Amtsgerichts-Verfahren gegen 35-Jährigen eingestellt  

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Halver - Von der Spätschicht nach Hause und zurück in die Firma – so lautete der Pausen-Plan eines 35-jährigen Schalksmühlers am 19. März. Doch daraus wurde nichts:

Eine Polizeistreife hielt den Mann auf seiner Mofa an und forderte ihn auf, Urin für einen Drogenschnelltest zu liefern. Das gelang nicht, was die Beamten veranlasste, ihn nach Hause zu begleiten und dort auf die Probe zu warten. Weil der Schnelltest positiv auf angeblich vorhandene unerlaubte Substanzen reagierte, forderten die Beamten den Beschuldigten auf, mit zur Wache in Halver zu kommen.

Die Darstellungen darüber, was dort passierte, gingen im Amtsgericht Lüdenscheid weit auseinander: Der Angeklagte habe „verbale Gülle“ über sie ausgeschüttet, behaupteten die beiden als Zeugen geladenen Polizisten. Außerdem habe er zu verstehen gegeben, dass er hoffe, die Beamten würden „beim nächsten Einsatz erschossen“. Der Angeklagte bestritt die Vorwürfe: „Ich habe die Polizisten nie beleidigt.“

Auf seine Bitte, ihn doch wieder in die Firma zu lassen, hätten die Beamten ihm zu verstehen gegeben, dass er nunmehr in ihrer Gewalt sei. Als er wegen der unangemessenen Behandlung nach Namen und Dienstnummern der Beamten gefragt habe, seien erschreckende Worte gefallen: „Guck mal, der dämliche Russe will uns anzeigen. Der Drecksack hat sowieso keine Chance gegen uns.“ „Ich bin erbost, so etwas zu hören“, reagierte einer der Beamten auf die Vorwürfe.

Weil die Polizisten zudem einen großen Umweg auf dem Weg von Schalksmühle nach Halver gemacht hätten, sei sie eher in Halver gewesen als ihr Mann, berichtete die Ehefrau des Angeklagten, die ihn abholen wollte. Und dort habe sie vor der Wache die rüden Worte der Beamten mitangehört. Beleidigungen ihres Mannes habe sie nicht gehört. „Er hat nicht verstanden, warum man ihn einfach anhält und einen Drogentest machen will.“ Ebendieser verlief schließlich im Sande – das eingeleitete Verfahren wurde eingestellt, was kein besonders gutes Licht auf die Qualität des Schnelltests wirft.

In der Aussage-gegen-Aussage-Situation sprachen vor allem Vorstrafen gegen den Angeklagten, von denen allerdings keine einschlägig war. Da der Mann im April wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis eine recht harte Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je 30 Euro kassiert hatte, stellte Richter Thomas Kabus das Verfahren schließlich ein. Die gegenseitigen Vorwürfe blieben ungeklärt

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