Polizei: Ermittlungen im Gülle-Skandal laufen

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Landwirt Tobias Feckinghaus (2. v. links) bekam am Donnerstag Besuch von Behörden- und Verbandsvertretern.

Halver - „Es gibt noch keine neuen Erkenntnisse“, sagte Polizei-Pressesprecher Marcel Vohrmann auf Anfrage des Allgemeinen Anzeigers. Man ermittele im Gülle-Skandal in alle Richtungen. Über Ermittlungsdetails könne er jedoch keine Aussagen machen.

Von Friederike Domke

Der Verdacht der Sabotage auf dem Hof von Tobias Feckinghaus stehe weiterhin im Raum und sei Hauptbestandteil der Ermittlungen. Der Verdacht, dass Behörden vielleicht schon früher hätten reagieren können, seien für die Ermittlungen der Kripo nicht relevant, so Vohrmann weiter.

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Landwirt Tobias Feckinghaus hofft, dass die Unbekannten, die in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch in der vergangenen Woche einen Gülle-Schieber geöffnet haben sollen, bald gefasst werden. Die Situation sei für ihn unerträglich, da er seit dem Vorfall in der vergangenen Woche beinahe regelmäßig Drohanrufe bekomme. „Die wollen meinen Hof anzünden“, sagte Feckinghaus am Donnerstag im Gespräch mit dem Allgemeinen Anzeiger im Rahmen eines Vor-Ort-Termins.

Dass die Täter gefasst werden, hofft auch Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper. Sie betont aber, dass der Vorfall nicht in Zusammenhang mit der unrechtmäßigen Inbetriebnahme des Gülle-Behälters steht. „Dass jemand die Schieber der Schläuche mutwillig öffnete, hätte auch an jedem anderen Hof passieren können.“ Güllebehälter seien nicht hermetisch abgeriegelt, solange der Hof nicht in einem Natur- oder Wasserschutzgebiet steht.

Dass Feckinghaus die Baugenehmigung im Jahr 2013 für den Gülletank erhalten habe, sei nicht zu verurteilen. Als dem Märkischen Kreis aber bekannt wurde, dass der Behälter unrechtmäßig in Betrieb genommen worden war, sei die Behörde sofort tätig geworden, betonte sie im Gespräch mit dem Allgemeinen Anzeiger. Auch eine Ersatzvornahme – wie dem Landwirt mittlerweile angedroht wurde – sei nicht mal eben durchzuführen.

Es gebe klar geregelte gesetzliche Herangehensweisen, die befolgt worden seien. So habe die Behörde zunächst eine Stilllegungsverfügung und Ordnungsgelder erlassen und mit Zwangsgeld gedroht. Mittlerweile steht die Ersatzvornahme im Raum, sollte der Landwirt nicht mit Ablauf des gestrigen Tages den besagten Gülletank vollständig geleert haben.

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