Pfarrhaus als Unterkunft für Flüchtlinge?

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Das Pfarrhaus der Evangelischen Kirchengemeinde Oberbrügge ist als Flüchtlingsunterkunft im Gespräch.

Oberbrügge - Das leerstehende Pfarrhaus der evangelischen Kirchengemeinde Oberbrügge ist als Unterkunft für Flüchtlinge im Gespräch.

Voraussichtlich 15 bis 20 Menschen, die als zugewiesene Flüchtlinge auf die Entscheidung über ihren Asylantrag warten, könnten dort untergebracht werden. Ein Gespräch mit Vertretern der Stadt Halver habe dort bereits stattgefunden, bestätigte Günther Hösch, Presbyter für Öffentlichkeitsarbeit und Finanzen in der Gemeinde auf Nachfrage.

„Muss eine Gemeinde leisten können“

Eine Weichenstellung in dieser Hinsicht könnte am Donnerstag in der Sitzung des Presbyteriums erfolgen. Wie sie ausfallen wird, ist offen. Es gebe unterschiedliche Meinungen zum Thema, so Hösch, der sich persönlich diese Unterbringung in dem etwa 150 Quadratmater großen Einfamilienhaus am Glockenweg neben der Kirche vorstellen kann. Nach dem Ausscheiden der Pfarrersfamilie Kenkel wäre es frei für einen Bezug.

Bedenken, dass das Haus aus baulichen Gründen nicht zur Unterbringung von Asylsuchenden taugt und später für die Gemeinde erheblicher Renovierungsbedarf bestehen könnte, teilt Hösch, zugleich Vorsitzender des Fördervereins der Kirchengemeinde, nicht. Ein Sanierungsstau sei ohnedies vorhanden, argumentiert er gegen diese Bedenken. Und von Vorteil könne auch sein, dass sich eine vergleichsweise kleine Gruppe von Menschen gut in das Leben der Oberbrügger Gemeinde integrieren ließe. „Das muss eine Kirchengemeinde leisten können“, macht Hösch seine persönliche Einschätzung deutlich.

Neue Zuweisungen ab November erwartet

Entsprechende Überlegungen bestätigt auch Halvers Kämmerer Markus Tempelmann, und zwar nicht nur für die Immobilie in Oberbrügge. Es gehe perspektivisch auch um weitere Objekte, wenn die Zuweisung von Asylbewerbern durch das Land auch in Halver wieder einsetze. Seit Mitte September waren aufgrund der Belegung der Schule Susannenhöhe die Zuweisungen ausgesetzt, doch ab Ende November erwartet Tempelmann zwischen 10 und 13 Personen, die dann pro Woche nach Halver kommen könnte.

„Wir müssen die Menschen unterbringen“, sagt er klar, und die Stadt Halver werde versuchen, dass möglichst lange auch dezentral zu tun. Dies bleibe das Ziel, doch fraglich sei, wie lange das durchzuhalten sei. Die Errichtung von Zeltstädten habe sich allerdings als problematisch erwiesen. Auch Wohncontainer seien kaum zu bekommen und um ein Vielfaches teurer als noch vor Jahren.

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