Mehr Platz ist das Ziel

Irritationen beim Ausbau der Tagespflege

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Halver - Politik und Verwaltung wollen den Ausbau der Tagespflege vorantreiben, um kurzfristig Betreuungsplätze für kleine Kinder zu schaffen. Doch dieses erklärte Ziel hat auch für Irritationen gesorgt.

Dass es zu Sorgen keinen Anlass gibt, das erklärten jetzt Bürgermeister Michael Brosch und Fachbereichsleiter Thomas Gehring beim Besuch in der Großtagespflege von Tanja Prehl am Jugendheimplatz im ersten Obergeschoss über der DRK-Kita Juno. 

Im Gegenteil: „Wir würden niemals ein funktionierendes System wie dieses hier gefährden“, sagten unisono Brosch und Gehring beim Besuch der Tagespflege, die bis zu neun Kindern Platz bietet. 

Zukunftsängste behoben 

Auslöser für die Nachfragen im Rathaus und in die Fraktionen war gewesen, dass zumindest in der künftigen Kindervilla, unter Umständen auch an anderen Stellen im Stadtgebiet, darüber nachgedacht werden könnte, trägerbasierte Großtagespflegen zu etablieren. In einem solchen Fall würde ein freier Träger der Jugendarbeit Tagesmütter anstellen und im Auftrag für das Jugendamt die Betreuung betreiben. Standardmodell ist – wie am Jugendheimplatz – dass eine oder mehrere Tagespflegepersonen gegen eine Aufwandsentschädigung die Kinder betreuen.

Doch ein Trägermodell sehen auch die Fraktionen im Rat als zusätzliches Angebot für die Eltern in Halver. „Wir würden doch keine funktionierende Einrichtung angreifen“, betont Dr. Sabine Wallmann (UWG) stellvertretend auch für die weiteren Fraktionen (CDU, Grüne, FDP), die sich für die Kindervilla am Rathaus zusammengetan haben. „Die Plätze werden in Halver gebraucht.“ 

Nachdem die Missverständnisse ausgeräumt waren, konnten sich Betreiberin Tanja Prehl und die Gäste aus dem Rathaus auf ganz praktische Dinge konzentrieren. So plant Tanja Prehl eine Reihe von Renovierungsmaßnahmen in den städtischen Räumen, in denen früher der Jugendtreff untergebracht war. 

Mehr Plätze ab dem Sommer 

Auch in der Großtagespflege selbst ist einiges im Umbruch. So wird Melanie Heinrich, die die Tagespflege über Jahre mit Tanja Prehl betrieben hat, ein neues Angebot in eigenen Räumen betreiben. Das könnte bis zu fünf Plätze mehr in Halver bedeuten, so die Rechnung. 

Am Jugendheimplatz bleibt es bei der Anzahl von bis zu neun Plätzen. Ab dem Sommer steigt Silke Schwieren ein, die zurzeit die erforderliche, halbjährige Fortbildung für Tagespflegepersonen absolviert. 

Am Dienstag unterstützte sie Tanja Prehl beim Ortstermin und freut sich bereits auf ihre Aufgabe. Ihre zwei Kinder haben die Tagespflege am Jugendheimplatz besucht. Sie ist begeistert vom Modell und kennt sich aus. Als es ein bisschen rund geht, reicht ein Lächeln: „Ich hab’ euch im Blick, Mädels“, sagt sie zu den Kindern, die gerade aufs Neue die Keksschale plündern wollen. Der Hinweis wird verstanden.

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