Projekt in Halver

Lottogewinn für die Natur: Heesfelder Mühle kann Dreifach-Projekt

Mit Unterstützung der Postcode Lotterie will der Verein Heesfelder Mühle auch Borkenkäfer-Flächen renaturieren.
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Mit Unterstützung der Postcode Lotterie will der Verein Heesfelder Mühle auch Borkenkäfer-Flächen renaturieren.

Eine erhebliche Zuwendung der Deutschen Postcode-Lotterie versetzt den Verein Heesfelder Mühle in die Lage, bereits ab Anfang Februar ein beziehungsweise sogar drei Naturschutzprojekte in die Tat umzusetzen.

Halver - 65 000 Euro kann der Verein in konkrete Vorhaben zum Erhalt der Artenvielfalt in Halver und im oberen Volmetal stecken. Bis Ende September wolle man die Maßnahmen umgesetzt haben, kündigt Geschäftsführer Klaus Brunsmeier an und weiß schon jetzt recht sicher: „Da kommt viel Arbeit auf uns zu.“

Auf drei Säulen steht das Gesamtprojekt, für das der Verein Mitte vergangenen Jahres der Postcode-Lotterie ein Förderkonzept vorgestellt hat.

Vorsprung für Vielfalt

Unter dem Stichwort „Vorsprung für Vielfalt“ steht die Überlegung, vom Borkenkäferbefall abgestorbene und abgeräumte Flächen mit früheren Fichtenbeständen mit zukunftsfähigem Bewuchs zu vitalisieren. Entstehen sollen abgestufte Laubholz-Waldränder mit Krautsäumen und abgestuften Neupflanzungen mit einheimischen Sträuchern wie Schlehen und Weißdorn, dahinter Bäume zweiter Ordnung, das heißt Hainbuchen, Salweiden, Birken und Ebereschen.

Weitere Flächen sollen einer natürlichen Waldentwicklung überlassen werden, später unter Umständen angereichert zum Beispiel durch Eiche, Kirsche und Esskastanie.

Eine Rückkehr zur hergebrachten Fichten-Monokultur sieht Brunsmeier für die eigenen oder durch den Verein bewirtschafteten Flächen nicht. Klimabedingt habe der frühere Brotbaum der Region kaum noch eine Chance. Und auch aus Klimagründen würden die neuen Flächen der Vielfalt so gewählt, dass sie mit Wassertanks erreichbar seien, um den nachwachsenden Pflanzen zumindest in den kommenden Jahren den Start zu erleichtern, falls sich das als erforderlich herausstellt.

Feuchtbereiche

Weiteren Handlungsbedarf, ebenfalls klimabedingt, sieht Brunsmeier bei der Klimaanpassung für Feuchtbereiche: In den vergangenen drei viel zu trockenen Sommern seien kleine Bäche, Tümpel und Teiche zum Teil komplett ausgetrocknet. Mit dem Wasser entfallen der Lebensraum und die Fortpflanzungsstätte für Kleinlebewesen wie Amphibien und Libellen.

Diese Feuchtbereiche sollen abgezäunt werden, damit sie für Weidevieh unerreichbar werden. Nach Möglichkeit soll eine Beschattung erfolgen. Und nicht zuletzt: Es geht im Einzelfall auch um technische Möglichkeiten wie das Einbringen von Folie, um die Wasserfläche über die Trockenmonate und damit für die Kleinlebewesen zu retten. Drei bis vier Stellen allein im Bereich des oberen Hälvertals hat der Verein dabei im Auge.

Biotop- & Artenschutz

Dritter Teil des Projekts wird der Biotop- und Artenschutz innerhalb der bestehenden Kulturlandschaft. Auf den landwirtschaftlichen Flächen, die die Region prägen, sollen Freiräume entstehen für Feldholzinseln, Hecken, Raine und Saumbiotope. Diese Maßnahmen sollen in Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen Bioland-Betrieben in Halver und Kierspe erfolgen.

Außenwirkung

Zugleich erwartet der Verein Heesfelder Mühle eine Wirkung in die Öffentlichkeit hinein. Es gehe auch darum, Verständnis zu schaffen für die Wichtigkeit einer artenreichen und extensiv bewirtschafteten Kulturlandschaft. Das betreffe Wanderer und Erholungssuchende ebenso wie Schulen und Kindergärten, die beispielhaft die Entwicklung von Natur verfolgen könnten.

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