Kommt die Kindervilla am Rathaus?

Politische Initiative für Kindertreff und Großtagespflege in Halver

+
Sascha Gerhardt (FDP), Werner Lemmert (UWG), Matthias Clever (Grüne) und Martina Hesse (CDU, von links) wollen das Projekt noch im nächsten Haushalt berücksichtigt wissen.

Halver - Mehr Betreuungsplätze für Kleinkinder und ein Kindertreff in der Innenstadt: Das ist die Idee einer politischen Initiative für das Rathausumfeld und die frühere Stadtdirektorenvilla, in der zurzeit der Pflegedienst „In guten Händen“ sein Zuhause hat.

Vier Fraktionen stehen hinter dem Projekt, das sich aus der Diskussion über die Errichtung des öffentlichen Spielplatzes im Park zwischen Rathaus und Villa Wippermann an der Mittelstraße entwickelt hat. Gemeinsam wollen CDU, UWG, Grüne und FDP erreichen, dass die erforderlichen finanziellen Mittel noch in der Haushaltsplanung für das Jahr 2019 Berücksichtigung finden. 

Grundlage dafür ist ein gemeinsamer Antrag an den Bürgermeister, der Eingang in die betroffenen Fachausschüsse finden soll und am Freitag gestellt wurde. 

Aufgrund des geplanten neuen zentralen Kinderspielplatzes zwischen Rathaus und ehemaliger Stadtdirektorenvilla, den ursprünglich die SPD initiiert hatte, sähen es die genannten Fraktionen als sinnvoll an, über eine neue Nutzung der Stadtdirektorenvilla nachzudenken beziehungsweise die Überlegungen aus dem Arbeitskreis Spielplätze zu intensivieren. „Die vier Fraktionen können sich den Umbau der ehemaligen Stadtdirektorenvilla zu einer Kindervilla sehr gut vorstellen“, heißt es darin. 

Lücke in Halver schließen 

Die Kindervilla am Rathaus könne sowohl eine Großtagespflege für Kinder unter drei Jahren (U3) als auch einen Kindertreff beherbergen. Dies ergebe im Hinblick auf die Geburtenentwicklung und den Bedarf ab dem Kindergartenjahr 2020/2021 und die Bedarfe von jungen Familien mittel- und langfristig Sinn. 

Am neuen Kinderspielplatz könnte die Kindervilla in besonderer Lage – mitten in der Stadt und am Spielplatz – eine Versorgungslücke für Halver schließen. In der Großtagespflege für Kinder könnten neun Kinder im U3-Bereich pädagogisch betreut und gefördert werden. Der Kindertreff würde Räumlichkeiten für ein unterstützendes und ergänzendes pädagogisches Angebot zum Spielplatz bieten, das so in Halver derzeit nicht existiert.

Die Verbindung von Kindervilla und Spielplatz könnte Synergien heben, das Quartier rund um das Rathaus für Kinder und Eltern besonders attraktiv machen und ein Alleinstellungsmerkmal bilden. Außerdem könnten an dieser Stelle unterschiedliche Veranstaltungen für Familien wie gemeinschaftsstiftende Aktivitäten, Seminare, Schulungen und vieles mehr stattfinden. 

Die Einrichtung der Kindervilla an dieser exponierten Stelle würde die Attraktivität dieses Quartieres erheblich steigern und den Kinderspielplatz zu einer besonderen Einrichtung werden lassen. Das Rathausquartier werde deutlich aufgewertet, ein „Mehrgenerationenquartier“ entstünde. 

Die antragsstellenden Fraktionen wollen eine Realisierung in Absprache mit dem derzeitigen Mieter erreichen. Gemeinsam sollen alternative Büroflächen besichtigt werden. Die öffentliche Toilette soll in der Garage der „Stadtdirektorenvilla“ untergebracht werden. Die Nutzung der Remise werde zu einem späteren Zeitpunkt definiert.

Antrag auf Kostenschätzung 

Der konkrete Antrag besteht aus vier Kernpunkten:

  • Die Verwaltung wird beauftragt, Kostenberechnungen für das oben genannte Konzept zu erstellen und die erforderlichen Mittel in den Haushalt 2019 einzustellen. 
  • In der Kostenberechnung sind Instandhaltungskosten wie für die Fassade und Investitionen für die neue Nutzung getrennt auszuweisen. 
  • Neben den finanziellen Aspekten ist auch der bauliche Zustand des Gebäudes zu bewerten und auf gesundheitsrelevante Aspekte zu prüfen. 
  • Über erste Einschätzungen und Ergebnisse ist vor den kommenden Haushaltsberatungen zu berichten.

    Großtagespflege mit neun Plätzen


    Mit im Boot bei der Finanzierung könnte unter Umständen auch der Märkische Kreis sitzen, hieß es Freitag bei der Vorstellung des Vorhabens, an dem die Politik bereits seit Januar arbeitet. Denn die Großtagespflege mit neun Plätzen könne dort zentral Abhilfe schaffen bei einer anhaltenden Unterversorgung in diesem Bereich. Vorstellbar wäre, die Plätze in Trägerschaft eines Verbandes anzubieten, um das Angebot verlässlich abzusichern. Man halte dies für grundsätzlich förderfähig, sagten Freitag Martina Hesse (CDU), Werner Lemmert (UWG), Matthias Clever (Grüne) und Sascha Gerhardt (FDP).

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare