Vor und in der Villa Wippermann

Randale vor Museum im MK - Polizei und Stadt suchen Lösung

Villa Wippermann, Müll.
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Vermüllung rund um die Villa Wippermann ist Alltagsproblem. Randalierende Jugendliche waren es bislang nicht.

Pöbelnde und randalierende Kinder und Jugendliche haben am Dienstag und insbesondere am Mittwoch für hässlichen Situationen in und um die Villa Wippermann gesorgt. In einem Brandbrief hat sich Jana Eilhardt als Leiterin des Regionalmuseums an die Stadt Halver um Hilfe gewandt.

Halver - In ihrem Schreiben an Bürgermeister Michael Brosch und den zuständigen Fachbereichsleiter Bürgerdienste, Thomas Gehring, spricht sie von „unschönen Szenen zwischen den ehrenamtlichen Betreuern der Museumsöffnungszeiten und den Kindern und Jugendlichen, die sich jeden Tag im Park vor der Villa und auf der Feuertreppe tummeln“.

Bereits am Dienstag habe es Beschimpfungen des Betreuers gegeben. Am Mittwoch habe die Polizei einschreiten müssen. Die Situation sei „aus dem Ruder gelaufen“.

Zusammenrottungen vor der Tür

Nachdem die Kinder beziehungsweise Jugendlichen des Hauses verwiesen worden seien, weil durch Lautstärke und Randale andere Besucher gestört und aus den Fenstern des 1. Obergeschosses Vorbeilaufende angepöbelt wurden, habe es beängstigende Zusammenrottungen vor der Tür gegeben. Passanten hätten den beiden Mitarbeiterinnen geholfen, die Villa heil zu verlassen, weil auch sie die Situation als bedrohlich empfunden hätten. Die Polizei habe die Personalien der beteiligen Unruhestifter aufgenommen, gibt Jana Eilhardt ihren aktuellen Informationsstand wieder.

Polizei guckt genauer hin

Ob die Bedrohungssituation damit ein Ende hat, ist zunächst offen. Die Kollegen hätten den Sachverhalt bewertet und Gespräche geführt, sagt Jens Naumann, Leiter der Polizeiwache Halver. Im Ergebnis werde man den Bereich insbesondere in den nächsten Tagen verstärkt beobachten, auch wenn ein konkreter Straftatbestand nicht erkennbar gewesen sei. Das gelte sowohl für mögliche Beleidigungen, die aber nicht protokolliert und nachweisbar sind, als auch für den Fall eines Hausfriedensbruchs. Denn der sei ein Antragsdelikt, und zwar in dem Fall, wenn der Störer der Aufforderung des Personals, die Räumlichkeit zu verlassen, keine Folge leiste. Unabhängig von der verstärkten Beobachtung und auch der rechtlichen Würdigung gelte allerdings: „Wenn wir gerufen werden, kommen wir natürlich“, sagt Naumann im AA-Gespräch.

Tiefschlag fürs Ehrenamt

Ärgerlich für das Museum und dessen Leiterin ist aber eine andere Tatsache: Eilhardts Ziel war von Anfang an, dass junge Menschen ins Museum kommen, um Zugang zur Kultur zu erhalten. Im Idealfall könnte das mit geschulten Sozialarbeitern der Fall sein, die sie vor Ort betreuen. Alternative könnte sein, Eintritt für Kinder und Jugendliche zu erheben oder ihnen den Zutritt nur in Begleitung Erwachsener zu erlauben. „Ich bin etwas hilflos – die Geister die ich rief, werde ich nicht mehr los“, schreibt die Ausstellungsorganisatorin an die Stadt.

Aufsuchende Sozialarbeit

Im Rathaus selbst wird geprüft, wie eine Reaktion aussehen könnte. Zwei Mitarbeiter aus dem sozialpädagogischen Bereich würden verstärkt zur Stelle sein. Möglicherweise mache auch eine bauliche Veränderung an der beliebten Feuertreppe Sinn, die Anziehungspunkt für die offenbar kritische junge Klientel sei. Helfen weder Kontrollen, Betreuung noch Umbau der Treppe, bekommt das Regionalmuseum unter Umständen ein Personalproblem. Zwei der Helfer möchten unter diesem Umständen die Öffnungszeiten nicht mehr betreuen und haben auch Angst vor mutwilligen Beschädigungen an ihren Autos. Zurzeit versucht Peter Bell, den Museumsbetrieb aufrecht zu erhalten.

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