Polizei legt Unfallstatistik vor: Mehr junge Fahrer verunglückt

Stellten die Unfallstatistik für Halver und Schalksmühle vor: Polizeihauptkommissar Ralf Papendick (links) und Torsten Hecker, Leiter der Wache. - Weber

HALVER - Es war ein dramatischer Unfall, bei dem im Dezember eine 25-Jährige auf der L284 ums Leben kam. Sie kollidierte auf schneeglatter Fahrbahn mit einem Tanklaster. „Das war tragisch“, sagt Torsten Hecker, Leiter der Polizeiwache Halver. Dies sei der einzige tödliche Unfall gewesen. Hecker legte gestern zusammen mit Polizeihauptkommissar Ralf Papendick die Halveraner und Schalksmühler Verkehrsunfallentwicklung für 2012 vor.

Und die hat sich im Vergleich zum Vorjahr nur leicht verändert. Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle stieg von 712 auf 715 an. Aber: Es verletzten sich dabei halb so viele Menschen schwer - nämlich zwölf, statt wie zuvor 27. Auch weniger Kinder waren im vergangenen Jahr in Verkehrsunfälle verwickelt - nämlich drei statt wie im Vorjahr elf. „Das ist eine erfreuliche Tendenz“, sagte Hecker. „Gar keine Vorfälle gab es, wie bereits 2011, auf dem Schulweg der Halveraner Kinder.“ Einen Anstieg hingegen musste die Polizei bei Unfällen mit jungen Erwachsenen verzeichnen, also bei den 18- bis 24-Jährigen. Hecker: „Das ist natürlich die Risikogruppe. Sie haben keine Erfahrung und Routine, werden aber immer mobiler.“ Die Zahl der Verunglückten stieg von zwölf auf 20 an - das ist eine Veränderung um knapp 67 Prozent. Drei verletzten sich dabei schwer. Hecker und Papendick erklärten, dass die Polizei die jungen Fahrer verstärkt mit Schockvideos über Unfallfolgen aufklärt. Das stoße aber auf unterschiedliche Reaktionen.

Als verkehrsschwache Personen bezeichnen die Beamten Senioren, also Fahrer ab 65 Jahren. Die Zahl der Verletzten blieb mit acht konstant. Und ob die Fahrer selbst Verursacher oder Geschädigte sind, das geht aus der Statistik nicht hervor.

Einen Rückgang verzeichnet die Polizei bei Unfällen von Kradfahrern. Waren es 2011 noch 13 Verletzte, so reduzierte sich die Zahl auf acht. „Das sind aber höchstwahrscheinlich natürliche Schwankungen“, sagte Torsten Hecker. Die Zahl der Unfälle steige und sinke mit dem Wetter. Die Polizei suche aber verstärkt das Gespräch mit den Motorradfahrern: „Wir wollen den Leuten nicht das Geld aus der Tasche ziehen. Wir wollen sie über Gefahren aufklären.“

Die Zahl der Sachschadensunfälle mit Flucht stieg leicht an, von 143 auf 159. Die Aufklärungsquote lag bei 44 Prozent.

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