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Polizeiausbildung auch im MK

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Von: Florian Hesse

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Eine Fachoberschule Polizei gibt es im nächsten Schuljahr auch in Halver.
Eine Fachoberschule Polizei gibt es im nächsten Schuljahr auch in Halver. © Florian Hesse

Die Ausbildung junger Polizisten mit mittlerem Schulabschluss wird nun auch im Märkischen Kreis möglich.

Halver - Der Weg mit dem mittleren Bildungsabschluss der Realschule in den gehobenen Polizeidienst war in der Vergangenheit nicht mehr vorgesehen. Mit einem Schulversuch im Land NRW hat sich das geändert. Und ab dem Schuljahr 2023/24 ist auch das Eugen-Schmalenbach-Berufskolleg des Märkischen Kreises in Halver Ostendorf Standort als Fachoberschule des Polizeivollzugsdienstes.

Wer darf das?

Im Klartext: Schülerinnen und Schüler mit mittlerem Abschluss oder Berechtigung zum Zugang der gymnasialen Oberstufe im kommenden Schuljahr können in Halver innerhalb von zwei Jahren die Fachhochschulreife erwerben, haben damit Zugang zur anschließenden dreijährigen Berufsausbildung bei der Polizei. Die absolvieren sie auf dem gleichen Level wie ihre künftigen Kollegen, die mit dem Abi in dieses Studium einrücken. Lohn der Mühe ist am Ende eine garantierte Übernahme ins Dienst- und damit ins Beamtenverhältnis – aber in erster Linie ein hochinteressanter und abwechslungsreicher Job nah am Bürger.

Wie geht das?

Wer im kommenden Jahr mit der Schule fertig wird, muss sich allerdings ranhalten. Bis zum 8. Oktober muss die Bewerbung online bei der Polizei NRW vorliegen, die eine übersichtliche Homepage (www.genau-mein-fall.de) und eine Hotline (Tel. 02 51 / 77 95 53 53) eingerichtet hat. Denn insbesondere für das erste Ausbildungsjahr muss die Kreispolizeibehörde ausreichend Ressourcen für Praktika bereithalten. Und auch an der Schule muss man sich bewerben. Eine Klasse wird es geben mit maximal 31 Schülern. Das sollte dann bis Februar passiert sein. E-Mail-Adresse der Kontaktpersonen am Berufskolleg ist infosp@esbk.de, Tel. 0 23 51/9 66 38 00. Ansprechpartner sind Schulleiter Ulrich Fröndhoff beziehungsweise Axel Zimmermann und Rainer Vockenroth als Leiter des neuen Bildungsganges.

Wer profitiert?

Auf der Gewinnerseite beim Schulversuch jetzt auch im Märkischen Kreis sieht Landrat Marco Voge alle Beteiligten. „Für junge Menschen ist das eine sehr gute Möglichkeit, diesen spannenden Berufsweg einzuschlagen“, sagte Voge bei der Vorstellung in Halver. In seiner Funktion ist Voge Dienstherr der Polizei im Kreis und zugleich verantwortlich für Schulen des Märkischen Kreises. Die bisherigen Standorte der Polizeiausbildung waren in größeren Städten angesiedelt. Jetzt rückt der Bildungsgang auch für junge Menschen in der Region in greifbare Nähe.

Wesentliche Voraussetzungen sind dabei am Eugen-Schmalenbach-Berufskolleg vorhanden. „Seit vielen Jahren werden hier bereits die Rechtsanwalts- und Notariatsfachangestellten sowie die Verwaltungsfachangestellten ausgebildet“, stellt Schulleiter Ulrich Fröndhoff fest und verweist auf das ohnedies vorhandene Lehrpersonal mit entsprechender Erfahrung. Aus polizeilich-fachlicher Sicht begrüßt Manfred Kurzawe, Abteilungsleiter der Kreispolizeibehörde, den Schulversuch, der nun auch in Halver anlaufen kann: „Das ist ein sehr gutes Signal für die Polizei, aber auch für die Menschen im Märkischen Kreis.“

Der Schulversuch

Offizielle Bezeichnung des Bildungsgangs ist „Fachoberschule für Wirtschaft und Verwaltung, Schwerpunkt Polizeivollzugsdienst“; kurz: Fachoberschule Polizei oder FOS Polizei. Beim Start im letzten Jahr fanden sich rund 2400 Bewerber auf 300 Stellen. In Klasse 11 wird ein Praktikum (drei Tage Praxis, zwei Tage Unterricht pro Woche) absolviert, die Klasse 12 besteht aus Unterricht und schließt mit der Fachhochschulreifeprüfung ab. Zur Vorbereitung auf den Polizeivollzugsdienst werden die Schülerinnen und Schüler unter anderem in den Fächern Recht und Staatslehre unterrichtet. Der Versuch endet im Schuljahr 2028/2029, könnte danach aber in die Regelausbildung übernommen werden.

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