erst nach einem Einspruch beim Kreissynodalvorstand zur Wahl stellen dürfen (wir berichteten).

Zunächst waren die 16 Gemeindemitglieder, die für das Presbyterium kandidieren, ans Mikrofon getreten, um sich vorzustellen: So sollten sie unter anderem benennen, was sie sich für die Gemeinde wünschen und welche Themen ihnen im Presbyterium am Herzen liegen würden. Eine bessere Kinder- und Jugendarbeit, die Stärkung der Gemeinschaft, mehr Ehrenamt und eine volle Kirche „mit Gott und Jesus in deren Mitte“ wurden dort unter anderem genannt.

Erste Wellen der Unruhe schlug die Vorstellung von Klaus-Peter Höller. Er wolle als Presbyter Einblicke darin bekommen, was die Gemeinde dazu veranlasst habe, „die Kirchenmusik zu mobben“. Falls er gewählt werde, wolle er sich dafür einsetzen, dass die getroffenen Maßnahmen gegen Kantor Andreas Pumpa unter Umständen zurück genommen werden und dafür sorgen, dass die Kirchenmusik wieder so einen hohen Stellenwert erhalte, wie in den vergangenen 20 Jahren.

„Sie wissen, dass mein Platz hier heute erstritten ist“, sagte Mathias Ihne. Die Ablehnung, die ihm entgegen geschlagen sei, sei „prototypisch für die Entwicklung dieser Gemeinde“. Diese weise für ihn „Züge einer Sekte“ auf. Er wolle eine Stimme sein, für die, „die weggeekelt wurden“. Eine Kirche solle offene Türen haben und tolerant sein, so Ihne. Sophie Ihne berichtete, dass sie bei ihrem Umzug nach Halver vor sechs Jahren den Plan gehabt habe, sich in der Kirche zu engagieren. „Doch ich habe mich in dieser Gemeinde nicht zu Hause gefühlt“, so die Theologie-Studentin. Sie wolle sich im Presbyterium dafür einsetzen, dass auch andere theologische Positionen eingebracht werden können. Dies sei wichtig, damit sich niemand „wegen theologischer Engstirnigkeit“ in der Gemeinde unwohl fühle.

Die Gemeindemitglieder, die im Anschluss an die Vorstellung Fragen stellen durften, zeigten sich mitunter kritisch: „Wie soll eine Zusammenarbeit mit den Pfarrern und dem Rest der Gemeinde aussehen, nachdem sie sie provoziert und nicht ernst genommen haben?“ „Wenn sie sich in dieser Gemeinde nicht wohl fühlen – wo waren sie bei der Zukunftskonferenz, bei der es um Veränderungen ging?“ Auch über die Verärgerung einiger Gemeindeglieder nach Aussagen von Mathias Ihne zu einem Fürbittegebet, die Frage danach, ob und wann sich einige Kantoreimitglieder bei Pfarrer Dickel und bei Marianne Schmidt entschuldigen, die theologische Richtung der Auslegung der Bibel als Gottes Wort und die Frage danach, ob das Ehepaar Ihne und Klaus Peter Höller sich klar zu Jesus bekennen – all dies sorgte für weiteren Diskussionsstoff.

Auch Michael Loitz ging bei seiner Vorstellung am Sonntag auf die Unstimmigkeiten in der Gemeinde ein. „Ich mag’s lieber harmonisch und ich finde, den Streit der vergangenen eineinhalb Jahre überzogen“, so Loitz. „Man sollte zügigst einen Schlussstrich unter die Thematik ziehen.“

Superintendent Klaus Majoress versuchte zum Abschluss der Diskussion versöhnende Worte zu finden: „Die Unterteilung in Freund und Feind ist nicht gut. Bitte hetzen sie nicht gegeneinander.“ Majoress versprach, für die Gemeinde zu beten. ▪ svh

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